Die vier rot bedachten Container beim Bojenbad sind seit Jahren ein vertrautes Wahrzeichen der Grimmershörnbucht. Doch es wird noch ein paar Wochen dauern, bis sie wieder an ihrem angestammten Platz stehen werden. Archivfoto: Makel
Die vier rot bedachten Container beim Bojenbad sind seit Jahren ein vertrautes Wahrzeichen der Grimmershörnbucht. Doch es wird noch ein paar Wochen dauern, bis sie wieder an ihrem angestammten Platz stehen werden. Archivfoto: Makel
Deichverband legt Plan vor

Bauarbeiten in Cuxhavens Grimmershörnbucht: Wohin die 114 Strandkörbe wandern werden

von Jens Potschka | 25.02.2026

In der Cuxhavener Grimmershörnbucht rollen bald die Bagger an, um den Deich zu sanieren. Während die Arbeiten auf Hochtouren laufen, müssen Strandkörbe weichen und logistische Herausforderungen gemeistert werden. Jetzt ist der genaue Plan bekannt.

Die Grimmershörnbucht steht vor den intensivsten Wochen des Frühjahrs. Nicht wegen der Badesaison 2026, die noch wartet, sondern wegen der Bagger, die in Kürze kommen. Der Cuxhavener Deichverband hat jetzt den konkreten Ablaufplan für die Deichsanierungsarbeiten im Bereich Bojenbad vorgelegt. Und wer die Details kennt, weiß: Es wird eng, aber es soll klappen.

Schultheiß Jürgen Schubel hat die Zeitachse in einem Gespräch mit cnv-medien.de präzisiert. Und Jan Fitter, der Gastronom der "Buchtbude", sagt es so, wie es ein Unternehmer formuliert, der seit vier Jahren an diesem besonderen Ort arbeitet: "Natürlich möchte ich Ostern da stehen. Die Frage stellt sich gar nicht."

Gastronom Jan Fitter hofft, dass die Strandbar "Buchtbude" spätestens zum Osterfest in der Grimmershörnbucht steht. Foto: Witthohn

Kalenderwoche 11: Die Bucht wird zur Baustelle

Alles beginnt in der elften Kalenderwoche, also ab Mitte März. Dann rückt die Logistik an, bevor die eigentlichen Erdarbeiten starten. Beschilderungen werden aufgestellt, Fußgänger und Radfahrer werden vom Uferweg sowie von der Deichkrone ferngehalten. Das ist keine Frage des Ermessens, sondern der Sicherheit: Schwere Lkw werden in diesen Wochen den Arbeitsbereich nutzen, und zwar über eine eigens angelegte Schotterrampe.

Die entsteht dort, wo zwischen Deichkrone und Vorland eine Lücke klafft. Genau da, wo der Uferweg zwischen den Containern und der Dusche bergab führt. Die Schotterfüllung schließt diesen Übergang provisorisch, damit die beladenen Fahrzeuge mit dem Kleiboden sicher auf das Baufeld gelangen können. Zugleich beginnt das Abschälen der Grasnarbe. Der gut durchwurzelte Rasen wird vorsichtig abgetragen, zwischengelagert und später gehäckselt. Er soll als lebendige Beimischung zur neuen Ansaat wieder auf den Deich aufgebracht werden.

Die Luftaufnahme zeigt den Arbeitsbereich in der Grimmershörnbucht zwischen Jänischstraße und Deichtrift. Gut zu erkennen: die roten Dächer der Buchtbude, der DLRG-Rettungsstation und der Sanitäranlagen, dahinter der Deich. Ab Mitte März wird hier Kleiboden aufgebracht und das Gelände neu profiliert. Foto: Czonstke

Zweitausend Kubikmeter in einer Woche

In der zwölften Kalenderwoche beginnt dann das Herzstück der Maßnahme: die Anlieferung von rund 2000 Kubikmetern Kleiboden, der aus dem Hafen nahe Liegeplatz 8 stammt und über den Fährhafen in die Bucht transportiert wird. Im Vergleich zur ursprünglichen Planung wurde die Menge präzisiert. Exakte Nivellierungen haben ergeben, dass 2000 Kubikmeter ausreichen.

