Ein Gespann aus vier Schlittenhunden zieht den Wagen mit voller Geschwindigkeit über die Strecke des Silberbergtrails in der Wingst. Vor der ersten Kurve werden bis zu 50 km/h erreicht. Foto: Brettschneider
Ein Gespann aus vier Schlittenhunden zieht den Wagen mit voller Geschwindigkeit über die Strecke des Silberbergtrails in der Wingst. Vor der ersten Kurve werden bis zu 50 km/h erreicht. Foto: Brettschneider
Hundesport, Speed, Natur

Silberbergtrail in der Wingst: Schlittenhunde rasen durchs Waldabenteuer (mit Fotos)

von Bengta Brettschneider | 15.03.2026

In der Wingst (Landkreis Cuxhaven) starten 60 Gespanne beim Silberbergtrail. 5,3 Kilometer durch den Wald, gelenkt nur durch Kommandos. Ein packender Abschluss der Saison voller Geschwindigkeit, Konzentration und Teamgeist. Mit Bildergalerie. 

Rund um das Dobrock-Reitstadion in der Wingst stehen etliche Wohnwagen, umgeben von provisorischen Zäunen. Schon von weitem hallt aufgeregtes Gejaule durch die Luft. In etwa 30 Minuten werden die ersten Wagen auf die 5,3 Kilometer lange Waldstrecke geschickt - beim Silberbergtrail, einem Schlittenhundwagenrennen durch den Wald. 

Ein großer Teil der Strecke des Silberbergtrails führt durch den Wingster Wald. Die letzten 400 Meter sind dabei die herausforderndsten, da sich diese verengen. Foto: Brettschneider

Martin Schulmann ist extra aus Bottrop angereist, um mit seinen Hounds dieses Spektakel zu erleben. Gemeinsam mit seiner Frau trainieren sie wochenlang für eine Saison, die von Ende September bis April reicht. Jetzt bildet die Wingst den krönenden Abschluss: Wald, Schlamm und Kurven warten. Dreimal die Woche hartes Training, rund zehn Rennen pro Saison, sogar ein Ausflug nach Holland - und nun: die letzte Herausforderung des Jahres. Das erste Rennen fand in Bad Harzburg im Harz statt. 

Martin Schulmann ist aus Bottrop angereist, um mit seinen Hounds beim Schlittenhundrennen in der Wingst mitzufahren. Gemeinsam mit seiner Frau trainieren sie wochenlang für eine Saison. Foto: Brettschneider

"Die letzten 400  Meter sind eine echte Herausforderung", erläutert Schulmann. Feucht, rutschig, er sei noch nie trocken herausgekommen. "In Thüringen ist es noch schlammiger, steiler, extremer", fügt er hinzu, während seine Hunde erwartungsvoll schnuppern und jaulen. Doch genau das lieben sie als Hobbysportler: die Geschwindigkeit, die Konzentration, das Teamgefühl.

Reinrassige Siberian Huskeys gehören zu einer der drei Wertungsklassen. Foto: Brettschneider
Teilnehmer bereiten ihre Schlittenhunde am Startpunkt des Silberbergtrails in der Wingst vor, wo Spannung und Vorfreude in der Luft liegen. Foto: Brettschneider

Kommandos statt Motoren

Uli Berghoff, Rennrichter und Startsprecher des Vereins VDSF, überwacht das Geschehen. Er hat eine Ausbildung zum Rennrichter absolviert und sorgt dafür, dass alles nach Regelwerk läuft. Sein "Chef", wie er sagt, ist Rennleiter Horst Schröder, der den Überblick über die Starts behält.

Die Rennen beginnen gemeinsam, werden aber getrennt gewertet. Drei Wertungsklassen gibt es: reinrassige Siberian Husky, Samojeden/Grönländer/Malamuten und die offene Klasse - hier darf auch ein Pudel antreten. Ein kleiner Insiderwitz unter den Fahrern: Hound-Besitzer heißen "Schlappohren", Husky-Besitzer "Pelzkappen".

