Der "Altbau" ist bereits abgerissen, der Baugrund schier. In der kommenden Woche sollen hier die Erdarbeiten beginnen, die dem Bau eines neuen Sanitärgebäudes für den Cuxhavener Wochenmarkt vorausgehen. Foto: Koppe
Der "Altbau" ist bereits abgerissen, der Baugrund schier. In der kommenden Woche sollen hier die Erdarbeiten beginnen, die dem Bau eines neuen Sanitärgebäudes für den Cuxhavener Wochenmarkt vorausgehen. Foto: Koppe
Baustart in wenigen Tagen

Auf dem Cuxhavener Wochenmarkt soll es bald wieder ein WC geben

von Kai Koppe | 27.05.2026

Keine große Sache? Der Ersatzbau für eine marode Toilettenanlage ist längst zum Politikum geworden: Angesichts der darauf verwendeten Zeit hagelte es zwischendurch Hohn und Spott, ein anderes Mal klagten Ratsleute über eine "unendliche Geschichte".

Schnee von gestern, denn nun sollen die Bauarbeiten für das künftige WC-Gebäude auf dem Wochenmarktplatz endlich beginnen. Was seine finanzielle Seite angeht, bleibt das Projekt ein richtiger Brocken. Die per Ratsbeschluss einkalkulierten 590.000 Euro werden zwar nicht voll ausgeschöpft. Trotzdem liegen die tatsächlichen Kosten nicht wesentlich unter der oben genannten Summe. Für so viel Geld erwartet die Stadt ein solides Gebäude: Der Bau soll nach Angaben von Lutz Rothermundt nicht nur "ordentlich isoliert", sondern auch mit Verblendern verkleidet sein. Gegenüber unserer Redaktion äußerte sich der Leiter des städtischen Hochbauamtes nicht nur zu Kosten, sondern auch zu Fragen des Zeitplans. Schon in der kommenden Woche soll am Standort in der Beethovenallee mit den Erdarbeiten begonnen werden. Zeitnah geht es dann ans Fundament und die Mauern. Mit sechs Monaten Bauzeit soll das Projekt noch vor dem Winter abgeschlossen werden.

Verwaltung setzt auf eine intelligente Raumlösung

Für künftige Nutzer zählt das "Innenleben": Die Toilettenanlage wird so beschaffen sein, dass über einen von allen Geschlechtern gemeinsam genutzten Foyerbereich die mit einer Tür separierten Urinale oder ein ebenfalls mit einer Tür abgetrennter Bereich mit vier Sitztoiletten erreicht werden kann. "Das sind Toilettenräume, die richtig geschlossen sind, nicht mit dem üblichen Trennwandsystem", warf Rothermundt unter Aspekten wie Diskretion und Vandalismusschutz ein. Im Eingangsbereich stehen Nutzern zwei Handwaschbecken zur Verfügung, außerdem hat man von dort aus Zugang zu einem knapp sechs Quadratmeter großen WC-/Waschraum, der mit einem Wickeltisch ausgestattet sein wird. Rothermundt verwies dabei nicht nur auf Belange von Eltern mit Kinderwagen. Wer darauf angewiesen ist, soll in "WC Nummer 5" auch genug Platz finden, um einen Rollator zu parken. Das sei insofern entscheidend, als dass eine rollstuhlgerechte Toilette an der Südostecke des neuen Gebäudes durch eine Außentür - aber eben nur für Personen mit einem Euroschlüssel zugänglich sein wird.

Das Raumangebot im künftigen, acht mal 13 Meter messenden WC-Gebäude wird durch einen Technikraum, eine Putzmittelkammer sowie ein Marktleiter-Büro mit angeschlossenem Lager komplettiert. Der Bau soll ebenerdig und mit bodengleichen Zugängen realisiert werden. "Barrierefreiheit ist komplett gegeben", ergänzte der Hochbauamtsleiter mit Blick auf den für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil des Gebäudes. In den Innenräumen werden Menschen mit Sehbehinderung zwar kein ausgewachsenes Leitsystem, aber immerhin bestimmte, der Orientierung dienende Farbmarkierungen vorfinden.

Das Pultdach, auf dem eine zur Stromversorgung des Gebäudes gedachte PV-Anlage installiert werden wird, kragt auf der Seite des Haupteingangs aus: Wer warten muss, weil alle Toiletten besetzt sind - so die Überlegung der Planer - genießt auf diese Art etwas Wetterschutz.

Markt-Elektrik künftig außerhalb des Gebäudes

Im Toiletten-"Altbau" (vor wenigen Wochen wurde er abgerissen) befand sich eine Elektroanlage, die den gesamten Wochenmarktplatz mit Strom versorgte. Eine derartige Installation wird es im Ersatzneubau nicht geben, stattdessen sollen Stromabnahmestellen, Mess- und Sicherheitstechnik in Zukunft in einer außenliegenden Verteilereinheit untergebracht werden. Physisch soll das im Oktober, also zum Abschluss der oben beschriebenen Baumaßnahme hin, erfolgen. Dabei wird die Verwaltung in technischer Hinsicht Nägel mit Köpfen machen müssen. Die gesamte, in Teilen bis zu 60 Jahre alte E-Anlage sei nicht mehr konform mit heutigen Sicherheitsnormen, hieß es dazu aus dem Rathaus. Dort wies man auch darauf hin, dass die derzeitige Stromversorgung, die angesichts der bevorstehenden Bauarbeiten über mehrere auf dem Platz aufgestellte Verteilerkästen realisiert wurde, lediglich eine Interimslösung sei. Man komme folglich nicht umhin, die Wochenmarktelektrik komplett zu erneuern - auch, wenn das ebenfalls eine Stange Geld kosten wird.

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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