Das Gelände des Festivals Deichbrand aus einem Hubschrauber fotografiert. Deichbrand ist eines der beiden größten Festivals in Niedersachsen. Foto: Lars-Josef Klemmer/dpa
Das Gelände des Festivals Deichbrand aus einem Hubschrauber fotografiert. Deichbrand ist eines der beiden größten Festivals in Niedersachsen. Foto: Lars-Josef Klemmer/dpa
Festival/Blaulicht

So reagierten die Deichbrand-Veranstalter auf den Todesfall

22.07.2019

WANHÖDEN. Nach dem Tod einer Besucherin des Deichbrand-Festivals (wir berichteten) hat die Staatsanwaltschaft Stade eine gerichtsmedizinische Untersuchung beantragt, um die Todesursache der Frau zu klären.

Das gab die Polizeiinspektion Cuxhaven am Montag bekannt. Nach wie vor gehen die Beamten nicht von einem Fremdverschulden aus.

Bei der Frau, die am Sonntagmorgen leblos in ihrem Zelt auf dem Campingplatz "Green Camp" des Deichbrand-Festivals gefunden wurde, handelt es sich um eine 26-Jährige aus der niedersächsischen Gemeinde Seevetal im Landkreis Harburg, die gemeinsam mit einer rund 15-köpfigen Gruppe auf dem Festival zu Gast war.

Keine Schweigeminute

Betroffen von dem Vorfall zeigten sich die Deichbrand-Verantwortlichen. "Wir sind sehr traurig über diese Nachricht. Am Samstag sind wir noch glücklich ins Bett gegangen, weil alles funktioniert hat, und am nächsten Morgen wurden wir mit dieser Nachricht geweckt", sagt DB-Chef Daniel Schneider. In der fünfzehnjährigen Deichbrand-Geschichte sei es der erste schreckliche Vorfall gewesen, betonte der 42-Jährige. "Wir haben uns dann die Frage gestellt, wie wir uns nun richtig verhalten, wie das Festival fortgesetzt werden kann und ob wir eine Schweigeminute machen", erklärt Schneider den Ablauf am Sonntag. "Zunächst haben wir uns mit den Einsatzkräften vor Ort beraten und dann auch mit anderen Festival-Veranstaltern telefonisch ausgetauscht. Gemeinsam haben wir von einer Schweigeminute abgesehen. Da muss man dann auch realistisch sein. Damit hätten wir keinem einen Gefallen getan und die Stimmung wäre gedrückt gewesen", so Schneider.

Über die Facebook-Seite des Festivals sprachen die Verantwortlichen ihr Mitgefühl aus: "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen und wir wünschen ihrem Partner, der Familie und Freunden ganz viel Kraft. Die Gedanken unserer ganzen Festivalcrew sind bei ihnen. Herzliches Beileid!"

Zweite Person wiederbelebt

Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Schneider noch einen zweiten Vorfall während des Festivals. Dabei sei eine Reanimation am Sonnabend erfolgreich verlaufen. Ein junger Mann sei wieder ansprechbar gewesen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Seelsorger hätten währenddessen der Freundin des Festivalbesuchers zur Seite gestanden, heißt es weiter.

Neben dem tragischen Todesfall der 26-Jährigen soll es auf dem Festivalgelände in Wanhöden zu einem weiteren dramatischen Einsatz für die Rettungskräfte gekommen sein. Die Polizei in Cuxhaven bestätigte, dass ein 30 Jahre alter Festivalbesucher erfolgreich wiederbelebt werden konnte. Anders als bei der 26-Jährigen sollen bei dem Mann illegale Substanzen eine Rolle gespielt haben. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. (mak/ike)

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