Dieses Bild wird es so in der Sommersaison 2026 vermutlich nicht geben: Aufgrund von Bauarbeiten müssen einige Strandkörbe weichen. Archivfoto: Koppe
Dieses Bild wird es so in der Sommersaison 2026 vermutlich nicht geben: Aufgrund von Bauarbeiten müssen einige Strandkörbe weichen. Archivfoto: Koppe
Sommeraktivitäten beeinflusst

Deicharbeiten in Cuxhavens Bucht: Strandkörbe und Sommerabend 2026 müssen weichen

von Jens Potschka | 20.02.2026

Bevorstehende Bauarbeiten in Cuxhavens Grimmershörnbucht verändern mehr als nur den Deichschutz. Strandkörbe weichen und ein Gastronom bangt um seinen Saison-Betrieb. Die Auswirkungen sind weitreichend - auch für den Sommerabend am Meer 2026.

Ab Mitte März rücken die Bagger an. Der Cuxhavener Deichverband beginnt im Bereich zwischen Deichtrift und Jänischstraße mit Arbeiten am äußeren Deichfuß und im Vorland in Höhe Bojenbad bei der Buchtbude. Kleiboden wird ergänzt, das Gelände neu profiliiert, eine Drainage erneuert.

Der Eingriff wirkt auf den ersten Blick technisch, ist aber eine klassische Vorsorgemaßnahme. Wo sich Senken gebildet haben und Regenwasser stehen bleibt, leidet auf Dauer die Grasnarbe und damit die Schutzfunktion des Deichkörpers. Genau hier setzt der Verband an.

Im Sommer ist die Grimmershörnbucht für gewöhnlich voller Strandkörbe. Archivfoto: Keck

Vernässungen als Auslöser

"Die Arbeiten sind zur Verbesserung der Deichsicherheit notwendig, weil sich in dem betroffenen Abschnitt erhebliche Vernässungen und Senken eingestellt haben", erklärt Schultheiß Jürgen Schubel gegenüber cnv-medien.de. Nach Regen stehe das Wasser oft lange auf den Flächen, Pfützen würden tief. Schubel beschreibt das Problem anschaulich: "Da machen die Möwen schon ‘Südelpart'." Er meint damit in Pfützen stapfende Vögel.

Schultheiß Jürgen Schubel (r.), hier mit Cuxhavens Kurdirektor Olaf Raffel beim Sommerabend am Meer 2025, hat den Deich im Blick. Foto: Potschka

Geplant ist ein Gefälle von rund drei Prozent vom Deichfuß in Richtung Wasser. So kann Niederschlag künftig schneller ablaufen. Im Nahbereich der befestigten Flächen wird zudem eine neue Drainage verlegt. Eine alte Leitung existiere bereits, funktioniere aber "nicht mehr vernünftig", so Schubel.

So läuft die Maßnahme ab

Die Arbeiten folgen einem klaren Ablauf. Zunächst wird der vorhandene Rasen abgeschält und zwischengelagert. "Das ist lebendiger, gut durchwurzelter Boden", sagt Schubel. Der angefahrene Kleiboden aus dem Hafen sei dagegen "weitgehend totes Material". Deshalb werde die Grassode gehäckselt und später wieder aufgebracht, damit die Saat besser aufgeht.

Rund 3000 Kubikmeter Kleiboden stammen aus dem Hafenbereich nahe Liegeplatz 8. Die Anlieferung erfolgt über den Fährhafen. In der Nähe der Buchtbude wird das Material abgekippt, verteilt und einplaniert. Zum Abschluss wird die Oberfläche per Hydraulik-Anspritzverfahren neu angesät. Dabei handelt es sich um eine Saat-Dünger-Klebermischung, die die Fläche stabilisiert.

Die Luftaufnahme zeigt den Arbeitsbereich in der Grimmershörnbucht zwischen Jänischstraße und Deichtrift. Gut zu erkennen: die roten Dächer der Buchtbude, der DLRG-Rettungsstation und der Sanitäranlagen, dahinter der Deich. Ab Mitte März wird hier Kleiboden aufgebracht und das Gelände neu profiliert. Foto: Jan Czonstke

Die Ausführung übernehmen die Firmen Bodo Freimuth und Schlichtmann Kulturbau GmbH. Bei günstiger Witterung soll die Baustelle Ende April abgeschlossen sein.

