Neubauprojekt in Cuxhaven: Spatenstich für über 50 Senioren-Wohnungen
CUXHAVEN. An der Wernerstraße in Cuxhaven entstehen 51 Wohnungen, die teils auf Senioren, teils auf die Belange von Singles zugeschnitten sind. Günstig sind die Eigentumswohnungen nicht, Interessenten gibt es offenbar trotzdem einige.
Mit dem obligatorischen Spatenstich ist am Mittwoch der offizielle Startschuss zur Realisierung des Wohnprojekts "Störtebekerbogen" gefallen: Auf einer Brache an der Wernerstraße 10 bis 10a entstehen in zwei Bauteilen insgesamt 51 neue Wohnungen. 30 davon werden barrierefrei ausgestattet und sind als Domizil für weitgehend selbstständig lebende Senioren gedacht.
Wohnungen für Singles
Ein sich anschließender Gebäudeteil zielt auf ein jüngeres Publikum ab: Dort schafft die SeniorenConcept Bau GmbH Wohnraum für Singles. Corona hat den Baufortschritt ein wenig ausgebremst. Geschäftsführer Lutz Mosel hob am Mittwoch, dennoch hervor, dass das Vorhaben - nachdem die Spundwände, die das Baufeld begrenzen, gesetzt worden sind - ein erhebliches Stück vorangekommen sei. Nach Angaben der Bauherren geht es in einem nächsten Schritt an die Tiefgründung: Beinahe 140 Pfähle, die jeweils 20 Meter tief im Erdreich stecken werden, sollen dem späteren Störtebekerbogen Halt geben.
Marktlage analysiert
Der Beginn der Rohbauarbeiten könnte noch im Spätsommer erfolgen, mit einer Fertigstellung der Wohnanlage ist Anfang 2023 zu rechnen. Bis dahin dürften sämtliche Wohnungen verkauft sein: Vertriebsleiter Benjamin Renken und die SeniorenConcept-Geschäftsführerin Johanna Kaller berichteten, dass schon heute, etwa die Hälfte aller Einheiten verbindlich reserviert worden seien. Günstig sind die Wohnungen nicht unbedingt. Die Angebote auf der Webseite von SeniorenConcept beginnen bei rund 228 000 Euro für eine 58 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung "mit Service". Wer drei Zimmer "mit Service" kaufen möchte, muss je nach Größe bis zu 340 000 Euro auf den Tisch legen.
Wohnungen als Wertanlage
Die Käufer in spe sollen keineswegs nur aus der Region stammen; die von ihnen ausgeguckte Immobilie betrachten die meisten erst einmal als Wertanlage: Das soll bei den am unteren Ende des Bogens entstehenden Single-Wohnungen nicht viel anders sein als bei Wohnungen, die in den Bereich des betreuten Wohnens (Hauptbetätigungsfeld der Oldenburger Baugesellschaft) fallen.
Lage zentral
Was die Marktlage in Cuxhaven angeht: Die habe man zuvor genau analysiert, verriet Kaller am Mittwoch - und sprach von einem Bedarf an innovativen Wohnformen. "Ideal" ist aus ihrer Sicht die die Lage der im Bau begriffenen Immobilie: Stadtzentrum und Versorgungseinrichtungen liegen um die Ecke und sind somit selbst für Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, zu erreichen. Dass ein Mitbewerber direkt gegenüber seine eigene Vision vom "Wohnen im Alter" realisiert, ist dem Störtebekerbogen-Projekt nach Meinung der Geschäftsführung nicht abträglich. Im Gegenteil: Weil der Schwerpunkt vis-a-vis in einem anderen Bereich, nämlich dem der stationären Pflege, liegt, erkennen die Oldenburger sogar den ein oder anderen Synergieeffekt.
Gemeinschaft ist ein "Kann"Mit ihrem eigenen Vorhaben fokussieren sie sich sie auf eine Zielgruppe, die Wert darauf legt, bis ins hohe Alter hinein in den eigenen vier Wänden leben zu können sowie Privatsphäre zu genießen, ohne auf Hilfestellungen oder auf Gesellschaft verzichten zu müssen. Unterstützung sollen künftigen Bewohner durch eine Betreuungskraft des als Kooperationspartner gewonnenen DRK Cuxhaven/Hadeln erhalten. Nach Lust und Laune kann eine Hausgemeinschaft auch den ebenfalls eingeplanten Gemeinschaftsraum nutzen - ein optionales Angebot, das nach Kallers Erfahrung gut ankommt: Bei früheren von der SeniorenConcept umgesetzten Projekten hat sich nach ihren Worten ein echtes Miteinander unter Bewohnern herauskristallisiert.
Gegen die Vereinsamung
"Das geht so weit, dass einige zusammen in Urlaub fahren." Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, der genau wie Vertreter der beiden Sparkassen in der Region, einen Spaten in den Sand der Baugrube stieß, betonte, dass die Bauherren eine lokale Marktlücke füllen. "Das Schlimmste ist, im Alter zu vereinsamen", betonte der OB. Weil das Projekt der SeniorenConcept GmbH Gegenstrategien aufzeigt, ist es aus städtischer Sicht "zukunftsweisend" und außerordentlich zu begrüßen.