Sarah Schott und ihr Freund Pascal L'Hermitte kämpfen gemeinsam für das Thema Organspende und haben zu diesem Zweck auch in Cuxhaven gespendete Plüschtiere in Krankenhäusern verschenkt. Foto: Domke-Feiner
Sarah Schott und ihr Freund Pascal L'Hermitte kämpfen gemeinsam für das Thema Organspende und haben zu diesem Zweck auch in Cuxhaven gespendete Plüschtiere in Krankenhäusern verschenkt. Foto: Domke-Feiner
Spendenaktion

Wie eine vom Schicksal gebeutelte Frau in Cuxhaven für Organspenden wirbt

10.10.2021

CUXHAVEN. Sarah Schott ist erst 25 Jahre alt, dem Tod aber schon zweimal von der Schippe gesprungen. Ihr eigenes Schicksal hat sie dazu bewogen, mit einer Spendenaktion auf das Thema Organspenden aufmerksam zu machen.

Es gibt Menschen, die eine besondere Stärke ausstrahlen. Zu diesen Menschen gehört Sarah Schott. Die 25-jährige Koblenzerin, die vor wenigen Tagen für einen guten Zweck in Cuxhaven zu Besuch war, hat schon einige Kämpfe in ihrem Leben bestehen müssen: Sie wurde mit der vererbten Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose geboren. Ihre Schwester verstarb an dieser schweren Erkrankung, die die Lunge zerstört.

Lebensrettende Lungentransplantation

Sarah Schott selbst erhielt vor gut drei Jahren eine lebensrettende Lungentransplantation. Die Folge der dazugehörenden Medikation - die zwingend notwendige Einnahme von 250 Tabletten pro Woche - war ein Jahr später eine Krebserkrankung. Diese hat die Studentin vorerst überstanden.

Werbung für Organspenden

Anstatt sich nach all den Strapazen zu erholen, setzt sich die junge Frau für die Aufklärung zum Thema Organspende ein. "Ohne Organspende würde ich nicht mehr leben", sagt Schott. "Es gibt viele Patienten, die die Wartezeit nicht überleben." Deshalb geht die 25-Jährige mit diesem Thema an die Öffentlichkeit.

Instagram-Influencerin

In den Medien wurde schon mehrfach über ihr Schicksal berichtet. Bei Instagram hat sie rund 50 000 Follower (Abonnenten) auf ihrer Seite @pinguinkuh. Diese Reichweite nutzt sie, um für ihre Herzensangelegenheit zu werben. "Ich fände es gut, wenn es eine Entscheidungspflicht geben würde", erklärt Schott. "Sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden, das muss doch möglich sein."

Spendenaktion mit Plüschtieren

Die angehende Grundschullehrerin hat sich nun eine weitere Aktion überlegt, um das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen: Sie sammelt Spenden über den symbolischen Verkauf von kleinen Plüschtieren. 15,10 Euro kostet einer dieser flauschigen Seelentröster, die anschließend nicht an den Käufer übergehen, sondern an Kinderkrankenhäuser gespendet werden.

Freund unterstützt Aktion 

Nun waren 16 Kartons mit jeweils 151 Kuscheltieren zusammengekommen, die Schott gemeinsam mit ihrem Freund Pascal L'Hermitte in 16 norddeutsche Krankenhäuser gebracht hat. In diesem Zuge hatte sie kürzlich auch in Cuxhaven Halt gemacht.

Überfahrt mit Elbferry

Mit der Elbferry setzte sie mit ihrem Bulli über nach Brunsbüttel. Die Betreiber der Elbfähre sponserten einen Satz Kuscheltiere plus Überfahrt und machten mit einem Banner sowie Info-Materialien auf das Thema Organspende aufmerksam. Wer die Aktion ebenfalls unterstützen will, findet im Internet weitere Infos auf Schotts Webseite.

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