Prominenter Platz im Sandtorhafen in Hamburgs Hafencity. Welche Pläne der neue Eigner hat, ist noch nicht bekannt. Foto: Michael Schmidt
Prominenter Platz im Sandtorhafen in Hamburgs Hafencity. Welche Pläne der neue Eigner hat, ist noch nicht bekannt. Foto: Michael Schmidt
Schiffe

Historisches Cuxhavener Schiff hat neuen Eigner

von Wiebke Kramp | 14.05.2019

CUXHAVEN/HAMBURG. Arne Weber hat das Cuxhavener Traditions-Seebäderschiff "Seute Deern" schweren Herzens an einen Hamburger Reeder verkauft.

Sie ist eine schwimmende Legende und hat Cuxhavener Schifffahrtsgeschichte geschrieben. Cassen Eils (1923 bis 2010) setzte seine "Seute Deern" von 1961 bis 2003 im Helgolanddienst ein. Neue Vorschriften im Passagier-Seeverkehr sorgten allerdings dafür, dass die alte Lady dann aus dem Seebäderdienst in den Ruhestand verabschiedet werden musste. Cassen Eils verkaufte sie an den Harburger Bauunternehmer Arne Weber. Jetzt hat der Inhaber des Harburger Bauunternehmens HC Hagemann die "Seute Deern" wiederum verkauft - und zwar "schweren Herzens", wie aus seinem Büro zu erfahren war.

Das ehemalige Seebäderschiff lag seit fünf Jahren an einem prominenten Liegeplatz: im Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen in der Hamburger Hafencity direkt unterhalb der Elbphilharmonie. Dort konnte es für Veranstaltungen und Ausfahrten gemietet werden. Über elf Jahre zierte die "Seute Deern" davor den Harburger Binnenhafen. Trotz aller Bemühungen, das Schiff als Veranstaltungs-Location zu vermarkten und für Ausfahrten zu verchartern, konnten die kontinuierlich steigenden Unterhaltskosten durch Mieteinnahmen nicht mehr gedeckt werden, heißt es seitens des Unternehmens. 

Auch die Idee, MS "Seute Deern" als erstes "deutsches Coworking Ship" mit temporären Büroplätzen im Markt zu positionieren, habe nicht den erwünschten Erfolg gebracht. So zog man die Reißleine. 

Ende April habe man daher die "Seute Deern" an einen Hamburger Reeder verkauft, der das Schiff fachkundig und im Rahmen seiner Schiffsflotte effizienter betreiben könne. Mit dem neuen Eigner sei Stillschweigen über dessen Identität vereinbart, so Kathrin Staehelin, Assistentin der Geschäftsleitung, gegenüber unserer Zeitung. Darunter fielen auch seine weiteren Planungen zum Einsatz der alten Dame. "Das Schiff ist immer fahrtüchtig und in Schuss geblieben, wir haben immer an ihr gemacht, was wir konnten." 

Die "Seute Deern" wurde im Jahr 1961 in den Nordseewerken Emden gebaut und ging am 19. Mai 1961 auf Jungfernfahrt von Cuxhaven nach Helgoland. Dieser Route blieb sie in ihren über 40 Dienstjahren unter der Reederei Cassen Eils als Seebäderschiff weitgehend treu. Vor allem als bewährtes, Sturm erprobtes Winterschiff. Darüber hinaus unternahm die "Seute Deern" zahlreiche Sonderfahrten und war in den 70er- und 80er-Jahren als Butterfahrerschiff auch in der Ostsee im Dienst. Arne Weber, Inhaber des Bauunternehmens HC Hagemann, das seit über 110 Jahren auch auf Helgoland ansässig ist, hatte das Schiff 2003 von Reeder Cassen Eils übernommen und mit Herzblut und Engagement betrieben.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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