Wurster Nordseeküste: Ja zum 140-Zimmer-Hotel
WURSTER NORDSEEKÜSTE. In Dorum-Neufeld könnte das größte Hotelprojekt der deutschen Nordseeküste Realität werden. So formulierte es Marcus Itjen (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Wurster Nordseeküste, jüngst im Gemeinderat. Allerdings gibt es noch keinen Investor für das 140-Zimmer-Hotel, das vom Planungsbüro WP-consult entwickelt wurde.
Das Objekt soll auf einem gemeindeeigenen Grundstück entstehen. Der Planbereich wird im Nordwesten von der Straße Am Seedeich, im Nordosten von der Lührentrift und im Südosten vom Storchenweg begrenzt. Der Rat der Gemeinde Wurster Nordseeküste hat sich jetzt einhellig für einen Bebauungsplan für das Gebiet ausgesprochen und damit ein starkes Signal für potenzielle Investoren ausgesendet. Seit eindreiviertel Jahren arbeite die Gemeinde mit dem Planungsbüro WP-consult an dem Hotelprojekt, berichtete Itjen. Eine Gästebefragung habe ergeben, dass es in Dorum-Neufeld, dem Hauptort für Tourismus in der Gemeinde, zwar ein umfangreiches Angebot an Ferienwohnungen, aber keinen Ganzjahreshotelbetrieb mit Wellnesseinrichtungen, Sauna und Tagungsräumen gebe. Aus diesem Grund stelle ein solches Angebot auch "für niemanden in der Gemeinde eine Konkurrenz" dar, sagte der Bürgermeister: "Wir füllen damit lediglich eine Lücke." Er sei überzeugt davon, dass "man dadurch gegenseitig profitiert und sich nicht etwa etwas wegnimmt".
Direkt hinterm Deich
Hanna Bohne (CDU) sieht es genauso. "Ein solches Hotel ist genau das, was wir uns seit Jahren wünschen." Am Entwurf werde deutlich, dass es sich "sehr schön in die Landschaft einfügt", sagte die Ortsbürgermeisterin von Dorum und Dorum-Neufeld. Nicht ganz so euphorisch äußerte sich Susanne Störmer-Pradel: "Ich finde dieses Hotel direkt hinter dem Deich nicht schön." Andererseits könne man diese Chance nicht vergeben, sagte die Sozialdemokratin: "Wir leben vom Tourismus. Davon hängen viele Arbeitsplätze ab." Nach Ansicht von Henry Kowalewski (SPD) könne die Gemeinde mit einem derartigen Projekt "einen Qualitätssprung machen". Sicher ist, dass die Gemeinde nicht ins Vorhaben investiert. Über die geschätzten Baukosten ist zwar noch nichts bekannt, laut Itjen werden diese aber über dem Jahresetat der Gemeinde Wurster Nordseeküste liegen, und der liegt bei 30 Millionen Euro. Itjen sagte auch, dass das Hotel "kein Luftschloss" sei. "Das Vorhaben ist valide durchgerechnet." Er gehe davon aus, dass sich innerhalb des nächsten halben Jahres entscheiden werde, ob das Vorhaben realisiert wird.
Von Heike Leuschner