Von Island nach Cuxhaven: 26-Jährige findet ein neues Zuhause
CUXHAVEN. Vor vier Jahren ging es für Kristín Valsdóttir von Island nach Deutschland. Heimweh verspürt sie schon manchmal, doch ihr Herz schlägt auch für Cuxhaven.
Was für Kristín Valsdóttir ganz wichtig war, als sie vor vier Jahren mit ihrem Mann nach Cuxhaven kam: die Menschen und neue Kultur kennenzulernen. Das hat die 26-Jährige Isländerin geschafft und strahlt übers ganz Gesicht, wenn sie sagt: "Wir haben jetzt auch hier eine kleine Familie. Unsere Freunde."
Es war ein Jobangebot, das Kristín Valsdóttir und ihren Mann 2016 von Island nach Cuxhaven brachte. Aufgewachsen ist die 26-Jährige im 1400-Seelen-Ort Dalvík im Norden Islands. Gerade erst war sie für drei Wochen dort, um ihre Familie zu besuchen.
Wiedersehen nach einem Jahr
"Wir haben uns ein Jahr nicht gesehen", bedauert sie. Corona hatte ihre Pläne durcheinandergewirbelt. Umso schöner war es nun, ihre Liebsten wiederzusehen und gemeinsam Zeit zu verbringen.
Den Kontakt zu ihren Eltern und Geschwistern hält Kristín Valsdóttir so oder so immer hoch. "Wir skypen mehrmals die Woche und wissen immer, was beim anderen los ist." Auf den neuesten Stand müssten sie sich deswegen nie bringen, wenn sie sich wiedersehen. Alle sind ganz nah beieinander, trotz räumlicher Distanz.
Freundlichkeit kommt zurück
Durch ihre offene und kommunikative Art hat sich die 26-Jährige schnell in Cuxhaven eingelebt. "Egal, wo man ist, es ist wichtig, sich nicht einsam zu fühlen", findet sie. Die Menschen in Cuxhaven hätten es ihr leicht gemacht, sich schnell Zuhause zu fühlen, sagt sie. "Alle sind hier so freundlich", sei einer der ersten Gedanken gewesen, als sie nach Cuxhaven kam, erinnert sie sich.
Während es in der Natur der Isländer liege, einen gut durchgetakteten Alltag zu haben, empfindet Kristín Valsdóttir das Leben in Cuxhaven als entschleunigend. "Die Menschen nehmen sich hier irgendwie mehr Zeit für sich und füreinander. "Hier lässt jeder den anderen sein wie er ist, das finde ich schön."
Gelassenheit erst gelernt
Trotz des gerade abgeschlossenen Fernstudiums im Bereich Business Administration, Management und Marketing sowie vielen kreativen Ideen, wie es nun beruflich weitergehen soll, ist es der jungen Frau wichtig, sich regelmäßig kleine Auszeiten zu gönnen. Ob beim Joggen durch die Grimmershörnbucht oder mit einem Tee und guten Buch auf dem Sofa. Diese Gelassenheit habe sie hier gelernt.
"Wir sind hier sehr viel reicher geworden", sagt sie außerdem. "Reicher an Freundschaft und kultureller Erfahrung. Wir sind hier Zuhause."
Irgendwann Rückkehr nach Island?
Dass sie und ihr Mann irgendwann wieder nach Island zurückkehren werden, will sie nicht ausschließen. "Aber wir sind glücklich hier, wieso dann was ändern?"
Was ihr neben ihrer Familie jedoch in Cuxhaven fehlt, seien die Berge - und die Schwimmbäder unter freiem Himmel. "Das ist etwas besonders auf Island. Wenn es schneit und man sitzt im warmen Wasser, ist das einfach herrlich."
Dass sie in Cuxhaven das Meer vor der Haustür hat, wiege das aber auf. Und vielleicht ist auch gerade das Meer ein Grund dafür, weshalb sie sagt: "Ich fühle mich in Cuxhaven frei."