Maulwurf-Alarm in Cuxhaven: Zehn von 21 Sportplätzen derzeit gesperrt
In Cuxhaven sorgen Maulwürfe für Chaos auf den Sportplätzen. Viele Rasenflächen gleichen Kraterlandschaften und sind stark beschädigt. Das hat Auswirkungen auf den Spiel- und Trainingsbetrieb.
Der Schnee ist geschmolzen, das Grün vieler Rasensportplätze in Cuxhaven aber nicht zu sehen. Auf den meisten Sportplätzen der Stadt herrscht eine braune Kraterlandschaft. Maulwürfe haben die Rasenflächen stark in Mitleidenschaft gezogen. Schon Ende 2025 klagten Sportvereine ihr Leid. Der lange Winter hat die Diskussionen etwas verstummen lassen, die Situation aber nicht verbessert. Ganz im Gegenteil. Viele Sportplätze sind aktuell nicht bespielbar.
Die Krux an der Sache: Der Maulwurf ist in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützte Art eingestuft. Es ist verboten, die Tiere zu töten, zu fangen, zu verletzen oder ihre Bauten zu zerstören. Doch es gibt die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen zu erteilen. Diese sind aber an strenge Bedingungen geknüpft. "Wir wollen das rechtssicher machen", sagte Dr. Christian Wolf von der Naturschutzbehörde der Stadt Ende vergangenen Jahres.
Es wurde in den vergangenen Wochen ein Ampelsystem für die Plätze erstellt. Dort sollen die Rasenflächen, die besonders befallen sind, rot markiert werden. Davon gibt es aktuell einige. Zehn der 21 Sport- und Trainingsplätze der Stadt Cuxhaven sind aktuell mit der Ampelfarbe rot gesperrt. Darunter sind die Sportplätze in Altenbruch, Lüdingworth, Oxstedt und auch Groden. Nur sieben Plätze im gesamten Stadtgebiet sind aktuell gar nicht befallen.

Das Grünflächenamt ist seit Tagen damit beschäftigt, die Sportplätze herzurichten, damit auf ihnen wieder Sport getrieben werden kann. Auch einige Vereinsvertreter legen selbst Hand an - und begradigen die Plätze regelmäßig. Damit ist aber nicht das Problem gelöst.
Erste Auswirkungen hat der Maulwurfsbefall bereits auf den Spielbetrieb. Der Platz in Altenbruch wird bis zum Sommer nicht mehr genutzt. Der Verein selbst ist auf die Stadt zugekommen. "In Altenbruch geht gar nichts mehr", sagt Alex Haut, Trainer der Kreisklassenmannschaft des TSV. Der Platz ist übersät mit Maulwurfshügeln und damit auch komplett untergraben. "Die Verletzungsgefahr ist extrem", weiß Haut.

Schon in der Hinrunde wurden die schlechten Platzverhältnisse bemängelt. Spiele mussten ausfallen, Trainingseinheiten verlegt werden. "Jetzt ist es noch schlimmer", bedauert Haut. Der ganze Verein ist der Problematik ausgesetzt. Aktuell sind die Vertreter in engem Austausch mit der Stadt Cuxhaven und den Nachbarvereinen, um den Trainings- und Spielbetrieb auf andere Plätze zu verlagern. Das ist aufgrund der Auslastung aller Sportplätze aber eine Mammutaufgabe. "Wir sind froh und dankbar, wenn wir irgendwo trainieren können", hofft Alex Haut. In der Hoffnung, dass die Probleme in Altenbruch in den nächsten Wochen und Monaten dann gelöst werden.
Das hofft auch Thomas Brunken, Sportausschussvorsitzender der Stadt Cuxhaven. Er hat sich viele Sportplätze in den vergangenen Tagen selbst angeschaut. "So kann es zu Beginn der Rückrunde nicht bleiben. Der starke Maulwurfbefall führt dazu, dass Trainings- und Spielflächen erheblich eingeschränkt oder faktisch unbespielbar sind. Das betrifft den organisierten Sport unmittelbar", sagt Brunken. Er fordert schnelle Lösungen, damit auch die Vereine Planungssicherheit haben. Für die nächste Sportausschusssitzung hat er die Thematik wieder auf die Tagesordnung gehoben.

"Mir ist bewusst, dass Maulwürfe unter besonderem Schutz stehen und naturschutzrechtliche Vorgaben zu beachten sind. Gleichzeitig trägt die Stadt die Verantwortung für die Funktionsfähigkeit ihrer Sportanlagen. Zwischen Artenschutz und Sportbetrieb muss es jetzt praktikable Lösungen geben", so Brunken weiter. Diese Lösungen wünschen sich eigentlich alle Beteiligten - im Sinne des Sports und des Naturschutzes.
Doch so einfach scheint das nicht zu sein. Das Grünflächenamt und das Naturschutzamt der Stadt sind nach eigenen Aussagen in engem Austausch. Die Schwere des Problems wurde erkannt, es fehlen aber noch Maßnahmen, um die Situation zu verbessern. Die Leidtragenden sind aktuell die vielen Sportlerinnen und Sportler - von jung bis alt - die nach der langen Winterpause wieder draußen Fußball spielen wollen, unter den aktuellen Umständen vielerorts aber nicht können …