Das Logenhaus der Freimaurer in Cuxhaven erstrahlt in blauem Licht während der „Blue Night“. Blau steht für Weisheit, Wahrheit und Beständigkeit. Foto: Larschow
Das Logenhaus der Freimaurer in Cuxhaven erstrahlt in blauem Licht während der „Blue Night“. Blau steht für Weisheit, Wahrheit und Beständigkeit. Foto: Larschow
Die Freimaurer

Blaues Licht und offene Logentüren: Die Freimaurer in Cuxhaven räumen mit Mythen auf

von Tim Larschow | 29.03.2026

Das Logenhaus der Freimaurer im Grünen Weg in ein ungewohntes Licht getaucht. Blau schimmert die Fassade und hebt sich deutlich von der Dunkelheit ab. Am Wochenende zeigten sich die Cuxhavener Freimaurer offen und gewährten Einblick in ihr Logenhaus.

Das Logenhaus der Freimaurer im Grünen Weg liegt an diesem Abend in ein ungewohntes Licht getaucht. Blau schimmert die Fassade und hebt sich deutlich von der Dunkelheit ab.

Im Inneren beginnt um 19.30 Uhr die "Blue Night" der Johannisloge "Anschar zum Friedenshafen" in Cuxhaven. Die Aktion ist Teil einer Veranstaltungsreihe, bei der Freimaurerlogen ihre Türen für Interessierte öffnen. Ziel ist es, Einblicke zu geben, Fragen zu beantworten - und vor allem mit verbreiteten Mythen aufzuräumen. Rund 35 Gäste versammelten sich im Gesellschaftsraum im Erdgeschoss unterhalb des Tempels des Logenhauses.

"Freimaurerei - das klingt für viele noch immer nach Geheimbund, Verschwörung und verschlossenen Türen", sagt Logenmeister Klemens Buchsteiner. Genau dieses Bild wolle man korrigieren. Die Freimaurerei biete vielmehr "etwas, das man mit Geld nicht kaufen kann: das Angebot, in der Gemeinschaft den Weg zu sich selbst zu finden".

Dogmen oder feste Ideologien gebe es nicht. Stattdessen verstehe sich die Loge als Raum für persönliches Wachstum, Austausch und Reflexion. Nach dem Vortrag des Logenmeisters durften die Gäste sich das Gebäude anschauen und sogar einen Blick in den "Tempel" werfen.

Nicht jeder kann ein Freimaurer werden

Das Logenhaus selbst trug zur besonderen Atmosphäre des Abends bei. Das traditionsreiche Gebäude blickt auf eine lange Geschichte zurück und weckt schon im Alltag die Neugier vieler Vorbeigehender. Hinter den Mauern vermuten manche noch immer Geheimnisse. Gerade deshalb setzen die Veranstalter auf Offenheit.

Das Logenhaus wurde 1894 erbaut. Von 1933 bis 1945 war es zwangsweise geschlossen und enteignet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte es bereits im Mai 1945 als erstes Logenhaus in den westlichen Besatzungszonen wieder eröffnet werden. In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Gebäude im Inneren renoviert - so auch der Tempel. Hier kommen die Mitglieder der Freimaurerloge "Anschar zum Friedenshafen" zu ihren rituellen Veranstaltungen zusammen.

Grundsätzlich gilt: Nicht jeder kann einfach Freimaurer werden. Die Johannisloge ist nur für Männer geöffnet. Es gibt zwar auch Frauenlogen, jedoch nicht in Cuxhaven. Ein Anwärter muss volljährig sein und einen guten Ruf haben - alles andere ist zweitrangig. Religion etwa spielt im Grünen Weg keine Rolle.

Bei Gästeabenden kann man sich vorstellen. "Freimaurer wird man aber nur aus eigenem Antrieb. Wir suchen nicht aktiv und machen keine Werbung", erklärt Buchsteiner.

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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