"Spielbetrieb massiv gefährdet": Cuxhaven sucht Lösungen im Kampf gegen die Maulwürfe
Maulwürfe legen Cuxhavens Sportplätze lahm: Naturschutz trifft auf Spielbetrieb, Gärtner kämpfen gegen ein Rekord-Ausmaß - und die Politik ringt um Lösungen, bevor die Lage endgültig außer Kontrolle gerät.
Maulwürfe sorgen weiter für Diskussionen in der Stadt Cuxhaven. Schon Ende des vergangenen Jahres waren die kleinen, possierlichen Grabungsexperten in den Fokus geraten, da sie zahlreiche Sportplätze in der Stadt regelrecht befallen haben. Die Konsequenz: Einige Rasenflächen sind aktuell für den Spielbetrieb gesperrt. Denn der Maulwurf steht unter Naturschutz. Die Problematik ist nicht neu für die Stadtgärtner, doch das Ausmaß in diesem Jahr ist doch extrem. "Seit 40 Jahren mache ich das jetzt. Einen so starken Befall habe ich noch nie gesehen", sagt Martin Wiebusch, Abteilungsleiter Grünflächen und Friedhöfe der Stadt. Nach dem langen und harten Winter sind er und seine Mitarbeiter verstärkt auf den Sportplätzen im Einsatz, um die Bespielbarkeit zu gewährleisten. Einige Rasenflächen sind gar nicht befallen, andere wiederum umso mehr. Am schlimmsten hat es die beiden Plätze in Altenbruch getroffen. Nach Aussage von Wiebusch sind 85 Prozent der Flächen befallen. Ein regulärer Spielbetrieb ist aktuell nicht möglich. Die Mannschaften des TSV Altenbruch müssen auf den Kunstrasenplatz in Groden ausweichen. Auch die Plätze in Lüdingworth, Oxstedt, Groden und Brockeswalde sind von Maulwurfshaufen übersät. Für die Gärtner der Stadt Cuxhaven bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand. Sie richten die Flächen verstärkt her, waren schon frühzeitig mit entsprechenden Gerätschaften auf dem Rasen, um unter anderem die Maulwurfshügel plattzumachen und die unterirdischen Gänge zu schließen. Doch damit ist das Grundproblem nicht gelöst.
Die Maulwürfe fühlen sich sichtlich wohl auf den Sportplätzen - und dürfen bis Mai gar nicht bejagt werden. Das erläuterte Dr. Christian Wolf von der städtischen Naturschutzbehörde auf der jüngsten Sitzung des Sportausschusses. Erst ab Juni wäre der Lebendfang der Maulwürfe möglich. "Wenn der Spielbetrieb gar nicht mehr möglich ist, dann könnte es eine Ausnahmegenehmigung geben", sagte Wolf. Auf die Frage von Ausschussmitglied Andreas Wichmann, ob der Punktspielbetrieb massiv gefährdet sei, antwortete Wiebusch deutlich: "Der Punktspielbetrieb wird nicht gefährdet sein - weil wir die Plätze herrichten." Der Ausschussvorsitzende Thomas Brunken war merklich unzufrieden mit den Ausführungen zu diesem Thema. "Für mich ist der Spielbetrieb massiv gefährdet", sagte er. "Wir müssen bereit sein für Ausnahmegenehmigungen", ergänzte Brunken. Mit dieser Meinung war er nicht allein. Auch Wichmann kritisiert die lange Zeit, in der wenig passiert ist. "Wir haben Zeit verstreichen lassen. Ich hätte mir Ergebnisse gewünscht", sagte er mit Blick auf die Diskussionen vor gut vier Monaten zu diesem Thema auf der letzten Sportausschusssitzung 2025. Untätig war die Verwaltung aber nicht. Es wurde ein Ampelsystem für die Sportplätze der Stadt erstellt. Im Detail vorgestellt wurde es auf der Sitzung aber nicht. "Mir ist das alles nicht weit genug gesprungen", sagte Brunken. Er hat große Sorgen, dass die Sportplätze in den nächsten Wochen noch mehr untergraben werden - und damit auch die Verletzungsgefahr der Sportlerinnen und Sportler massiv steigt. "Es muss eine Lösung her", sagte Martin Wiebusch. Sein Ziel ist es, die Spiele aufrechtzuerhalten. Noch ist das mit viel Aufwand möglich. In den kommenden Jahren sollen dann alle Sportplätze mit einem sogenannten Vertikalnetz ausgestattet werden, damit der Maulwurf sich nicht auf den Spielflächen breitmacht. Bis alle Plätze damit versehen sind, wird es aber noch eine Weile dauern.
Zwischen Naturschutz und Spielbetrieb bleibt die Lage angespannt. Klar ist: Der Aufwand steigt, die Geduld sinkt - und eine schnelle, tragfähige Lösung wird dringender denn je, damit der Sport in Cuxhaven nicht weiter ins Stocken gerät.