Stade: Feuerwehrmann nach Unfall angefahren
STADE. Der Mann, der am Mittwoch an einer Unfallstelle auf der Bundesstraße 73 in Stade einen Feuerwehrmann angefahren hat, hat sich inzwischen bei der Polizei gestellt. Derweil konnten die Ermittler auch neue Erkenntnisse über den Unfallhergang sammeln.
Die Feuerwehrleute hatten die Bundesstraße 73 auf Anweisung der Polizei für rund zwei Stunden voll gesperrt - deutlich sichtbar mit Einsatzfahrzeugen, Blinklichtern und Warnkellen. Ein Autofahrer reagierte besonders aggressiv: Er fuhr aus Richtung Cuxhaven auf die Kreuzung zu, wählte zunächst die Rechtsabbiegerspur - um dann zurückzusetzen und auf die Linksabbiegerspur zu wechseln. Er bog jedoch nicht nach links ein, sondern fuhr auf zwei Feuerwehrleute zu. Auf ihre Frage, ob er berechtigt sei, in die Einsatzstelle zu fahren und die Aufforderung, abzubiegen, soll er "Leck mich" gerufen haben. "Dann hat er Gas gegeben", sagte der stellvertretende Stader Stadtbrandmeister Wilfried Sprekels.
Dabei fuhr der Mann mit einem roten BMW der Dreier-Reihe einen 41-jährigen Feuerwehrmann an. Ein weiterer 52-jähriger Feuerwehrmann konnte gerade noch rechtzeitig zur Seite springen. Jedoch traf der BMW die Anhaltekelle, die dabei zerstört wurde. Anschließend raste er davon. Polizisten, die noch die Verfolgung aufnahmen, konnten den Wagen zunächst nicht mehr ausfindig machen. Der angefahrene Feuerwehrmann konnte noch am Abend das Krankenhaus verlassen.
"Er hat sich wenig später auf der Wache gestellt", sagt der stellvertretende Leiter des für Verkehrssachen zuständigen Fachkommissariates 7, Christopher Rochel. Der 23-Jährige aus Hammah ist für die Ermittler kein Unbekannter. Gegen ihn laufen jetzt Strafverfahren wegen Unfallflucht, fahrlässiger Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs.
Was ist zuvor passiert?
Ein getunter Toyota Supra in leuchtendem Orange war auf der Bundesstraße 73 in Fahrtrichtung Cuxhaven kurz hinter der Abzweigung Lerchenweg nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, eine Böschung hochgerast und hatte sich überschlagen. Kopfüber lag der Sportwagen, der mehrere Bäume touchiert und ein Loch in eine Lärmschutzwand gerissen hatte, am Straßenrand. Die beiden Insassen, ein Mann und eine Frau, hatten sich selbst befreit. Sie waren augenscheinlich nur leicht verletzt.
"Anhand der Spuren und der Aussagen der Zeugen sind wir uns sicher, dass der Mann gefahren ist", sagt Christopher Rochel. Der 35-jährige Fahrer kommt aus Stade-Wiepenkathen. Bei der Beifahrerin handelt es sich um seine 34-jährige Lebensgefährtin. Die Auswertung des Drogentests läuft noch. Ein Alkoholtest war negativ. Der Mann ist nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Wohl auch deshalb hatten die beiden zunächst behauptet, dass die Frau am Steuer saß. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt. (bene)