Die Lkw kippen das Material auf der befestigten Fläche ab, ein Bagger übernimmt unmittelbar danach die Verteilung in Richtung Gründeich, um den Platz für den nächsten Transporter freizumachen. Während dieser Fahrten gilt: Die Bucht ist für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Kein Durchkommen, kein Schleichweg. Schubel rechnet damit, dass die Anlieferungen und die Verteilung des Materials in dieser einen Woche abgeschlossen sein werden. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. "Man muss immer vorsichtig sein, wenn das Wetter eine Kapriole schlägt."

Nach Regen steht das Wasser in der Grimmershörnbucht oft lange auf den Flächen. Archivfoto: Reese-Winne

Ostern im Blick und ein Plan B

Gelingt alles wie geplant, sollen die Profilierungsarbeiten bis zum Ende der dreizehnten Kalenderwoche abgeschlossen sein. Das wäre der 29. März, der Sonntag vor Ostern. Ab dem 26. März könnten dann die Container aufgebaut werden: Buchtbude, DLRG, Bühne und Duschen. Jan Fitter kennt das Prozedere genau. Alles hängt mit allem zusammen: Kran, Tide, Wetter, Aufbautermine. "Wenn ich nicht spätestens am 26. März rausgehe, hast du nur zwei Tage und wir brauchen ungefähr eine Woche, bis alles steht."

Der 26. März sei, so Fitter, eigentlich schon spät. Er und das Team der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH (NHC) bauen gemeinsam auf und teilen sich die Kosten für den Kran und die Aufbauzeiten. Für den Fall, dass die Arbeiter den Termin nicht halten können, hat Fitter einen schriftlichen Alternativvorschlag eingereicht und wartet jetzt auf die Antwort von Deichverband und NHC. "Eine Baustelle ist und bleibt eine Baustelle. Da kann immer mal was sein." Dieser Satz klingt bei ihm nicht nach Resignation, sondern nach Erfahrung.

Die Grimmershörnbucht ist unter anderem für die verschiedenfarbigen Strandkörbe bekannt. Archivfoto: Larschow

Strandkörbe wandern - der Sommerabend bleibt

Für die Besitzer der insgesamt 114 Strandkörbe - 88 private und 26 gewerbliche -, die normalerweise am Bojenbad in dem betroffenen Bereich zwischen Jänischstraße und Deichtrift stehen, hat die NHC konkrete Alternativen benannt. Als Ausweichflächen stehen in dieser Saison zur Verfügung:

  • Nautic Feld 2
  • Kurpark
  • Sandstrand Döse
  • Sandstrand Sahlenburg

Wer keinen Alternativplatz annehmen möchte, kann für 2026 auf einen Aufstellplatz verzichten, mit der verbindlichen Zusage, 2027 den gewohnten Platz im Bojenbad zurückzuerhalten. Diese Regelung betrifft auch die Vermietungskörbe.

Der Sommerabend am Meer soll auch 2026 stattfinden - trotz der Deicharbeiten. Foto: Potschka

Und dann ist da noch ein Punkt, der offenbar bei einigen für Verwirrung gesorgt hat und den NHC-Pressesprecherin Katharina Ziersch klarstellt: "Der Sommerabend am Meer wird stattfinden und auch wie gewohnt in der Bucht." Nur die kleine Deichbühne muss versetzt werden.

Nach Abschluss der Arbeiten braucht die neu angesäte Fläche mindestens drei Monate Ruhe, bevor sie wieder betreten werden kann. Auch ein neues Stromkabel könnte vorsorglich mit in den Deich eingebracht werden. "Wenn der Deich schon einmal auf ist, macht es Sinn, das neue Kabel gleich mitzuverlegen", sagt Gastronom Jan Fitter. Jürgen Schubel bittet derweil um Geduld und wirbt mit einem Versprechen: Die Fläche werde hinterher besser sein als zuvor. Für den Deich. Und für alle, die diesen besonderen Ort lieben.

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Jens Potschka

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