Die norwegische "Fanafjord" soll die Fährlinie zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel wiederbeleben. Foto: Wikipedia
Elbferry

Tempolimit für Elbfähre testweise aufgehoben

von Ulrich Rohde | 06.02.2019

CUXHAVEN. Die Elbferry hat grünes Licht erhalten, die Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel mit mehr als den erlaubten 15 Knoten Geschwindigkeit einzusetzen. Allerdings ist das zunächst nur eine vorläufige Erlaubnis. 

Die Elbferry GmbH darf den Fährbetrieb zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel vorläufig aufnehmen. Das ist das Ergebnis einer Übereinkunft zwischen dem Geschäftsführer der Fährgesellschaft, Heinrich Ahlers, und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. "Wir dürfen anfangen", sagte Ahlers gegenüber unserer Zeitung.

Eine generelle Ausnahmegenehmigung vom kürzlich erlassenen Tempolimit von 15 Knoten für Schiffe mit mehr als 90 Meter Länge auf der Elbe ist damit allerdings noch nicht erteilt. Aber: "Wir haben sowohl von der Bundesbehörde als auch vom Bundesverkehrsministerium Unterstützung für unser Anliegen zugesichert bekommen", so Ahlers.

Im Testbetrieb solle die von Elbferry für die Linie vorgesehene Fähre, die 130 Meter lang ist, zeigen, ob sie mit ihrem Schwall Uferschäden verursachen könnte oder nicht. Die norwegische LNG-Fähre "Fanafjord" hat einen Tiefgang von nur 4,60 Metern und ein Gewicht von etwa 4000 Tonnen. Aus Ahlers Sicht völlig unbedenklich. Zudem: "Bei der im Planfeststellungsbeschluss für die Elbvertiefung geregelten Geschwindigkeitsbeschränkungen sind Schiffe, die die Elbe nur queren wollen, gar nicht berücksichtigt worden. Man hat nur die durchfahrenden Schiffe im Blick gehabt."

Das Problem für die Elbferry GmbH ist derzeit jedoch: Die Fähre steht noch nicht zur Verfügung. Die Investoren haben ihre Zustimmung zum Kauf der "Fanafjord" noch nicht erteilt. "Wir warten noch auf das OK", so Ahlers. Allerdings werde das Schiff gegenwärtig nach wie vor auf einer Fährlinie in Südnorwegen eingesetzt. 

Ulrich Rohde

Stellv. Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

urohde@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Heimische Wirtschaft

Cuxhavener Hafen sieht sich für harten Brexit gerüstet

22.08.2019

KREIS CUXHAVEN. Niedersachsens Häfen sehen sich für einen möglichen harten Brexit Ende Oktober gut gerüstet.

Blaulicht

Polizei und Bundeswehr üben Terrorlage auf der Nordsee

22.08.2019

WILHELMSHAVEN/CUXHAVEN. Auf der Nordsee haben Hunderte Polizisten die Befreiung eines von Terroristen gekaperten Schiffes geprobt.

Schifffahrt

Ende für Containerriesen auf der Unterelbe?

von Ulrich Rohde | 22.08.2019

KREIS CUXHAVEN. Dem Hamburger Hafen geht im Wettlauf um immer größere Containerschiffe die Puste aus. Wirtschaftssenator Westhagemann fordert ein EU-weites Verbot für Schiffe, die größer als die jetzt fahrenden sind, europäische Häfen anzulaufen. Kritiker halten seinen Vorstoß nicht für erfolgversprechend.

Digitalisierung

Reeder und Lotsen fordern besseren Mobilfunk an der Küste

20.08.2019

KREIS CUXHAVEN. Die Mobilfunkversorgung an den deutschen Küsten muss nach Ansicht von Reedern und Lotsen deutlich besser werden, damit Häfen und Schifffahrt die Chancen der Digitalisierung nutzen können.