Straßenbauingenieurin Katja Barbion (l.) und Landschaftsarchitektin Detje Zierenberg von der Stadt Cuxhaven zeigen, wo es losgeht und wie es werden soll: Die Küddowstraße, an dieser Stelle künftig Spielstraße, soll unter anderem begrünte Verkehrsinseln und neue Parkflächen bekommen. Foto: Reese-Winne
Straßenbauingenieurin Katja Barbion (l.) und Landschaftsarchitektin Detje Zierenberg von der Stadt Cuxhaven zeigen, wo es losgeht und wie es werden soll: Die Küddowstraße, an dieser Stelle künftig Spielstraße, soll unter anderem begrünte Verkehrsinseln und neue Parkflächen bekommen. Foto: Reese-Winne
Wohnen

Cuxhavener Stadtteil Süderwisch: Sanierung startet bald

von Maren Reese-Winne | 12.03.2019

CUXHAVEN. Noch vor Sommerbeginn soll sich etwas tun in Süderwisch: In der Küddowstraße beginnt die groß anlegte Sanierung der Straßen. 

Eines kann man der Küddowstraße im Stadtteil Süderwisch zugestehen: Platz ist reichlich da in der breiten Straße, die durch Backstein-Wohnblöcke und vor allem durch drei Hochhäuser flankiert wird. Dafür fehlt es aber an Bäumen, Beeten oder Sitzecken. Das soll sich ändern: In der Küddowstraße beginnt demnächst die groß angelegte Sanierung des gesamten Stadtteils. Das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" macht es möglich.

Straßenbauingenieurin Katja Barbion und Landschaftsarchitektin Detje Zierenberg von der Stadt haben die Planung vorbereitet und in Grafiken umgesetzt. Sie können es sich schon vorstellen: Die Küddowstraße mit neuem Straßenbelag, unterbrochen durch Bauminseln, mit neuen Laternen, Bänken und modernen Abfall- und Wertstoffbehältern. Besonders reizvoll dürften dabei die Unterflur-Behälter für Altglas sein. Ende des Jahres - wenn alles klappt - könnte das schon Realität sein.

Noch bevor vergangene Woche die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr, Bau und Demografie das Gestaltungskonzept zu Gesicht bekamen, waren die Anwohnerinnen und Anwohner am Zug. Sie durften mitbestimmen über die künftigen Straßenlaternen oder Bänke vor ihrer Haustür.

Schonen, was schön ist

Das gehört zu dem Konzept der "Sozialen Stadt", das eine neue Identifikation mit dem Stadtteil herstellen soll. Idealerweise sei das damit gekoppelt, dass all das Neue und Schöne auch respektvoller behandelt werden, finden der Ausschussvorsitzende Bernd Jothe und Stadtbaurat Martin Adamski.

Entscheidendes wird sich in den kommenden Jahren im Sanierungsgebiet verändern: Zum einen werden die Pommernstraße (die schnurstracks zur Schule und den bald zwei Kindergärten führt), die Oderstraße, die Warthestraße und ein Teil der Küddowstraße als Zufahrtsstraßen ins Viertel neu gestaltet und mit einem Asphaltbelag versehen, der alle Tempo-30-Zonen erkennbar machen soll. Die Seitenstraßen werden verkehrsberuhigt (Spielstraßen) und erhalten ein Betonsteinpflaster.

Wie Aufenthalts- oder Parkflächen aussehen sollen, wurde mit in einer Bürgerversammlung in der Schulmensa bereits für das gesamte Sanierungsgebiet abgestimmt. Mit Großbestellungen erhofft die Stadt, günstige Preise herauszuholen. Das geht auch über Süderwisch hinaus: Gleiche Pflastersorten, Lampen & Co. finden sich etwa in Groden-Mitte oder bald im Bahnhofsumfeld.

"Der direkte Kontakt zu den Bürgern hat den Vorteil, dass Dinge, die zuerst von einigen mit Zweifeln betrachtet wurden, persönlich erklärt und dann auch akzeptiert werden konnten", erklärt Martin Adamski. So sei es beispielsweise mit den Laubgehölzen gewesen. Die verlören zwar im Herbst ihre Blätter, könnten aber mit vielerlei Reizen zu anderen Jahreszeiten punkten und auch Kindern mehr Erlebnisse bieten. Für die Tempo-30-Zonen sind Linden und Eichen, für die Spielstraßen Mehlbeeren, Hainbuchen, Blumen-Eschen, Eichen und Kirschen vorgesehen; unterpflanzt mit Rosen und Narzissen.

Drei Straßen abgebunden

Etwas Entscheidendes wird sich in der Weichsel-, der Pregel- und der Memelstraße tun: Sie werden von der Pommernstraße abgebunden und können so nicht mehr als Durchgangsstraße benutzt werden. Fußwege bleiben aber erhalten. Gerade sind die Arbeiten für die Küddowstraße ausgeschrieben worden; zu Pfingsten, so schätzt Katja Barbion, könnte die Umgestaltung beginnen. Eine Ungewissheit dabei sei die pünktliche Lieferung der Steine, was im Moment überall ein Problem darstelle. "Bevor es dann in den nächsten Straßen weitergeht, werden wir wieder die Anwohnerinnen und Anwohner einladen, um sie in die Detailplanung einzubeziehen", versprechen sie und Detje Zierenberg.

Identifikation und Stolz entwickeln

Das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" ist eine Initiative von Bund, Land und Kommunen, in diesem Fall der Stadt Cuxhaven.

Neben der Verschönerung der Straßen und Plätze geht es ganz wesentlich um die soziale Komponente: Menschen aus dem Stadtteile sollen zusammengebracht werden, um neuen Stolz auf ihr Quartier zu entwickeln und es lebenwerter zu machen.

Gelungenes Beispiel dafür ist in Cuxhaven das Sanierungsgebiet Lehfeld.

Wie dort ist auch in Süderwisch ein Sanierungsbeirat mit Anwohnerinnen und Anwohnern gegründet worden. Vorsitzende ist Ulla Bergen.

Quartiersmanager Jörg Flehnert ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger.

Das Sanierungsgebiet umfasst nicht den ganzen Stadtteil Süderwisch, sonden Bereich zwischen Oderstraße, Schneidemühlplatz und Pommernstraße samt Nebenstraßen.

Insgesamt stehen für Modernisierungen und die Verbesserung des Wohnumfeldes rund 10,5 Millionen Euro zur Verfügung. Auch Umgestaltung privaten Wohnraums kann gefördert werden.

Es wird regelmäßig zu Bürgerversammlungen eingeladen, so auch vor den Straßenumgestaltungen.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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