Im Leben von Gordon (l.) und Morten Nickel dreht sich vieles um den Segelsport. Während Morten die Segelwerkstatt der Eltern in Stade übernommen hat, segelt Gordon mit Erfolg auf großen Regatten. Foto: Nickel
Im Leben von Gordon (l.) und Morten Nickel dreht sich vieles um den Segelsport. Während Morten die Segelwerkstatt der Eltern in Stade übernommen hat, segelt Gordon mit Erfolg auf großen Regatten. Foto: Nickel
Segelsport

Auf dem Wasser fühlt er sich wohl: Cuxhavener bei der WM schnell unterwegs

von Jan Unruh | 25.08.2025

Der Cuxhavener Gordon Nickel lebt für das Segeln. Vom Opa inspiriert, holte er jetzt Silber bei der WM in Tallinn. Trotz kurzer Vorbereitung bewies seine Crew enormes Können. Jetzt streben sie nach Gold bei der Europameisterschaft im nächsten Jahr.

Auf dem Wasser fühlt sich Gordon Nickel wohl. Der 30-Jährige segelt seit er klein ist. Die Leidenschaft wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Sein Opa segelte schon, seine Eltern auch. Sie betrieben zudem jahrelang eine Segelwerkstatt, die mittlerweile der ältere Bruder Morten übernommen hat. Das Segeln spielt eine große Rolle im Hause Nickel. Wenn es die Zeit zulässt, steigt Gordon ins Segelboot - mit Erfolg. Auch in diesem Jahr nahm er an den Weltmeisterschaften in Estland teil. Mit dem Boot "Dixi 5" des dänischen Eigners Erik Stannow sicherte sich die insgesamt elfköpfige Crew die Silbermedaille. "Es lief gut für uns. Silber war das Maximum", sagt Nickel. Er war sozusagen der Projektleiter bzw. Teamleader an Bord. Nickel bezeichnete sich selbst als den Taktiker auf dem Boot. "Ich entscheide, wo wir hinfahren", sagt er. Doch auch für den erfahrenen Segler Gordon Nickel war es eine besondere Fahrt und auch große Herausforderung.

Erst wenige Wochen vor WM-Beginn sind sie auf ein neues Boot umgestiegen - eines vom Typ XR41. Die Einsegelzeit war dementsprechend kurz. Das dänische Konkurrenzboot, das am Ende den Gesamtsieg herausfuhr, hatte schon viel mehr Erfahrung mit dem neuen Hightech-Boot. Konnte kleinste Details austesten und einstellen. Sie hatten sieben Monate Vorsprung und sind laut Nickel in einer anderen Liga gesegelt. Vor allem für die Geschwindigkeit auf dem Wasser sind die kleinsten Einstellungen des Bootes enorm wichtig. "Es ist wie ein anderer Gang beim Auto", erklärt Nickel. Doch der Cuxhavener hat mit seinen Mitstreitern bewiesen, dass sie mehr als nur mithalten können.

Die elfköpfige Crew der "Dixi 5" mit dem Cuxhavener Gordon Nickel sicherte sich bei der Weltmeisterschaft in Estland die Silbermedaille. Das Maximum aus Sicht von Nickel. Foto: Kalev Yacht Club/ Janis Spurdzins

In den kurzen Rennen am Ende der Woche haben sie die dänische Konkurrenz auch in zwei Rennen schlagen können. "Da haben wir gemerkt, dass wir nach vorne angreifen können", sagt Nickel. Die Tendenz sei mehr als positiv - trotz der kurzen Gewöhnungszeit mit dem Boot. Schon vor der WM holten Nickel und Co. Bronze bei der Kieler Woche. In zwei Wochen wollen sie bei den dänischen Meisterschaften um den Sieg mitfahren. Danach ist erstmal Schluss mit dem Segeln. Die Saison ist dann beendet. Für Gordon Nickel geht es aber sofort wieder aufs Wasser. Er ist seit einiger Zeit Offizier auf einem Kreuzfahrtschiff. Im Winter schippert er mit dem schwimmenden Hotel über die Weltmeere und im Sommer eben mit den sportlichen Segelbooten. Für den in Stade lebenden Gordon Nickel ist es eine perfekte Ergänzung. Und wenn dann mal ein wenig Zeit an Land ist, jagt er noch beim TSV Wiepenkathen dem runden Leder nach. "Es macht einfach Spaß und ich treffe dort viele langjährige Freunde", sagt er. Auch wenn er die körperlichen Strapazen mehr und mehr spürt - nach dem Fußball und auch nach dem Segeln.

Bei der WM in Tallinn zum Beispiel dauert das erste Langstreckenrennen über knapp 200 Seemeilen rund 26,5 Stunden. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt für den 30-Jährigen nicht. "Ich habe vielleicht eineinhalb Stunden geschlafen", sagt Nickel. Doch das bringe das Hobby mit sich. Nickel kennt es nicht anders. Im nächsten Jahr geht es mit ehrgeizigen Zielen weiter. Bei der Europameisterschaft in Litauen wollen sie unbedingt um die Goldmedaille mitfahren. Und auch in Cuxhaven wird Nickel nächstes Jahr aktiv segeln. Die Rennen der Nordseewoche der Seglervereinigung Cuxhaven sind fest eingeplant im Terminkalender. Bis dahin bleibt viel Zeit für die nötigen Feinabstimmungen des neuen Bootes. Nickel vergleicht es mit der Formel eins. Auch dort werden die Fahrzeuge bis ins kleinste Detail stetig weiterentwickelt. Beim Segelsport geht es vor allem um die Hydrodynamik. Es geht darum, noch schneller zu werden, damit im nächsten Jahr Gordon Nickel und seine Crew in ihrer eigenen Liga vorneweg segeln. 

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Jan Unruh

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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