"Auf Mithilfe angewiesen": Angeschwemmte Tonnen vor Cuxhaven - Bergung schwierig
Im Sturm zu Ostern wurde in den Salzwiesen bei Cuxhaven-Sahlenburg eine Tonne angeschwemmt. Die Herkunft des Seezeichens ist geklärt, die Bergung im sensiblen Naturraum wirft noch Fragen auf. Und es gibt in Duhnen noch eine weitere "Fund-Tonne".
Die seit voriger Woche (6. April) in den Salzwiesen zwischen Cuxhaven-Sahlenburg und Berensch angeschwemmte Tonne hat sich nicht, wie zuerst aufgrund Namensgleichheit vermutet, im Ostersturm in der Weser losgerissen, sondern hatte einen weiteren Weg hinter sich und wird schon länger vermisst. Sie wurde als Seezeichen im Accumer Ee zwischen den ostfriesischen Inseln Langeoog und Baltrum eingesetzt. Das bestätigte jetzt Roman Cals vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee. Auf Nachfrage von CNV-Medien teilte er zur möglichen Bergung der Tonne schriftlich mit: "Grundsätzlich werden vertriebene Seezeichen so schnell wie möglich geborgen. Dies kann durch WSA-eigene Schiffe oder durch in unserem Auftrag handelnde Firmen erfolgen. Das Seezeichen liegt derzeit sicher und stellt keine Gefahr für die Schifffahrt dar. Die Position liegt innerhalb eines sensiblen Naturraumes (Nationalpark). Aus diesem Grunde wird derzeit geprüft, wie man die Leuchttonne möglichst schonend bergen kann."
Eine weitere Tonne auf Abwegen ist übrigens in Duhnen angetrieben worden. "Auch im Duhner Anwachs liegt zumindest seit Dienstag, 7. April, eine große Boje", teilt Leser Bernd Goebel unserem Medienhaus mit und schickt ein Bild mit. Sie liege unverändert etwa 200 Meter hinter dem FKK-Strand am Rand des Schutzgebietes im Schlick. Die Bergung werde auch dort nicht leicht werden, mutmaßt er. Woher dieses Seezeichen stammt, steht noch nicht fest. Dort werde heute (15. April) ein WSA-Mitarbeiter vor Ort die Lage begutachten und feststellen, um welche Tonne es sich handelt. Im Anschluss erfolge die Planung der Bergung, so Kai Ewers vom zuständigen WSA-Elbe-Nordsee.

Verdriftete Seezeichen sind kein Einzelfall. Gerade bei Sturm, starkem Wellen- oder Eisgang könne es vorkommen, dass die Kette eines Seezeichens reißt, hieß es seitens des WSA gegenüber cnv-medien.de. Und wo sollte man sich melden, wenn man eine angeschwemmte Boje bemerkt? Roman Cals teilt dazu mit: "Wichtig ist, dass die Sichtung oder das Auffinden eines Seezeichens gemeldet wird. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ist an dieser Stelle auf die Mithilfe aufmerksamer Bürger angewiesen."
Der "Fund" sollte an das nächste WSA gemeldet werden. Sollte dies nicht bekannt sein, seien auch die Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, der Nationalparkverwaltung oder eines Hafenbetreibers in der Nähe mögliche Ansprechpartner, die an die zuständige Stelle weiterleiten.