Volksbanken aus dem Cuxland und Zeven fusionieren
KREIS CUXHAVEN. Die Volksbanken Bremerhaven-Cuxland und Zeven haben sich zur Fusion entschlossen. Durch die Verschmelzung beider Häuser, die zum 1. Januar 2023 wirksam werden soll, entsteht eines der größten Geldinstitute im Elbe-Weser-Raum.
Der Zusammenschluss geschehe nicht aus der Not heraus, sondern aus einer Position der Stärke, sagt Uwe Kordes, Vorstand der Volksbank Bremerhaven-Cuxland. "Beide Häuser sind kerngesund, ertrags- und leistungsstark." Vielmehr gehe es darum, neue Geschäftsfelder zu erschließen und weiter zu wachsen. Auf die Herausforderungen der Digitalisierung, schwacher Zinsen und des Wettbewerbs sei man eingestellt und könne ihnen mit Stabilität begegnen. Beide Volksbanken hätten bereits vor geraumer Zeit ihre Hausaufgaben gemacht, so Stephan Schulze-Aissen, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Bremerhaven-Cuxland. Dazu gehörte auch die Schließung mehrerer Filialen. "Die Fusion wird uns stärker machen, insbesondere, weil wir sie auf Augenhöhe machen."
Die Aufsichtsräte haben - nach einer Phase mit Sondierungsgesprächen - den Vorständen beider Volksbanken in getrennten Sitzungen einstimmig den Auftrag erteilt, offiziell Fusionsverhandlungen zu führen. Die Vertreterversammlungen werden dann im November in einer beschlussfassenden Versammlung über den Zusammenschluss abstimmen. Am Montag sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Banken über das Vorhaben informiert worden. Auch die Vertreter der genossenschaftlichen Banken seien schriftlich benachrichtigt worden. Weitere Informationen sollen im Juni in den ordentlichen Vertreterversammlungen folgen.
Andere mögliche Fusionspartner seien nicht in Betracht gezogen worden, sagt Frank Koschuth, Vorstand der Volksbank Bremerhaven-Cuxland. Schon zuvor habe es auf Vorstandsebene, aber auch auf anderen Ebenen regelmäßige Kontakte gegeben. "Unsere Unternehmenskulturen ähneln sich. Wir haben schon lange eng zusammengearbeitet, haben einen guten Umgang miteinander. Wir sind die richtigen Partner füreinander."
Keine Filiale schließen
Weder personell noch im Geschäftsstellennetz soll sich etwas ändern, versichern die Vorstände beider Volksbanken. "Ein Stellenabbau ist nicht vorgesehen", sagt Uwe Kordes. "Es wird auch keine Filiale geschlossen. Es geht vielmehr darum, unsere Leistungen zu verbessern." Das beträfe zum einen die Entwicklung von Projekten, die über das schwächelnde Zinsgeschäft hinausgingen, zum anderen den Ausbau von Online-wie persönlicher Beratung sowie die auch Förderung von Spezialisten für bestimmte Fachkompetenzen.
Die Bündelung der Kräfte solle die Bank "wetterfest" machen, so Kordes. Die Fusion verleihe ihr mehr Investitionsspielraum, verstärke die Kompetenz und Qualität. Wichtig sei in den Gesprächen bisher gewesen, dass es stets um Sachfragen und nicht um Köpfe gegangen sei.
Die neue Volksbank, die übrigens noch keinen Namen hat, will sich als großer, attraktiver Arbeitgeber im Markt positionieren, um Fachkräfte und Nachwuchs zu gewinnen. "Die wirtschaftliche Kraft der Bank ermöglicht langfristig sichere Arbeitsplätze und junge Menschen profitieren von einem starken Ausbilder", so Kordes. An der regionalen, dezentralen Struktur soll sich nichts ändern. Juristischer Sitz der neuen Bank soll Beverstedt werden. Ansonsten würden die bestehenden Standorte aber wie bisher personell besetzt werden - mit Beverstedt und Zeven als Zentralen.
Weil Kreditinstitute durch den Gesetzgeber vor immer neue Herausforderungen gestellt würden, "können wir diese regulatorischen Anforderungen gemeinsam besser bewältigen und durch Vermeidung von Doppelarbeiten auch Kosten senken", sagt Sascha Steffen, Vorstand der Zevener Volksbank. Das Geld solle besser dort investiert werden, wo Mitglieder und Kunden profitieren könnten, in Beratungszeit, moderne Kommunikations- und Vertriebswege sowie in die Unterstützung von Vereinen und Initiativen in der Region.
In den Fusionsprozess sollen die Mitarbeiter beider Häuser intensiv einbezogen werden. "Wir haben keinen Zeitdruck", sagen die Vorstände und wollen in dem Prozess "alle Beteiligten Schritt für Schritt mitnehmen." Bei den Mitarbeitern sei die Nachricht über die Fusion positiv aufgenommen worden.
Große Bank in der Region
Mit der Fusion der zwei Kreditinstitute würde eine der größten genossenschaftlichen Regionalbanken in der Region entstehen. Das gemeinsame Institut käme auf eine Bilanzsumme von mehr als 2 Milliarden Euro und hätte 18 Geschäftsstellen sowie 380 Mitarbeitende.
Volksbank Bremerhaven-Cuxland:
Bilanzsumme: 1,4 Milliarden Euro
Geschäftsstellen: 13 (Beverstedt, Hagen, Loxstedt, Bremerhaven (4), Bad Bederkesa, Dorum, Langen, Nordholz, Schiffdorf, Wehdel)
Geldautomaten: 34
Privatkunden: 55 000
Firmenkunden: 5700
Mitarbeiter: 266
Mitglieder: 16 315
Hauptsitz: Beverstedt
Vorstände: Uwe Kordes, Frank Koschuth
Volksbank Zeven:
Bilanzsumme: 684 Millionen Euro
Geschäftsstellen: 5
Geldautomaten: 7
Privatkunden: 26 000
Firmenkunden: 2900
Mitarbeiter: 116
Mitglieder: 10 823
Hauptsitz: Zeven
Vorstände: Jochen Johannsen, Sascha Steffen