Versammlung der Dehoga in Cuxhaven: Wettstreit um Fachkräfte
CUXHAVEN. Qualifizierte Hotel- und Restaurantfachleute sind auch im Stadtgebiet mehr als gefragt. "Woher nehmen?", lautet eine zentrale Frage, die auf der diesjährigen Dehoga-Hauptversammlung angeschnitten wurde.
"Die Hotellandschaft entwickelt sich weiter", erklärte Kamp mit Blick auf neue Projekte, Erweiterungen und Neubauten, welche die Angebotslage in Cuxhaven verändern werden. Unter dem Strich könnte das nicht nur die Wettbewerbslage am Markt verschärfen, sondern auch die individuelle Personalakquise erschweren - zumal die Fachkräftezahlen in der Hotel- und Gaststättenbranche abnehmen. "In besten Zeiten", so der Dehoga-Stadtverbandsvorsitzende, "hatten wir vor Ort 300 Azubis." Inzwischen sei deren Zahl auf rund 200 - also um ein Drittel - geschrumpft.
Die sich aus dieser Entwicklung ergebenden Konsequenzen liegen für Kamp auf der Hand: Verbandsmitglieder müssen sich im Rennen um qualifizierte Bewerber mehr denn je nach der Decke strecken, sie müssen aktiv um den Nachwuchs werben, die eigenen Ausbilder-Qualitäten achten und den "immer komplizierteren Ausbildungsrahmenplan" einhalten. Verbandsmitglieder klagten am Montag unter anderem über sprachliche Hürden, die sich im schriftlichen Teil der Abschlussprüfungen für zugewanderte Hotelfachleute ergeben.
Akademie "würde helfen"
Aus Kamps Sicht tatsächlich ein Problem: "Wir brauchen nicht nur Akademiker, sondern auch die Hände aus dem Ausland", betonte Cuxhavens Dehoga-Stadtverbandsvorsitzender, der die Etablierung einer im Kontext mit dem Projekt "Alter Fischereihafen" diskutierten Tourismus-Akademie ausdrücklich begrüßt. Eine solche Einrichtung, deren Angebot "von der Aus- über die Weiterbildung bis hin zum Studium" reiche, "würde uns sicher helfen", sagte Kamp vor Vertretern aus 77 dem Cuxhavener Dehoga angeschlossenen Mitgliedsbetrieben.
Als Sprachrohr der Hotellerie vor Ort unterstützt der Verband die Forderung nach einer auf sieben Prozent reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen. Der Bundesverband verweist in diesem Zusammenhang auf andere EU-Staaten, wo Unterschiede in der Besteuerung der "im Stehen, im Gehen und im Restaurant" verzehrten Mahlzeiten längst nivelliert wurden. Als Gastrednerin auf dem im Cuxhavener Hotel "Deichgraf" anberaumten Hauptversammlung sprach Dehoga-Bezirksvorsitzende Nathalie Rübsteck diesbezüglich von einem "großen Thema" für die Branche und warb dafür, eine von den bayerischen Kollegen auf den Weg gebrachte Online-Petition (Titel: "Rettet unsere Gasthäuser") zu unterstützen.
Vorstand ist komplett
Rübstecks Verbandskollege glaubt an einen mittelfristigen Erfolg: "Selbst Gregor Gysi plädiert für die Forderung einer Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie", betonte Kamp, der nach einem Rückblick auf das von zwei Freisprechungen, diversen Prüfungsessen und einem Auftritt auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) gesäumten Branchenjahr 2019 den Tagesordnungspunkt Wahlen aufrief.
Turnusgemäß galt es, den Posten des stellvertretenden Stadtverbandsvorsitzenden zu besetzen; Carsten Weber (Best Western Hotel "Das Donners") wird dieses Amt nach einstimmigem Mitgliedervotum weiter bekleiden. Die Aufgaben des kürzlich verstorbenen Schatzmeisters Hans-Peter Brickwedel nimmt ab sofort Anne Janßen (Gästehaus Janßen) wahr, das Amt der Beisitzer übernehmen Verena Berger und Manfred Carstens. Das Programm rundeten am Montag zwei Vorträge ab: Carsten Rodenburg, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Osterholz, sprach über die Potenziale des "Dehoga-Umweltchecks", Peter Kohlen (stellvertretender Direktor des Strandhotels Duhnen) widmete sich dem Thema Digitalisierung.
Abschließend wurden mehrere Stadtverbandsmitglieder für ihre langjährige Treue belohnt. Eine Urkunde erhielten Hermann Beckmann (20 Jahre Mitglied), Christian Marinello und Jens Meyer (15 Jahre) und Ulli-Martin Gebhart und der Verkehrsverein Cuxhaven Central (jeweils 10 Jahre Dehoga-Mitglied).
Dehoga
Die Abkürzung für den "Deutschen Hotel- und Gaststättenverband" der bundesweit 222 000 Betriebe (mit 2,2 Mio. Beschäftigten) vertritt.
Der Dehoga ist in Landes-, Bezirks-, Kreis- bzw. Stadtverbände untergliedert. Erster Vorsitzender des Stadtverbandes ist der Hotelier Kristian Kamp.
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