Uwe Santjer ein "Leuchtturm in Niedersachsen"
CUXHAVEN. Als SPD-Mann bei einer Oberbürgermeisterwahl auf Anhieb die absolute Mehrheit zu holen, dafür erntet Uwe Santjer landesweit Respekt.
Ein Schrei beendete die Spannung um 22.30 Uhr. Im Norddeutschen Hof in Lüdingworth brach Jubel aus, nachdem das Ergebnis aus dem allerletzten Briefwahlbezirk der Stadt eine gefühlte Ewigkeit auf sich hatte warten lassen. "Uwe, Uwe"-Rufe und rhythmisches Klatschen schallten durch den Raum, nachdem feststand, dass Uwe Santjer (SPD) mit 50,97 Prozent die Oberbürgermeisterwahl gewonnen hatte.
Während die SPD bei der Europawahl im Stadtgebiet nicht über 25 Prozent kam, konnte er direkt und ohne die Notwendigkeit einer Stichwahl die absolute Mehrheit erringen. "Das ist überwältigend und ehrt mich sehr", sagt er am Tag danach.
Dass er mit seinem Abschneiden auch in der Landes-SPD als "einer der Leuchttürme in Niedersachsen" gesehen wird, haben ihm seine Genossen direkt zurückgemeldet - die Landtagsfraktion, die Ministerriege, Fraktionsvorsitzende Hanne Modder und - schon am Sonntagabend - Ministerpräsident Stephan Weil. "Sie freuen sich für Cuxhaven und für mich, bekunden aber auch, dass sie mich vermissen werden. Dort ist in den vergangenen Jahren auf persönlicher Ebene etwas gewachsen", berichtet Uwe Santjer.
Die Reihe der Nachrichten auf dem Handy lasse nicht nach. Aber auch auf dem Weg durch die Stadt am Montagmorgen hätten ihm die Leute permanent zugerufen, gratuliert, angehalten und sich für einen transparenten und persönlich geführten Wahlkampf bedankt. "Das zeigt mir, dass sie sich als Teil dieses Ergebnisses empfinden." Das Rathaus gehöre nicht der SPD, sondern den Bürgerinnen und Bürgern, die sich aber auch beteiligen müssten, kündigt Santjer an.
Wie schon in den Monaten vor der Wahl habe er sich auch am Wahlabend von einen Riesenteam - auch mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern von außerhalb der SPD - getragen gefühlt.
Im Norddeutschen Hof drängelten sich die Menschen bereits ab 18 Uhr. Manuel Kramer, Geschäftsführer des SPD-Büros, ging sparsam mit der Herausgabe des WLAN-Passworts vor, um bloß nicht plötzlich ohne Daten dazustehen in der Landschaft aus mehreren Bildschirmen, auf der permanent der aktuellste Stand der Auszählungen der Landrats- und der Oberbürgermeisterwahl auf großen Leinwänden zu sehen war. Auf den meisten Handys hieß es nämlich hier draußen in Lüdingworth "kein Netz".
Dem ersten Europawahl-Schock folgten immer wieder Momente des Jubels - als Uwe Santjer live im Magazin "Hallo Niedersachsen" sprach, als er mit Frau und Töchtern im Saal eintraf und als sich der deutliche Sieg des parteilosen, aber von der SPD unterstützten Amtsinhabers Kai-Uwe Bielefeld bei der Landratswahl abzeichnete.
Jugend als Mutmacher
Großen Applaus gab es auch für die Aktiven des Wahlkampfteams, vor allem die engagierte Juso-Truppe, die sich im Straßenwahlkampf ebenso wie in den sozialen Netzwerken engagiert hatte, was von den Anwesenden trotz der Europawahl-Pleite neben der hohen Wahlbeteiligung als großer Mutmacher gewertet wurde.
"Ihr habt so viele Sachen auch im Verborgenen gemacht. Ich glaube, dass gerade diese Dinge die entscheidenden sind", sagte Uwe Santjer zum gesamten Unterstützerfeld. "Dies ist am Ende Euer Erfolg und ich danke Euch und bin froh, dass ich einer von Euch sein kann."
Auch wenn er sich schon beim amtierenden Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch und der Ersten Stadträtin Andrea Pospich zu einem Gespräch angemeldet hat: Bis zum Dienstantritt am 1. November bleibt Uwe Santjer Landtagsabgeordneter; für ihn wird dann Petra Tiemann aus Stade in den Landtag nachrücken. Gestern Abend sollte in der SPD Cuxland abgesteckt werden, wie Oliver Lottke, SPD-Landtagsabgeordneter aus Loxstedt, ab November zusätzlich für die Belange der Stadt Cuxhaven in Hannover eintreten kann. "Bis dahin wünsche ich mir, dass wir die Projekte für die Stadt Cuxhaven weiter vorbereiten und begleiten", so Santjer, "wir wollen uns besinnen, runterfahren und ruhig weiterarbeiten."
Als drängende Projekte hatte er am Wahlabend zum Beispiel den Fortgang beim Alten Fischereihafen genannt, wo dem Investor Zusagen gemacht worden seien, oder auch - gemeinsam mit dem Kreis - den Durchbruch bei den mit Raumnot kämpfenden Schulen.
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