Uli Berghoff, Rennrichter und Startsprecher des Vereins VDSF, überwacht das Geschehen. Er hat eine Ausbildung zum Rennrichter absolviert und sorgt dafür, dass alles nach Regelwerk läuft. Foto: Brettschneider
Vor dem Start: Teilnehmer bereiten ihre Schlittenhunde für das spannende Rennen beim Silberbergtrail in der Wingst vor. Foto: Brettschneider

Sicherheit, Regeln und Temperaturen

Die Sicherheit der Hunde hat höchste Priorität. Liegt die Temperatur über 18 Grad Celsius oder ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, findet das Rennen nicht statt, erläutert der Rennrichter. Ein Tierschutzbeauftragter prüft stichprobenartig die Gesundheit der Hunde. Auch Durchfall ist ein Ausschlusskriterium - der Sport verlangt Verantwortung.

In einer dritten Wertungsklasse können Hunde aller Rassen bei dem Schlittenhundwagenrennen antreten. Foto: Brettschneider

Vor der ersten Kurve erreichen die Hunde mit Wagen oder Scooter bis zu 50 km/h. Jede Entscheidung, jeder Befehl muss sitzen. Konzentration und Teamgeist sind gefragt. Dabei werden die Schlittenhunde nur über Stimmkommandos gesteuert: "Gee" für rechts, "Haw" für links, "Easy" für langsamer und "Whoaaah" zum Anhalten. Keine Motoren, keine Scooter-Antriebe - nur Mensch, Hund und das Gefühl von Geschwindigkeit.

Nicht nur klassische Wagen treten bei dem Schlittenhundwagenrennen an, sondern auch Teilnehmer mit Mountainbike. Foto: Brettschneider

Christine und ihre Tochter Maria Tholen treten als Laufteam an. Eigentlich kommen sie aus der Leichtathletik, doch der Silberbergtrail ist eine andere Art von Training: schneller, intensiver, direkter Kontakt zum Hund. Dieses Jahr darf Maria noch mit ihrer Mutter als Guide starten, ab zehn Jahren geht es allein.

Christine und ihre Tochter Maria Tholen treten als Laufteam mit ihrem Schnauzer an. Foto: Brettschneider
Ein Teilnehmer des Silberbergtrails gibt mit seinem Hund beim CaniX-Bike-Rennen Vollgas. Foto: Brettschneider

Konzentration und Vorfreude

Jeder Hund zeigt am Start andere Eigenschaften: Manche jaulen in verschiedensten Tonlagen, andere bleiben hochkonzentriert und werfen nur einen Blick auf Herrchen oder Frauchen. Vorfreude, Anspannung und Nervenkitzel liegen in der Luft.

Zur letzten Herausforderung der Saison gehen beim Silberbergtrail 60 Starter an den Start. Eigentlich bräuchte es 100, um die Kosten zu decken, erzählt Berghoff. Doch zwei weitere Rennen finden parallel statt. Die Startzeiten sind festgelegt, die Zielzeiten werden mittels Transponder am Ziel gemessen.

Teilnehmer beim Silberbergtrail: Ein Gespann aus sechs Schlittenhunden kurz nach dem Start. Foto: Brettschneider
Teilnehmer des Silberbergtrails in Aktion: Mit voller Geschwindigkeit durch die Natur beim Schlittenhundrennen in der Wingst. Die Strecke verläuft über 5 Kilometer. Foto: Brettschneider

Sieger des Schlittenhundrennens "Silberbergtrail"

CaniX-Run 1 dog, 0:21:26,3, Marie-Charlotte Wienstroer
CaniX-Run Schoolkids 1 dog [3 km], 0:18:26,1, Maria Tholen
CaniX-Scooter 1 dog, 0:11:29,1, Bianca Sachse
CaniX-Bike 1 dog, 0:10:19,9, Arved Thunig
DS2-Scooter 2 dogs, 0:11:21,3, Manon-Jamila Westphal
DR4-Rig, 4 dogs, 0:22:58,3, Nicolle Schröder
DR6-Rig 6 dogs, 0:10:30,7, Mark Zweiger
Gäste CaniX-Run 1 dog, 0:20:31,9, Manuel Mink
Gäste CaniX-Bike 1 dog, 0:24:02,1, Volker Bielfeldt
Gäste DS2-Scooter 2 dogs, 0:22:55,5, Thomas Casper

Schlittenhunde im vollen Tempo: Ein Gespann rast beim Silberbergtrail durch die grüne Landschaft der Wingst. Foto: Brettschneider

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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