Laufen im Kreis Cuxhaven boomt: Mit diesen Tipps gelingt der Einstieg in den Sport
Laufen boomt: Der Sport ist einfach, gesund und für jeden geeignet. Doch der Trend hat auch eine Schattenseite. Profis warnen vor dem Social-Media-Hype, unvorbereitet einen Marathon zu laufen - so gelingt der Einstieg in den Laufsport richtig.
Laufen ist einfach, gesund und für jeden geeignet. Jeder kann den Sport im eigenen Tempo betreiben und muss dafür nicht viel Geld ausgeben. Während Veranstalter früher teilweise Schwierigkeiten hatten, ihre Startplätze zu füllen, sind diese heute im Nu vergeben. Doch trotz des Booms ist Vorsicht geboten - vor allem, wenn aus der Lust am Laufen gleich der Wunsch nach dem ersten Marathon wird.
Immer mehr junge Menschen jagen dem Marathon-Hype hinterher. Ein Marathon ohne Vorbereitung ist ein gefährlicher Social-Media-Trend, bei dem Ungeübte die 42,195 Kilometer spontan bezwingen wollen.
"Wer gerade anfängt, sollte langsam starten"
Einer, der die Faszination für das Laufen seit vielen Jahren kennt, ist Thorsten Unruh vom TSV Ihlienworth. Angefangen mit dem Laufen hat er 2002 und schon damals wurde er vom "Lauf-Virus" infiziert. Zunächst nahm er an lokalen Läufen teil, später kamen überregionale Wettbewerbe hinzu. Was mit einer starken Zeit von 44 Minuten über zehn Kilometer begann, steigerte sich auf 34:52 Minuten. Im vergangenen Jahr lief Unruh zudem den Marathon in Hannover in 2:48 Stunden. Eine Marathonzeit unter drei Stunden ist für viele Läufer ein großes Ziel.
Er sagt zum Trend: "Grundsätzlich sehe ich den Laufsporttrend positiv, denn Ausdauersport ist gesundheitsfördernd. Vor einem vorschnellen Marathon kann man aber nur warnen. Hierfür ist eine lange Vorbereitungszeit vonnöten, damit sich das Herz-Kreislauf-System, die Muskulatur und natürlich auch die Bänder und Sehnen an diese Belastung gewöhnen", sagt der 38-Jährige. Das extrem hohe Risiko reicht von schweren Gelenk- und Muskelschäden über Kreislaufkollapse bis hin zu dauerhaften gesundheitlichen Folgeschäden.
"Ein Hobbysportler, der für einen Marathon beispielsweise fünf Stunden benötigt, belastet seinen Körper deutlich länger als ein Leistungssportler, der im Wettkampf und Training nie länger als zwei oder zweieinhalb Stunden unterwegs ist", erklärt Unruh.

Das sieht auch Anke Schmitz-Elvenich aus Cuxhaven so. Sie ist seit vielen Jahren erfolgreich als Triathletin unterwegs, ist zweifache Ironman-Hawaii-Finisherin sowie mehrfache Deutsche Meisterin in der AK 40-50: "Dieser Trend ist schlimm. Man darf nie den Respekt vor der langen Strecke verlieren. Es ist eine hohe Belastung und ohne Training macht man es einmal und verletzt sich - das ist nicht nachhaltig und kann dazu führen das man schon zu Beginn den Spaß am Sport verliert."
Wer gerade anfängt, sollte langsam starten. Für Laufeinsteiger empfiehlt Unruh es "ganz Oldschool" anzugehen: "Laufen ohne zu Schnaufen, zu Beginn sind auch Lauf- und Gehphasen im Wechsel kein Problem. Unbedingt auf das richtige Schuhwerk achten und sich gerne im Fachhandel beraten lassen. Und aus meiner Sicht das allerwichtigste: Abwechslung. Das heißt: nicht immer die gleiche Runde im gleichen Tempo drehen."
Tempo und Streckenlänge variieren sei wichtig und auch mal andere Untergründe wie zum Beispiel Wald- oder Feldwege nutzen. "Auch gemeinsames Laufen kann eine Hilfe sein. Viele Vereine und Fitnessstudios bieten Lauftreffs oder Run Clubs an", so der Spezialist vom TSV Ihlienworth. Schmitz-Elvenich ergänzt: "Man kann auch mal eine längere Laufeinheit durch eine Einheit auf dem Rad ersetzen." Sie empfiehlt "kleine Pakete" und Konstanz. Gemeint ist, große Laufziele in kleinere, gut machbare Abschnitte aufzuteilen.
Event für jede Alters- und Leistungsgruppe
Zwar wird der Marathon oft als Königsdisziplin des Laufsports beschrieben, aber nicht jeder hat Spaß an den langen Strecken. Es gibt viele Läuferinnen und Läufer, die nie einen Marathon laufen, aber dafür im Halbmarathon, auf zehn Kilometern oder kürzeren Distanzen sehr erfolgreich und schnell sind.
Zum 26. Mal wird Otterndorf am 20. September zur Bühne für ein traditionsreiches Laufevent. Der Sparkassen-Küstenmarathon zum Weltkindertag ist mehr als ein reiner Wettkampf: Er verbindet Spitzen- und Amateursport mit prominenter Unterstützung und Engagement für Kinderrechte. Neben dem Marathon gibt es unter anderem einen Bambinimarathon, einen Zehn-Kilometer-Lauf, einen Fünf-Kilometer-Lauf für alle Altersklassen sowie Wettbewerbe für den Nachwuchs. Ergänzt wird das Programm durch Walking über 7,5 Kilometer sowie ein Event für Handbiker und Pedalo-Fahrer. Damit ist in der Medemstadt für nahezu jede Alters- und Leistungsgruppe etwas dabei - und eine Gelegenheit für die erste Teilnahme an einem Event und die erste Medaille.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.