Die Barrelhouse Jazzband begeisterte im Cuxhavener Hafenbahnhof mit Klassikern des New-Orleans-Jazz, karibischen Klängen und diversen Eigenkompositionen. Foto: Mangels
Die Barrelhouse Jazzband begeisterte im Cuxhavener Hafenbahnhof mit Klassikern des New-Orleans-Jazz, karibischen Klängen und diversen Eigenkompositionen. Foto: Mangels
Konzert im Hafenbahnhof

Barrelhouse Jazzband überzeugt in Cuxhaven mit einem prickelnden Mix

von Christian Mangels | 25.01.2026

Sie gelten als dienstälteste Jazzband Deutschlands, aber eingerostet sind sie noch lange nicht: Die sieben Mitglieder der Barrelhouse Jazzband überzeugten in den Cuxhavener Hapag-Hallen mit einem prickelnden Mix verschiedener Jazz-Spielarten.

Im 40. Jahr seines Bestehens lässt es der Cuxhavener Verein Jazz und Folk so richtig krachen und hat für die Musikfreunde 2026 ein beeindruckendes Programm zusammengestellt. Den Auftakt machte am Freitag (23. Januar) die Barrelhouse Jazzband. Seit unglaublichen 73 Jahren gibt es diese Gruppe, die bei ihrem Auftritt in den Hapag-Hallen mit Klassikern des New-Orleans-Jazz und mit diversen Eigenkompositionen überzeugte.

Ganz eigener und nahezu unverwechselbarer Barrelhouse-Stil

Dabei verbinden die sieben Vollblutmusiker aus Hessen die karibischen Wurzeln des Jazz mit dem Swing der Harlem-Ära zu einem ganz eigenen, typischen und nahezu unverwechselbaren Barrelhouse-Stil, der nicht zuletzt durch Kompositionen kreolischer Jazzgrößen wie Jelly Roll Morton oder auch Legenden wie Duke Ellington und Henry Roeland Byrd unmittelbar mitreißt. "Unsere große Liebe gehört den kreolischen Stücken aus dem alten New Orleans", erklärte Saxofonist Frank Selten, der der Barrelhouse Jazzband seit 63 Jahren die Treue hält.

Schon nach den ersten Noten war klar, dass die sechs Männer und "Lady Bass" Lindy Huppertsberg ihre Instrumente meisterhaft beherrschen. Solistische Einlagen und Improvisationen schüttelten die Barrelhouse-Jazzmusiker spielerisch aus dem Handgelenk.

Mit "When my Dreamboat comes home", dem Erkennungslied der Band, eröffneten die Musiker ihren konzertanten Reigen - und schnell swingten (und tanzten) die Besucherinnen und Besucher mit. Spätestens mit der vom Komponisten Horst Schwarz geschaffenen musikalischen Widmung an die karibische Insel Margerita erreichte die Jazz-Begeisterung auch den letzten Winkel der Halle. Ebenso faszinierend geriet dem Ensemble Jelly Roll Mortons raffinierter Song "The Pearls", zu dem den Pianisten der Hals einer schönen Frau inspiriert haben soll, wie die Band verriet. Vom Feinsten war auch Duke Ellingtons "Caravan". Die Gäste fühlten sich sogleich auf die Straße der Karawane versetzt und genossen das Gefühl von morgenländischem Klang.

Sensationell waren die Soli der Musiker, da zeigten sie die ganze Palette ihres Könnens. Sven Hack hatte auf der Klarinette perlende Figuren und auch dynamisch ausgefeilte Harmonien auf Lager. Joachim Lösch zeigte an der Trompete, zu welchen swingenden und bluesigen Kabinettstücken er in der Lage ist. Altmeister Frank Selten glänzte an Saxofonen in den Stimmlagen Bariton, Tenor und Alt absolut versiert und mit sichtbarem Spaß - Jazzen hält sichtlich und hörbar jung.

Als wahre Gentlemen erwiesen sich Schlagzeuger Michael Ehret und Roman Klöcker (Gitarre, Banjo), die die Band rhythmisch anführten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Lindy Huppertsberg zupfte mit cooler Noblesse den Kontrabass und gefiel auch als Jazzsängerin mit dem Titel "A-tisket, a-tasket", eigentlich ein Kinderlied, das Ella Fitzgerald 1938 berühmt machte. Und was Pianist Jan Luley zu den einzelnen Songs in die Tasten zauberte, ließ jeden Amateur am Jazzklavier erblassen. Fazit: Ein mitreißender Abend voller Leidenschaft und musikalischer Raffinesse.

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