Olympiasieger Lasse Lührs gibt Talenten aus der Region Mut
Olympiasieger Lasse Lührs ist das beste Beispiel für erfolgreiche Sportförderung in der Region. Bei der Vergabe der Wespa-Stipendien sprach der Triathlet über seinen Weg an die Spitze, Rückschläge und die Bedeutung von Geduld und Durchhaltevermögen.
Von Dietmar Rose
Wie es sich ganz oben anfühlt, hat Lasse Lührs als Triathlon-Olympiasieger bereits erlebt. Der Wingster ist seit zehn Jahren Sport-Stipendiat der Weser-Elbe-Sparkasse (Wespa). Für seine Nachfolger hat der 29-Jährige einen guten Rat.
Für Lasse Lührs geht es demnächst wieder ins Trainingslager nach Namibia. "Wir flüchten vor dem deutschen Winter", verriet der Triathlet im Casino der Wespa. Dass der Olympiasieger von 2024 vor der Afrika-Reise noch in der Heimat Station machte, hing mit der diesjährigen Vergabe der Sport-Stipendien und -Patenschaften zusammen. Der Wingster profitiert selbst seit 2014 von der Sportförderung der Wespa und ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie es Talente aus der Region mit Fleiß und Beharrlichkeit in die Weltspitze schaffen können.
Lasse Lührs kämpft um Rückkehr in die Weltspitze
Im Gespräch mit Moderator Oliver Riemann gab Lührs, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, einen Einblick in seine Planungen für 2026. Der Goldmedaillensieger der Pariser Sommerspiele kämpft darum, nach einer Verletzung wieder Anschluss an die Weltspitze zu finden. "Manche Dinge sind schöner, andere weniger schön. Ich denke, das ist in jedem Beruf so", sagte der für SSF Bonn startende Triathlet.
Als Olympiasieger war Lührs schon da, wo einige der mit Stipendien und Patenschaften bedachten Sportlerinnen und Sportler erst noch hinwollen. "Wir Sportler neigen dazu, groß zu träumen. Und das tue ich", richtet sich Lührs‘ Blick schon längst wieder auf die nächsten Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Einen Rat für die jüngeren Athleten aus dem Landkreis Cuxhaven und Bremerhaven hatte Lührs ebenfalls. Er sei früher zu ungeduldig gewesen und habe sich von Rückschlägen zu stark runterziehen lassen. "Ich weiß mittlerweile: Die, die dranbleiben, kommen nach ganz oben", erklärte Lührs.
Sünderbruch hebt die positive Rolle des Sports hervor
Rolf Sünderbruch erinnerte daran, dass Sport für die Entwicklung von Jugendlichen eine große Bedeutung habe, weil dort Werte wie Ehrgeiz und Teamgeist vermittelt werden. Der Wespa-Vorstandschef erhielt viel Applaus für seinen Hinweis, dass es dennoch wichtig sei, auch Freundschaften außerhalb des Sports zu pflegen.
Insgesamt wurden am Mittwochabend zehn Sport-Patenschaften vergeben. Aus dem Cuxland werden Leichtathletin Tamina Heller (TV Langen), Hip-Hopperin Jana Krüger (TSG Bremerhaven), Schwimmer Torben Meyer (TSV Otterndorf), Geräteturnerin Nora Söller (TV Spaden) und Ruderer Christopher tom Wörden (TSV Otterndorf) unterstützt. Aus Bremerhaven profitieren Mitja Dinklage (Ju-Jutsu, TSV Imsum), Lateintänzerin Mia Keim (TSG Bremerhaven), Karateka Asim Malsagov (SFL Bremerhaven), Maximilian Tausendfreund vom Bremerhavener Ruderverein und Ajla Zahirovic von der Karate-Schule Nippon.
Über die mit 1.500 Euro dotierten Sport-Stipendien durften sich Lateintänzer Alexandru Negel von der TSG Bremerhaven und Ruderin Aenne zum Felde aus Osten freuen. Die 18-jährige Aenna ist inzwischen an eine Eliteschule des Sports gewechselt, um Leistungssport und Schule besser unter einen Hut zu bekommen.
Der gleichaltrige Negel gab mit seiner Tanzpartnerin Mia Keim eine Kostprobe seines Könnens. "Durch das Boxen habe ich Zielstrebigkeit und Disziplin gelernt und auch mein Körpergefühl entwickelt", erzählte das ehemalige Talent des Weser-Boxrings Bremerhaven (WBR).
Die Wespa unterstützt nicht nur den Spitzen-, sondern auch den Breitensport in Bremerhaven und im Cuxland. Im vergangenen Jahr wurden 130 Projekte in den Vereinen mit mehr als 100.000 Euro gefördert. Annette Butzke vom Veranstaltungsmanagement der Wespa berichtete, dass die Vereine auch in diesem Jahr wieder mit einem Fördertopf in diesem Umfang rechnen können. Das freute Jörg Frebe, Vorsitzender des Stadtsportbundes Bremerhaven (SSB), ebenso wie Rüdiger Sauer, Vorsitzender des Kreissportbundes Cuxhaven (KSB).