Elbefähre: SPD favorisiert Fähr-Standort Steubenhöft
CUXHAVEN. "Nicht in den Lobbygruppen, sondern in den politischen Gremien zu diskutieren", empfiehlt der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Gunnar Wegener, wenn es um Interessenskonflikte im Bereich zwischen Altem Fischereihafen und Steubenhöft geht.
Hintergrund bilden Befürchtungen der Fischereihafenentwickler, dass der Betrieb einer neuen, auf Frachtverkehr setzenden Elbfähre den touristischen Entfaltungsmöglichkeiten im neu entstehenden Quartier entgegenlaufen könnten.
"Hafen bleibt ein Hafen"
"Der Hafen bleibt ein Hafen", stellt Wegener in diesem Zusammenhang klar. Damit stehe außer Frage, dass dort auch mutmaßliche Störfaktoren wie Lärm oder Staub auftreten könnten. Vor diesem Hintergrund über eine Verlegung des Elbfähr-Anlegers ins Gewerbegebiet östlich der ehemaligen Baumrönne nachzudenken, hält der Sozialdemokrat allerdings für völlig abstrus: "Hätte man miteinander geredet, wäre im Gespräch mit der Cuxhaven-Entwicklungsgemeinschaft deutlich geworden, dass der Zubringer in Richtung Nordmark und Siemens eine Privatstraße ist, die mit EU-Mitteln gefördert wurde und für den Schwerlastverkehr gedacht ist", sagte Wegener.
Eine Verlegung des Anlegers in Verbindung mit einer Nutzung eben dieser Straße durch den Frachtverkehr von und in Richtung Fähre konterkariert seiner Auffassung nach sämtliche Strategien, die es in der Vergangenheit beim Thema Industrieansiedlung gegeben hat.
"Das Steubenhöft ist nach Abwägung aller Argumente nach wie vor der beste Standort für eine Fähre", betonte Wegener, der darauf hinwies, dass die in der Vergangenheit getroffenen Absprachen bezüglich einer touristischen und einer logistischen Nutzung des Hafens nicht nach Belieben modifiziert werden könnten. "Die Grenze bildet die Präsident-Herwig-Straße", sagte der Fraktionsvorsitzende in Richtung Projektentwickler. "Als langjähriger Kommunalpolitiker kann ich nur davor warnen, diesbezüglich etwas verschieben zu wollen". Im Handumdrehen komme sonst die Frage auf, ob es denn wirklich richtig gewesen sei, den Alten Fischereihafen aus seiner angestammten Nutzung zu nehmen. Wegener erinnerte daran, dass es auch früher schon Stimmen in dieser Stadt gegeben habe, die Gedanken an ein solches Unterfangen durchaus kritisch bewerteten. Die Befürchtung, dass auf diese Weise Nutzungskonflikte heraufbeschworen werden würden, soll unter anderem bereits der ehemalige Oberstadtdirektor Hans-Heinrich Eilers geäußert haben.
Sensibles Gleichgewicht
Was sich der Investor im künftigen Fischereihafen-Quartier vorstellt, findet gleichwohl die Zustimmung der Cuxhavener Sozialdemokraten. "Die SPD-Fraktion unterstützt Herrn Plambeck und hat sich bislang bis an die Grenze des Vertretbaren für ihn eingesetzt", so Wegener. "Wenn man allerdings so wie jetzt diskutiert, verschiebt man damit die Austarierung in dieser Stadt."
Der SPD-Fraktionsvorsitzende äußerte vor diesem Hintergrund die Bitte an die von Norbert Plambeck ins Leben gerufene Tourismuswirtschaftsgemeinschaft, (TWG) in puncto Fähransiedlung am Steubenhöft "nicht weiter Sand ins Getriebe zu streuen". Mit dem Hinweis auf etwaige Gefahrguttransporte, die in Zukunft zu einem Fähranleger am Steubenhöft rollen könnten, wird nach Wegeners Auffassung ein "Popanz aufgebaut, der die Leute erschrecken soll". Als Gefahrgut müssten zum Beispiel auch Farben, Heiz- oder Palmöl deklariert werden. Man dürfe also nicht sofort an Uran oder Plutonium denken.
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