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Begeisterten ihr Publikum beim ersten "Stadtklang" der neuen Saison im Schloss: die Cellistin Anouchka Hack (links) und die Pianistin Katharina Hack. Foto: Cordes
Begeisterten ihr Publikum beim ersten "Stadtklang" der neuen Saison im Schloss: die Cellistin Anouchka Hack (links) und die Pianistin Katharina Hack. Foto: Cordes
Schwestern im Schloss Ritzebüttel

Auftakt der Cuxhavener Stadtklang-Reihe 2026/27: Ein fulminantes Duo-Konzert

23.09.2026

Ein Konzert der besonderen Art erlebte das Publikum im Cuxhavener Schloss Ritzebüttel, als die Schwestern Anouchka und Katharina Hack mit ihrem Duo-Programm "DNA" den Auftakt der Stadtklang-Saison feierten.

Es war eine echte Premiere und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Eröffnungskonzert der "Stadtklang"-Reihe, das erste Konzert des Duos Anouchka und Katharina Hack und vor allem die Vorstellung ihrer neuen CD "DNA". Zugetragen hat sich alles das am Sonntagnachmittag (20. September 2026) im Schloss Ritzebüttel, wo die beiden Schwestern - Anouchka Hack am Cello und Katharina Hack am Flügel - ein wahrhaft fulminantes Konzert gaben. Und auch hier lautete das Motto "DNA - Künstlerfamilien".

Auf dem Markt erscheint die neue CD der beiden, aufgenommen Ende Januar dieses Jahres im Großen Sendesaal des WDR-Funkhauses in Köln, erst im kommenden Monat. "Mit ihr", so sagt Katharina Hack, "feiern wir die Lebendigkeit mit allem, was dazu gehört." Ein echtes Gegenstück also zu so manchem KI-Generierten auf den Streamingplattformen unserer Tage. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, der Vater Cellist, die Mutter Pianistin, gehört die Musik in der Tat zur DNA der beiden Schwestern. Doch Anouchka und Katharina Hack fassen auf ihrer CD (und folglich auch im Konzert am Sonntag) das Thema noch viel weiter: Verbindungen von Künstlerinnen und Künstlern zueinander stehen im Fokus, auch Räume, in denen Musik entsteht.

Anouchka Hack zaubert ohne Ende auf den Cellosaiten

Ihr Programm hat all das auf vielfältige Art und Weise im Blick, sowohl was die Komponisten-Verbindungen als auch was die unterschiedlichen Musikstile angeht. Da gibt es ein "Liebeslied" von Antonin Dvorak, eines von Josef Suk, von Otilie Sukova "Lullaby", Märchenhaftes von Leos Janacek und Karel Svoboda, die "Fantasiestücke op. 73" von Robert Schumann, Musik von Ernest, Lili und Nadia Boulanger (vom Vater und den beiden Töchtern), die Auftragskomposition "Fantasy on La Bohème" der ukrainischen Komponistin Marina Baranova, von Charles Aznavour, "Mäander I & II für Cello solo" vom Vater Hauke Hack und eine Improvisation von Anouchka und Katharina Hack. Man merkt, auch das Publikum muss hier flexibel sein und sich gegebenenfalls schnell umstellen. Allenfalls bei den Schumann-Fantasiestücken kann es sich etwas ausruhen.

Das kann man bedauern oder auch nicht. Andererseits muss man aber auch zugestehen, dass diese Kleinteiligkeit den beiden Musikerinnen die geradezu einzigartige Chance eröffnet, die ganze Bandbreite ihres enormen technischen, musikalischen und interpretatorischen Könnens zu präsentieren. Und genau das geschieht am Sonntagnachmittag im Schloss. Anouchka Hack etwa zaubert ohne Ende auf ihren Cellosaiten, entwickelt den so herrlichen Ton ihres Instruments in immer neue Klangsphären. Absolut faszinierend ist ihr empathisches und so ungemein ausdrucksstarkes Spiel. Beide, Anouchka Hack und ihre Schwester Katharina, sind beeindruckende Gestalterinnen. Katharinas Klavierspiel ist überaus facettenreich, voller feiner Schattierungen, ist sehr differenziert und dann wieder von wirkungsvoll raumgreifender Pianistik. Und auf ihrer steten Suche nach dem einen, dem jeweiligen Werk adäquaten Klang sprechen die beiden Schwestern eine Sprache.

Hochkarätige Interpretinnen in der Konzertreihe

Restlose Begeisterung beim Publikum und viel, viel Beifall. Ein großer Auftakt für die neue Saison der "Stadtklang"-Konzertreihe, bei der der künstlerische Leiter Mathias Christian Kosel sein Publikum von Saison zu Saison mehr und mehr mit interessanten Ideen und wirklich hochrenommierten Interpreten und Interpretinnen überrascht. Dass sie mitunter geradezu hochkarätig sind, zeigt aktuell das Beispiel der Cellistin Anouchka Hack.

Sie ist am kommenden Montag (28. September 2026) im Rahmen einer internationalen Tournee zusammen mit dem französischen Cellovirtuosen Gautier Capucon und dessen Ensemble "Capucelli" in Aix-en-Provence zu hören. Die Capucelli sind ein hochkarätiges Cello-Septett aus ehemaligen Preisträgern und Stipendiaten der Foundation Gautier Capucon.

Von Ilse Cordes

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