2017 war es vorbei mit dem Fährbetrieb durch die Vorgängerfähren. Seiter wünschen sich viele auf beiden Elbe-Seiten eine Neuaufnahme der Verbindung. Foto: Reese-Winne
2017 war es vorbei mit dem Fährbetrieb durch die Vorgängerfähren. Seiter wünschen sich viele auf beiden Elbe-Seiten eine Neuaufnahme der Verbindung. Foto: Reese-Winne
Karten neu gemischt

Weiterer Vorstoß für Elbefähre Cuxhaven-Brunsbüttel

von Maren Reese-Winne | 07.11.2020

CUXHAVEN/BRUNSBÜTTEL. Neue Eigentümer sollen die Bemühungen um die Wiederaufnahme des Fährverkehrs vorantreiben. Das Schiff soll schon bereitliegen, als gewünschter Starttermin wird das Frühjahr 2021 angegeben. Konkret ist aber noch nichts. 

In einer Pressemitteilung hat sich am Freitagabend die neu gegründete Elbferry Verwaltungs GmbH zu Wort gemeldet. Sie verfolgt offensichtlich das bereits von der Vorgängergesellschaft Elbferry GmbH angestrebte Konzept, mit einer moderneren und schnelleren Fähre - im Gespräch war bisher eine Doppelendfähre aus Norwegen ("Fanafjord") -  den Fährverkehr zu betreiben. Laut einem Bericht in der "Brunsbütteler Zeitung" soll das Schiff oder überhaupt ein Schiff bislang noch nicht gekauft worden sein.

Brandt und Strahlmann mit im Boot

Wörtlich heißt es in der Mitteilung: "Die Anteile der Elbferry GmbH, Cuxhaven, wurden an neue Eigentümer verkauft. Die Gesellschafter der Reederei Strahlmann und der MTB new energy haben die Anteile übernommen. Das Unternehmen wurde in Elbferry Verwaltung- GmbH umbenannt und ist die Komplementärgesellschaft und alleiniger Geschäftsführer der Elbferry GmbH und Co. KG in Brunsbüttel."

"Die richtigen Partner"

Neben Heinrich Ahlers verstärkten die beiden Geschäftsführenden Gesellschafter Tim Brandt und Christian Strahlmann (beide Marne) die Geschäftsführung. Ahlers (ehemaliger Cuxport-Geschäftsführer, d. Red.) verfüge über einen großen Erfahrungsschatz in der Hafen- und Logistikwirtschaft sowie Erfahrungen im Fährverkehr, heißt es. Mit Christian Strahlmann, Geschäftsführer der alteingesessenen Brunsbütteler Reederei Erwin Strahlmann GmbH & Co. KG sowie Tim Brandt, Geschäftsführer der MTB new energy GmbH, einem "modernen Unternehmen für innovative Erneuerbare-Energie- Technologien", habe er "die richtigen Partner an Bord".

Umweltfreundlicher unterwegs

Ziel der neuen Konstruktion sei es, mit neuem umweltfreundlicherem Konzept die Linie Brunsbüttel/Cuxhaven neu zu beleben. Hierzu würden zur Zeit Verhandlungen mit Schiffseignern, Behörden und Terminalbesitzern geführt, um einen Start im nächsten Frühjahr zu ermöglichen.

Feiern scheint verfrüht

In den sozialen Medien wurde im Internet schon am Freitag ein möglicher Fährstart im Frühjahr 2021 vorsichtig gefeiert - vielleicht auch, weil dabei der Wunsch Vater des Gedankens sei, so eine Insider-Einschätzung. In dem Facebook-Beitrag ist davon die Rede, dass der Chartervertrag schon am 1. Februar beginne.

"Gute Gespräche", aber noch nichts Konkretes

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer ist über aktuelle Bemühungen der künftigen Betreiber informiert und spricht von "guten Gesprächen". Ein konkreter Starttermin stehe aber keineswegs schon fest.

Die angepeilte Verbindung wird schon seit über einem Jahr diskutiert und ist alle paar Wochen Thema in unserer Zeitung. Die "Fanafjord", ein 2007 erbautes RoRo-Schiff von fast 130 Metern Länge und fast 20 Metern Breite, liegt derzeit stillgelegt in dem norwegischen Hafen Haugesund (Quelle: marinetraffic.com).

Wohl gestimmt trotz Corona

"Unser Hauptproblem ist zurzeit, so Heinrich Ahlers in der Pressemitteilung von Freitag, "die Corona-Pandemie, welche es uns deutlich erschwert, voran zu kommen." Christian Strahlmann ist sich gemäß der schriftlichen Stellungnahme dennoch sicher, dass "das Management eines Schiffes bei Strahlmann in mehr als guten Händen liege". Er verspreche sich von dem Einstieg der Reedereigruppe in das moderne Fährgeschäft die Erschließung eines neuen Geschäftsfeldes.

Tim Brandt äußert sich in dem Schreiben "überzeugt davon, dass man mit neuen Antriebskonzepten in der Zukunft und dem Start einer umweltfreundlichen Fähre genau richtig liegt, um Mobilität CO² - frei für Personen und Fahrzeuge zu ermöglichen."

Beim Amtsgericht Tostedt ist die Veränderung - Neufassung des Gesellschaftsvertrags sowie die Änderung bezüglich des Firmennamens, des Sitzes und des Geschäftsjahrs - am 14. Oktober 2020 eingetragen worden. Ulrich Kalthoff (Cuxhaven), neben Heinrich Ahlers einer der beiden Gesellschafter der Vorgängergesellschaft Elbferry GmbH, ist nicht mehr Geschäftsführer.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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