Unter freiem Himmel konnte erstmals wieder unbeschwert gefeiert werden. Foto: Reese-Winne
Unter freiem Himmel konnte erstmals wieder unbeschwert gefeiert werden. Foto: Reese-Winne
Zum siebten Mal bei Aktionstag dabei

Städtebauförderung in Cuxhaven: So kommen Viertel wieder in Bewegung

von Maren Reese-Winne | 18.05.2022

CUXHAVEN. Es war ein stimmungsvolles Wiedersehen: Seniorinnen trafen sich zum Kaffeeplausch an der warmen Hauswand des Bürgerzentrums, Kinder schlängelten sich mit Fahrzeugen durch das Getümmel.

Dazu gab es überall Begrüßungen unter großem Hallo: Der in Cuxhaven zum siebten Mal begangene bundesweite Tag der Städtebauförderung war ein Frühlingsfest mit Unterhaltung und handfesten Themen.

Auch in Süderwisch geht es voran

Was Städtebauförderung als Instrument der Stadtentwicklung zu leisten imstande ist, war am Informationsstand der Stadt zu erkennen. Während im Lehfeld der Umbauprozess im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" fast abgeschlossen ist, steckt Süderwisch noch mitten drin. Schon jetzt hat dieser Stadtteil aber sein äußeres Bild gewandelt, erst recht, seit die Straßensanierung Schule und Gnadenkirche erreicht hat. Über beide aktuellen, aber auch abgeschlossene Städtebauprogramme konnten die Gäste sich ein Bild machen.

Siedlung setzt jetzt auf Wärmepumpen

Die städtische Siedlungsgesellschaft informierte über bisherige und kommende Sanierungsvorhaben und öffnete zwei Wohnungen in der Lehfeldstraße zur Besichtigung, deren Clou die neuerdings auf Wärmepumpentechnik umgestellte Heiztechnik war.

Im Bestandsbau nicht selbstverständlich

Mithilfe von Luftwärmepumpen werde die Energie für Heizen und Warmwasser gewonnen, erklärte Arne Siegel, technischer Leiter der Siedlung. Anlagen dieser Art sollten auch bei den nächsten Sanierungen in der Karpfangerstraße und Vor dem Flecken installiert werden. "Das Ziel ist CO2-Neutralität", versicherten Siegel und Geschäftsführer Peter Miesner, "dies trägt auch extrem dazu bei, die Klimaschutzziele zu erreichen." Erst recht aber schaffe diese Art der Energieversorgung Unabhängigkeit: Die Siedlung strebe daher an, nur noch Wärmepumpentechnik zu installieren, was im Bestandsbau noch lange keine Selbstverständlichkeit sei.

Keiner redet mehr über Abrisse

"Die sechs Millionen Euro, die bereits im Lehfeld verbaut worden sind, sind sichtbar", konstatierte Oberbürgermeister Uwe Santjer. Die Jahre, in denen die Wohnungen dort fast unvermietbar waren, seien vorbei.

Städtebauförderung bedeute aber viel mehr als nur Straßen und Wohnungen: "Ihr habt das Viertel wieder in Bewegung gekriegt", rief er. Über die soziale Begleitung und den Bau des Bürgerzentrums sei eine neue Nachbarschaft geschaffen worden.

Bezahlbarkeit ist ein Problem

Cuxhaven verbleibe zweifelsohne ein Riesenproblem in der Frage, wie es vor allem bezahlbaren und barrierearmen Wohnraum schaffen könne, bekannte der Oberbürgermeister.

Während vor einigen Jahren noch erwogen worden sei, Altbauten abzureißen - auch im Lehfeld -, bilde der aktuelle Trend deutlich die steigenden Einwohnerzahlen ab.

Das Programm "Soziale Stadt" biete die Chance, voneinander zu lernen, meinte Santjer mit Blick nach Süderwisch, wo ohne den Stadtteilverein "Wir in Süderwisch" mit seinen vielen Angeboten zur Sprachförderung und Begleitung von Kindern nichts laufen würde. Quartiersmanager Bernd Bodewald aus dem Lehfeld würdigte das gesamte Netzwerk und freute sich, dass durch Veranstaltungen wie diese positive Entwicklungen sichtbar würden.

Bunter Festbetrieb

Er wies den Gästen den Weg zu den Aktionen wie dem Wasserspielplatz der Gäste aus Süderwisch, den Ständen der Kita Lummerland und der Siedlung, dem Jugendmigrationsdienst des Paritätischen und den vielen anderen Angeboten für Kinder. Musik machten die Band "House of Youth" sowie das Duo "Ebbe und Flut" (Britta Quaiser/Ulrike Staufenbiel) und mehrere andere Akteure.

Bei Ronny Budach, dem stellvertretenden Fachbereichsleiter der Bauleitplanung und Stadtentwicklung bei der Stadt Cuxhaven, und seinen Kollegen waren die Bewohnerinnen und Bewohner um ihre Meinung zu schönen und zu verbesserungswürdigen Ecken ihres Stadtteils gefragt.

Vier Stunden auf dem Feuer

Der Holzkohlenduft führte zur Jugendwerkstatt des Paritätischen, wo in einem Feuertopf ein Kesselgulasch seiner Vollendung entgegen schmorte. Bereits um 8.30 Uhr waren die Buchenscheite entzündet worden; bis zum Essenfassen brauchte es etwa vier Stunden Garzeit.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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