Anwohner wurden selbstständig tätig und hängten Schilder auf. Foto: Märthe Werder
Anwohner wurden selbstständig tätig und hängten Schilder auf. Foto: Märthe Werder
Tierischer Ärger

Anwohner in Cuxhaven sind genervt: Futter für Tauben lockt mutmaßlich Ratten an

von Märthe Werder | 20.01.2026

Das Füttern von Tauben ist in Cuxhaven untersagt. Trotzdem beklagen sich Anwohner nun über einen Vorfall, der sich bereits lange Zeit hinzieht. Dabei sollen auch Ratten gesichtet worden sein.

Jeden Morgen fegt Carsten Schunck auf dem Fußweg im Alten Deichweg gegenüber von seiner Wohnung den Weg. Der Grund dafür ist Taubenfutter. "Seit ungefähr einem Jahr wird hier gefüttert", erzählt er.

Jeden Tag komme eine Frau und verteile das Futter. Anfangs habe sie das Futter in dem Eingang des geschlossenen Spielcasinos verstreut. Er und seine Frau haben bei der Stadt Cuxhaven über die Fütterungen Bescheid gegeben. Die Antwort soll gewesen sein, dass das Problem bekannt sei, aber der Name der fütternden Dame benötigt werde, damit etwas unternommen werden könne. "Ich habe mich mit einem Campingstuhl dann zwei Tage mal in den Eingang des Friseursalons gesetzt und gewartet", erinnert sich Schunck. An diesen Tagen tauchte die Frau nicht auf. Sie habe ihn vermutlich dort sitzen sehen und daraufhin nicht gefüttert, vermutet der Anwohner. 

Stadt prüfte den Sachverhalt

Auf aktuelle Nachfrage schildert Pressesprecher Marcel Kolbenstetter, dass die Stadt nach entsprechenden Hinweisen den Bereich überprüft habe. "Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei der betreffenden Fläche um ein Privatgrundstück handelt, auf dem die Tiere gefüttert werden. In diesem Fall findet die städtische Verordnung keine Anwendung, da die Verantwortung beim jeweiligen Grundstückseigentümer liegt." Der Stadt sei weiterhin nicht bekannt, wer für die Fütterung verantwortlich sei, fügt er hinzu.

Auf dem Fußweg landen die Tauben, um das ausgestreute Futter zu fressen. Foto: Märthe Werder

Im Bereich des Casinos hängen Schilder mit "Tauben füttern verboten"-Aufschriften. Auf einem anderen Zettel steht der Hinweis, dass das Füttern von Tauben verboten ist, dass aber zumindest der Taubendreck entfernt werden soll. Unterzeichnet ist dieser Zettel mit "Die verärgerten und genervten Anwohner". Diese Schilder soll ein Anwohner angebracht haben - seitdem liegt das Futter nicht mehr in dem Eingang, sondern direkt auf dem Gehweg. "Wir waren mit Kollegen vor Ort und dort lag das Futter im Eingangsbereich. Dieser gehört zum Privatgrundstück. Andere Stellen sind uns in dem Bereich bisher nicht bekannt", erläutert der Pressesprecher der Stadt auf Nachfrage. Er erklärt auch, dass das Füttern von frei lebenden Wasservögeln, Möwen und Tauben auf öffentlichen Straßen sowie in öffentlichen Anlagen im Stadtgebiet Cuxhaven untersagt ist - gemäß Paragraf 7 der Verordnung der Stadt Cuxhaven. "Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden", erklärt Kolbenstetter. 

Ratten mutmaßlich angezogen

"Seit vielleicht drei oder vier Monaten sind hier auch Ratten unterwegs", sagt der Anwohner. Ein Nachbar, der morgens immer mit dem Hund unterwegs sei, soll die Ratten gesehen haben. Diese kämen zum Teil aus den Gassen zwischen den Häusern und aus den Kellern, beschreibt er die Lage. 

"Mitte des vergangenen Jahres wurden in dem genannten Bereich Ratten gemeldet. Daraufhin hat die Stadt umgehend geeignete Maßnahmen ergriffen, unter anderem durch das Verschließen von Müllcontainern. Seitdem sind bei der Stadt Cuxhaven keine weiteren Beschwerden oder Hinweise auf Rattenvorkommen eingegangen", teilt Kolbenstetter auf Anfrage mit. 
Bei dem Futter handelt es sich um eine Mischung aus Getreidekörnern. Oft sei es ein halber Eimer und mehr, was Schunck wegfege. "Ich will nur auf die Situation aufmerksam machen, das Füttern von Tauben ist schließlich auch verboten." Ihm gehe es aber auch um die Gesundheit der Tiere, auf dem Boden mischt sich schnell Dreck unter das Futter.

In dem Eimer sammelt Schunck das Futter ein, bevor er es im Biomüll entsorgt. Foto: Märthe Werder

Wenn füttern, dann richtig

Besonders im Winter wird die Futtersuche durch Frost und Schnee für Vögel erschwert. Wer den Tieren helfen möchte, sollte jedoch einige Hinweise beachten, auf die der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) Bremen aufmerksam macht.

"Das Futter sollte nicht einfach auf den Boden geworfen werden", schreibt der Bund. Liegt es auf dem Boden, kann sich das Futter mit dem Kot von Tieren vermischen, was zu Krankheiten führen kann, so die Erläuterung. Zudem sollte das Futter trocken, am besten an einer überdachten Stelle, angeboten werden.

Werden Vögel in einem Futterhäuschen gefüttert, sollte dieses regelmäßig gesäubert werden. Da die Vögel in dem Haus beim Fressen sitzen, vermische sich der Kot mit dem Futter, erläutert Bernd Quellmalz, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vom Bund Bremen. "In einem sogenannten Futtersilo ist das Futter dagegen vor Verunreinigung durch Kot geschützt. Außerdem ist darin die Gefahr geringer, dass es nass wird und schimmelt."

Die Stadttaubenhilfe Cuxland spricht sich, aufgrund des Verbotes die Tauben öffentlich zu füttern, für eine kontrollierte Fütterung aus. "Wer den Tauben trotz Fütterungsverbot helfen möchte, kann unseren Verein als Mitglied unterstützen", schreibt die Stadttaubenhilfe. Die Ratten seien aber auch ohne Fütterung von Vögeln im Stadtbild zu finden, da sie sich ebenfalls von Essensresten ernähren, beschreibt der Verein.

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Märthe Werder

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mwerder@no-spamcuxonline.de

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