Die Trawler der Kutterfisch-Zentrale und andere Fischfangschiffe dieser Größenordnung verbrauchen in einer Woche so viel Treibstoff, dass die Hilfen des Landwirtschaftsministerium schon nach wenigen Tagen aufgebraucht wären. Foto: Sassen
Die Trawler der Kutterfisch-Zentrale und andere Fischfangschiffe dieser Größenordnung verbrauchen in einer Woche so viel Treibstoff, dass die Hilfen des Landwirtschaftsministerium schon nach wenigen Tagen aufgebraucht wären. Foto: Sassen
Tropfen auf den heißen Stein?

Treibstoffkosten belasten Fischereibetriebe in Cuxhaven: Fischer schnaufen - trotz Hilfsprogramms

von Tim Larschow | 16.08.2022

CUXHAVEN. Die Situation der Fischerei an der deutschen Nord- und Ostseeküste ist wegen der hohen Treibstoffkosten weiter angespannt. Für die deutschen Fischer werden jetzt zur Entlastung höhere Summen aus einem Hilfsprogramm des Bundes in Aussicht gestellt - doch reicht das, um einen Effekt zu erzielen?

Angesichts der andauernden Krise soll die maximal zulässige Hilfe pro Betrieb von 35.000 auf 75.000 Euro angehoben werden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Begründung: Gerade bei größeren Firmen mit Schiffen über 40 Metern Länge, reiche die bisherige Höchstgrenze nicht aus, um die gestiegenen Kosten abzufedern.

Mit der Erhöhung der Maximalsummen pro Unternehmen solle ein Beitrag dazu geleistet werden, die deutsche Fischereiwirtschaft in dieser schwierigen Situation aufrechtzuerhalten, heißt es aus Berlin.

Probleme in der Fischerei

Die jetzigen Maßnahmen lassen die Probleme in der Fischerei nicht einfach von heute auf morgen verschwinden. "Wir freuen uns über jede Unterstützung. Allerdings lassen sich die hohen Treibstoffkosten nur schwer kompensieren. Wir beantragen die Hilfen, doch sie sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein", berichtet Samuel Rodriguez Ortega, Geschäftsführer der Deutschen Fischfang Union (DFFU). Das bestätigt auch Horst Huthsfeld von Kutterfisch: "Diese Hilfen sind eher für die kleinen Fischereibetriebe von Bedeutung."

Kaum eine ganze Tankfüllung

Die Schiffe des Fischfang-, Fischverarbeitungs- und Fischvermarktungsunternehmen Kutterfisch würden pro Woche schon so viel Treibstoff verbrauchen, das die zur Verfügung gestellten Gelder nicht einmal für einen halben Monat reichen würden. "Ein Tropfen auf den heißen Stein", bestätigt auch Huthsfeld.

Mehr Hilfe ist zur Zeit aber nicht zu erwarten. Das Ministerium schöpfe damit den vollen Spielraum aus, der sich aus den geänderten europäischen Rahmenbedingungen ergibt. Das Gesamtvolumen bleibt bei zehn Millionen Euro. Konkret sind je nach Art der Kutter und größeren Fischereischiffe pauschale Beträge von 450 Euro bis 35.000 Euro vorgesehen. Hat ein Fischereibetrieb mehrere Schiffe, werden die Pauschalbeträge pro Fahrzeug demnach bis zur neuen Obergrenze von 75.000 Euro addiert.

Folgen des Ukrainekriegs

Das Hilfsprogramm für Fischereibetriebe, die besonders von Folgen des Ukrainekriegs betroffen sind, war am 11. Juli gestartet. Wenn Fischer schon Hilfen beantragt oder ausgezahlt bekommen haben, müssten sie nun keinen neuen Antrag mehr stellen, erläuterte das Ministerium.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung werde die neue Obergrenze in laufenden Antragsverfahren berücksichtigen und für bereits bearbeitete Anträge gegebenenfalls neue Bescheide schicken. (tf/dpa)

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Tim Larschow

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