Durch Teamwork halten die Fischtown Pinguins mit den großen Klubs mit
Wer über ein sportliches Aushängeschild der Region spricht, kommt an einer Mannschaft einfach nicht vorbei. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven mischen die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) so richtig auf.
Und das ist keine Eintagsfliege, kein Zufallsprodukt. Sondern über Jahrzehnte harte Arbeit wurde belohnt. Mit konstanten Leistungen in der Profi-Liga.
Vor 32 Jahren, im Jahr 1994, kam Alfred Prey zum damaligen REV Bremerhaven, der in der Oberliga aktiv war (3. Liga). "Ich fand damals familiäre Verhältnisse in Bremerhaven vor. Wir hatten einen ganz normalen Vorstand wie in jedem Verein, waren zehn bis zwölf Leute, die sich engagiert haben. Als wir es dann geschafft haben, in die 2. Bundesliga aufzusteigen, mussten wir die Vereinsform in eine GmbH ändern. Das war vorgeschrieben, um die Stammvereine zu schützen. Denn nun waren wir im Profibereich angekommen", erinnert sich Alfred Prey. Nun kam es nur noch im Wesentlichen auf drei Leute an. Den Geschäftsführer, den sportlichen Leiter und denjenigen, der für den Ticketverkauf zuständig war. "In Wirklichkeit sind die vielen Ehrenamtlichen das Rückgrat unseres Vereins. Das war so und das ist so", betont Prey. Heute gibt es den Geschäftsführer, den sportlichen Leiter und den Marketingleiter. Sieben Personen gehören zur Kernmannschaft, dazu kommen auch heute noch viele Ehrenamtliche, auf die die Fischtown Pinguins weder verzichten können noch wollen. "Es ist natürlich im Laufe der Jahre alles viel professioneller geworden. Auch durch den Vertrag mit Magenta Sport, der die DEL in eine neue Umlaufbahn katapultiert hat. Jedes Spiel ist live im Fernsehen zu sehen, was natürlich auch besser für das Sponsoring ist. Aber eines bleibt: Eishockey wird immer regional betrieben!" Der Strukturwandel sei für alle Vereine zunächst ein Problem gewesen. So verloren die Hamburg Freezers ihre Lizenz. "Wir haben das Geld immer gut zusammengehalten, haben das gemacht, was möglich war. Deshalb sind wir auch ein bisschen das gallische Dorf der Liga. Und obwohl wir immer mit den kleinsten Etat zur Verfügung haben, haben wir konstant die Play-offs erreicht. Vielleicht auch, weil wir relaxter sein können, nicht den Druck eines riesigen Etats verspüren."
Alfred Prey ist stolz darauf, wie sich seine Pinguins in dieser Saison geschlagen haben. "Mir war klar, das der letzte Spieltag die Entscheidung bringen würde, ob wir direkt in die Play-offs kommen oder den Weg über die Pre-Playoffs gehen müssen. Glück spielt auch im Profisport eine Rolle und da wir ohne sieben Stammspiele, die verletzt sind, auskommen mussten, war klar, dass es schwer wird. Berlin ist eben ein sehr starker Konkurrent, der in den letzten Spielen alles mobilisiert hat und dies auch konnte", sagt Alfred Prey. Zu den Konkurrenten aus Berlin haben die Bremerhavener übrigens sehr gute Kontakte. "Wir haben auch schon Charity-Aktionen gemeinsam gemacht!"
Mit dem letzten Spieltag am Sonntag fiel die Entscheidung. Die Bremerhavener besiegten die Dresdner Eislöwen deutlich mit 6:1 und erledigten somit ihre Hausaufgabe. Doch gleichzeitig gewann der Konkurrent Eisbären Berlin gegen Red Bull München 5:1 und sicherte sich so den letzten verbliebenen Playoff-Platz. Damit müssen die Bremerhavener am heutigen Dienstag, 19.30 Uhr, in der 1. Playoff-Runde, gegen die Nürnberg Ice Tigers im Heimspiel bestehen. Das Rückspiel findet dann am Freitag, 20. März, statt.
Alfred Prey wird sich weiter für seine Pinguins engagieren. Mit Herzblut und nie mit dem Drang ins Rampenlicht.