Einschränkungen für Gäste

Für die Öffentlichkeit bedeutet das vorübergehende Einschränkungen. Während der Bauphase wird die Begehbarkeit von Deich und Vorland zeitweise eingeschränkt, auch Fahrverkehre inklusive Fahrräder können vorübergehend ausgeschlossen und umgeleitet werden. Der Zugang zur Buchtbude bleibt möglich, Details sind noch in Planung.

Jürgen Schubel rechnet mit Absperrungen, die über das übliche Flatterband hinausgehen könnten: "Wahrscheinlich werden wir da 'n Bauzaun hinstellen müssen." Erfahrungsgemäß sei der Nutzungsdruck hoch, gerade in der Vorsaison.

Nach Regen stehe das Wasser in der Grimmershörnbucht oft lange auf den Flächen, Pfützen würden tief, verdeutlicht Schultheiß Jürgen Schubel. Foto: Reese-Winne

Folgen bis in den Sommer

Deutlich länger wirken die Folgen auf der Fläche selbst. Nach Abschluss der Arbeiten muss das Areal mindestens drei Monate ruhen. Die Grasnarbe braucht Zeit, um sich zu schließen und belastbar zu werden. Strandkörbe, die dort sonst im Sommer stehen, weichen auf benachbarte Flächen aus. Die Koordination übernimmt die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH.

Fest steht: In dieser Saison wird im betroffenen Abschnitt kein Strandkorb stehen. Auch der "Sommerabend am Meer 2026" kann auf diesem Areal nicht stattfinden. Der Verband betont, man habe den Zeitraum bewusst außerhalb der Sturmflutsaison gewählt.

Für den Sommerabend am Meer, der eigentlich immer rund um den Fährhafen stattfindet, wird im Jahr 2026 wohl umgeplant werden müssen. Foto: Potschka

Gastronom zwischen Verständnis und Sorge

Buchbude-Gastronom Jan Fitter zeigt Verständnis und Sorge. "Deichschutz hat höchste Priorität. Die Frage stellt sich überhaupt nicht", sagt Fitter. Zugleich brauche sein Betrieb Planungssicherheit: "Ich hoffe, dass das professionell und zügig erledigt wird."

Die kurzfristige Information habe ihn überrascht. Personal, Logistik, Saisonaufbau: Das alles werde über Monate vorbereitet. "Ich warte jetzt den Montag ab", sagt Fitter gegenüber der CN/NEZ-Redaktion mit Blick auf das anstehende Abstimmungsgespräch mit Deichverband, Stadt und Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH.

Seit Sommer 2022 betreibt Jan Fitter die Strandbar "Buchtbude" in der Grimmershörnbucht. Archivfoto: Witthohn

Abstimmung am runden Tisch

Am kommenden Montag (23. Februar 2026) wollen die Beteiligten Details klären: Baustellenlogistik, Wegeführung, Flächenzuschnitt. Ziel sei eine Lösung, mit der Deichschutz und touristische Nutzung vereinbar bleiben. "Im Grunde geht Deichbau vor. Das weiß Jan Fitter auch", betont Schubel.

Der Schultheiß wirbt um Gelassenheit. Deichunterhaltung sei keine Ausnahme, sondern Routine an der Küste. "Mit dem Wetter muss man immer ein bisschen Glück haben, aber im Grunde ist das eine gewohnte Geschichte."

Nutzen über die Bauzeit hinaus

Langfristig verspricht sich der Verband eine deutlich verbesserte Entwässerung. Nach Aufwuchs des neuen Grases werde der Wasserabfluss besser gelingen, Vernässungen sollen der Vergangenheit angehören. Davon profitierten nicht nur die Deichsicherheit, sondern auch Spaziergänger, Badegäste und Strandkorbnutzer.

Jürgen Schubel bittet Betroffene und Gäste um Geduld: Die Maßnahme "wird nicht nur den Deichschutz optimieren, sondern auch der Nutzbarkeit der Vorlandfläche nützlich sein".

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

potschka@no-spamcnv-medien.de

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