"Wollen diese Betonbunker hier nicht mehr": Zweite Chance für Bauprojekt in Cuxhaven
Die Baulücke an der Prinzessinnentrift bleibt - vorerst. Doch ein neuer Entwurf könnte das Quartier verändern. Während die Bauverwaltung prüft, formiert sich Widerstand aus der Nachbarschaft.
Die Baulücke an der Prinzessinnentrift bleibt vorerst, was sie ist: eine Lücke. Doch die Weichen für eine Entscheidung sind gestellt: Die Bremerhavener Gezer-Polzin Immobilien GmbH hat nach der Ablehnung ihres ersten Bauantrags einen überarbeiteten Entwurf für das Projekt "Prinzessinnentrift N°13" bei der Cuxhavener Bauverwaltung eingereicht. Das bestätigt Sachbearbeiter Sebastian Post. "Wir gehen davon aus, dass es plankonform ist", sagt er, wenngleich die formelle Prüfung noch läuft.
Was hat sich konkret geändert? "Wir haben das Projekt an den Bebauungsplan angepasst", erklärt Lukas Stadler vom Investor gegenüber cnv-medien.de. Das oberste Geschoss, das ursprünglich als großzügige Penthouse-Wohnung geplant war, entfällt. Zudem werden die Stellplätze nicht mehr ausschließlich innerhalb des Gebäudes untergebracht, sondern zum Teil in begrünten Carports auf dem rückwärtigen Grundstücksteil. "Das Dach der Carports bekommt eine intensive Begrünung, das Hausdach eine Photovoltaikanlage", so Stadler.
Weniger Etagen, aber immer noch ein großes Haus
Sebastian Post gibt sich sachlich, aber unmissverständlich: "Es wird da natürlich ein hohes Haus entstehen, was der Bauantrag aber schon immer so vorsah." Sechs Vollgeschosse plus ein Garagengeschoss bleiben zulässig. Auch das rechtliche Rücksichtnahmegebot, das beim ersten Entwurf noch als Ablehnungsgrund herangezogen wurde, spielt beim überarbeiteten Antrag keine entscheidende Rolle mehr: "Wenn wir das Rücksichtnahmegebot jetzt noch hochhalten würden, würden wir infrage stellen, ob der Bebauungsplan überhaupt richtig ist", geht Post ins Detail.

Der für viele Anwohner besonders schmerzliche Punkt - die hohe, fensterlose Brandwand entlang der Nachbargrenze - ändert sich durch den neuen Entwurf kaum. Post räumt das offen ein: "Diese hohe weiße Wand ändert sich gegenüber dem alten Entwurf nicht großartig." Dafür fällt das alleroberste Geschoss weg, von dem man noch weiter auf die Nachbargrundstücke hätte schauen können.
Unterschriftenlisten und ein Anwaltstermin
Doch nicht alle in der Nachbarschaft sind bereit, das Vorhaben hinzunehmen. Eine Interessengemeinschaft von Anliegern formiert sich zunehmend. Ein Mitglied der Gruppe, das namentlich nicht genannt werden möchte, bringt die Stimmung gegenüber der CN/NEZ-Redaktion auf den Punkt: "Irgendwann muss die Kommune auch mal einlenken. Wir wollen diese Betonbunker hier nicht mehr." Die Gruppe sammelt derzeit Unterschriften und hat einen Termin bei einer Fachanwältin für Baurecht vereinbart, um Akteneinsicht in das Verfahren zu beantragen.

Der Kern der Kritik geht über das konkrete Bauprojekt hinaus. Grimmershörn sei im Sommer ohnehin schon überlastet, durch Tourismus, Durchgangsverkehr und eine wachsende Zahl von Ferienwohnungen. "Überall wird den Leuten nahegelegt, ihre geduldeten Ferienwohnungen zu schließen, und parallel kommt ein auswärtiger Investor und baut neue", heißt es aus der Interessengemeinschaft. Die Forderung: Der Stadtrat müsse endlich handeln und die veralteten Bebauungspläne des Quartiers an die Realität von heute anpassen.
Was kommt nach der Genehmigung?
Stadtbaurat und Bauverwaltung hatten beim ersten Entwurf noch ausdrücklich auf die Grenzen des historisch gewachsenen Bebauungsplans hingewiesen: Wer ein Grundstück im Sondergebiet "Kur" erwirbt, weiß, was dort zulässig ist, und zahlt entsprechend. Lukas Stadler hält sich über die nächsten Schritte bedeckt: "Wir warten erst einmal ab, dass der Bauantrag durchgeht. Alles Weitere kommt dann."
Die Interessengemeinschaft wartet ebenfalls, allerdings nicht tatenlos. Ihr Anwaltstermin ist gebucht, die Unterschriftenlisten laufen. Cuxhaven und die Prinzessinnentrift haben noch nicht das letzte Wort gesprochen.