Von Südkorea nach Cuxhaven: Tischtennis-WM wird zum Startschuss für Herzensprojekt
Katrin Hein, Tischtennisspielerin des MTV Lüdingworth, erreicht bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Südkorea das Achtelfinale der Trostrunde im Doppel - und startet nach ihrer Rückkehr ein besonderes Trainingsangebot.
Dr. Katrin Hein vom TSV Altenwalde hat sich bei den Senioren-Tischtennisweltmeisterschaften in Südkorea mit Spielern aus aller Welt gemessen - und kehrte nicht nur mit sportlichen Erfolgen, sondern auch mit einer besonderen Idee ins Cuxland zurück. Nach ihrer Teilnahme an der Jubiläumsausgabe der 100. Senioren-WM will die Trainerin künftig auch Menschen mit Parkinson für den Tischtennissport begeistern.
Austragungsort der Weltmeisterschaften war Gangneung, Schauplatz der Olympischen Winterspiele 2018. Insgesamt gingen 2477 Teilnehmer aus 85 Nationen in elf Altersklassen an den Start. Deutschland stellte mit 316 Aktiven das größte Teilnehmerfeld. Für Hein, die sich in den vergangenen Jahren vor allem auf ihre Trainertätigkeit konzentriert hat, war die Reise nach Südkorea dennoch etwas Besonderes. Die Inhaberin der Trainer-B-Lizenz Leistungssport leitet den Landesstützpunkt in Bremervörde und fördert den Nachwuchs unter anderem beim MTV Lüdingworth, TSV Altenbruch und ATSC Cuxhaven.

Im Einzel und Mixed erreichte Hein jeweils die Hauptrunde und verbuchte dort einen weiteren Sieg. Für das beste Ergebnis sorgte sie jedoch im Doppel - und dort entwickelte sich zugleich die wohl bewegendste Geschichte ihrer WM-Teilnahme. Denn gemeinsam mit der zugelosten Österreicherin Christine Knapp, die ihren WM-Startplatz über die Parkinson-Weltmeisterschaften erhalten hatte, kämpfte sie sich bis unter die letzten acht Doppel der Consolation-Runde vor. Nach einem Freilos und einem souveränen 3:0-Erfolg gegen ein koreanisch-indisches Duo verpasste das deutsch-österreichische Gespann mit einer Niederlage gegen ein lettisch-estnisches Doppel nur knapp den Sprung aufs Podest. Allerdings wirkte für Katrin Hein noch nachhaltiger als das sportliche Abschneiden die Begegnung mit ihrer Doppelpartnerin nach. Beeindruckt von deren Einsatz trotz einer Parkinson-Erkrankung, entschloss sie sich, künftig selbst Menschen mit dieser Diagnose zu trainieren. Tischtennis gilt aufgrund seiner hohen Anforderungen an Koordination und Reaktionsfähigkeit als geeignete Therapieergänzung.
Deshalb wird Hein im September beim Tischtennis-Verband Niedersachsen eine Zusatzqualifikation für das Training mit Parkinson-Erkrankten absolvieren. Gemeinsam mit dem TSV Altenwalde plant sie, nach den Herbstferien ein entsprechendes Angebot im Verein aufzubauen. Damit soll die Inspiration aus Südkorea künftig auch im Cuxland Wirkung zeigen.
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