Ein letztes Erinnerungsfoto an eine tolle Faustball-Reise: Mit dem Spiel beim Rekordmeister TSV Pfungstadt endet die beeindruckende Saison für den SV Armstorf - und höchstwahrscheinlich auch die Zeit im Oberhaus. Foto: privat
Ein letztes Erinnerungsfoto an eine tolle Faustball-Reise: Mit dem Spiel beim Rekordmeister TSV Pfungstadt endet die beeindruckende Saison für den SV Armstorf - und höchstwahrscheinlich auch die Zeit im Oberhaus. Foto: privat
Faustball

Großer Kampf, großes Finale: Armstorfs Reise in der 1. Bundesliga endet

von Jan Unruh | 09.02.2026

Sie haben dem wohl besten Faustballteam der Welt alles abverlangt: Der SV Armstorf verabschiedet sich nach dem Viertelfinale gegen den TSV Pfungstadt mit Stolz aus der 1. Bundesliga - und blickt auf eine außergewöhnliche Reise zurück.

Der kleine SV Armstorf gehört zu den besten acht Faustball-Mannschaften Deutschlands. Das ist Fakt. Im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft war dann aber Schluss. Der übermächtige TSV Pfungstadt war eine Nummer zu groß für die Börde-Jungs. 

Schon im Hinspiel vor gut einer Woche haben die Armstorfer eindrucksvoll bewiesen, dass sie mit den ganz Großen ihres Sports mithalten können. Sie brachten zwischenzeitlich sogar das wohl beste Faustballteam der Welt ins Grübeln. Der TSV Pfungstadt war nicht nur von den 400 Zuschauern in der Lamstedter Halle beeindruckt, sondern auch von der Spielstärke der Armstorfer. Am Ende stand dennoch eine 2:5-Niederlage auf der Anzeigetafel. Doch die positiven Eindrücke des Hinspiels überwogen bei Mannschaftskapitän Tobias Buck und Co. Das war auch nach dem Rückspiel am Sonnabend im hessischen Pfungstadt der Fall. Ohne große Erwartungen angereist, verlangten sie den Pfungstädtern um den Ausnahmeangreifer Patrick Thomas alles ab. Als sie nach über sechsstündiger Fahrt auch noch den ersten Satz gewannen, staunten die rund 100 Zuschauer nicht schlecht. Für die rund ein Dutzend Armstorfer Fans, die den weiten Weg auf sich genommen hatten, war schon früh Feierstimmung angesagt. Auch die Pfungstädter Mannschaft - gespickt mit Nationalspielern - wirkte überrascht. "Die waren schon ein wenig am Hadern", sagt Tobias Buck. Doch in der Folge setzte sich die unfassbare Qualität der Gastgeber durch. Die nächsten fünf Sätze gewannen sie allesamt. Die Armstorfer wehrten sich nach Kräften, blieben immer dran, hatten letztlich aber keine Siegchance. "Wir haben das echt gut gemacht", sagt Buck. Lob gab es auch vom Gegner, der seit vielen Jahren kein Heimspiel verloren hat. In Gefahr war der Sieg der Pfungstädter nicht wirklich, doch die Armstorfer haben gezeigt, dass sie völlig zu Recht im Viertelfinale standen. "Für uns war das eine sensationelle Erfahrung", sagt Buck voller Stolz. Nach den Duellen mit dem TV Käfertal in der Vorsaison waren die Partien gegen die Übermannschaft aus Pfungstadt noch einmal eine Steigerung. "Für uns war das ein krönender Abschluss", sagt Buck. Ganz offiziell ist es zwar noch nicht, doch der SV Armstorf hat am vergangenen Wochenende wohl sein vorerst letztes Spiel in der 1. Faustball-Bundesliga bestritten. Die aufregende Reise im Oberhaus endet damit nach über zehn Jahren. 2015 feierten sie ihr Debüt in der ersten Liga, in den vergangenen Jahren haben sie sich etabliert. Doch nun endet die Reise. "Unsere Entscheidung haben wir schon vor langer Zeit getroffen", sagt Tobias Buck. Seit 2009 spielt die Armstorfer Mannschaft mehr oder weniger in dieser Konstellation zusammen. In der Bezirksoberliga angefangen, haben sie sich bis ganz nach oben durchgekämpft. Doch der zeitliche Aufwand ist mit den privaten und beruflichen Interessen nicht mehr vereinbar. Zudem fehlt es an Nachwuchsspielern. 

Eigentlich würden die Börde-Jungs gerne als Absteiger in der 2. Liga weiterspielen. Doch das geht laut Regularien nicht, wie Buck erklärt. Es droht durch den freiwilligen Rückzug der Neuanfang in der Bezirksoberliga. "Das ist schade und nicht das, was wir wollen", sagt Tobias Buck. Doch nach Gesprächen mit dem Verband ist der Zwangsabstieg in die unterste Klasse alternativlos. Ein Umstand, den die Armstorfer notgedrungen so hinnehmen werden. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht weiter ihrer Leidenschaft nachgehen. "Wir werden nicht aufhören", versichert Buck. Nur eben ein wenig kürzertreten. Ziele hat sich der eingeschworene Haufen aber schon jetzt gesetzt. Die Meisterschaften im Ü35-Bereich. Einige Akteure sind bereits spielberechtigt, andere dürfen bald mitwirken. Zudem werden sie weiter in der Feldsaison in der 2. Bundesliga auf Punktejagd gehen. 

Unabhängig von der Liga bleibt festzuhalten: Der SV Armstorf hat sich seinen Platz in der Faustball-Geschichte redlich verdient. Über ein Jahrzehnt lang haben die Börde-Jungs gezeigt, was mit Zusammenhalt, Leidenschaft und Beharrlichkeit möglich ist - ganz ohne großes Aufsehen, aber mit umso größerem Respekt in der Szene. Der Abschied aus dem Oberhaus mag leise erfolgen, doch er geschieht erhobenen Hauptes. Denn was bleibt, sind Erinnerungen an große Spiele, außergewöhnliche Erlebnisse und eine Mannschaft, die bewiesen hat, dass auch ein kleiner Verein ganz groß sein kann.

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