Der Stromkasten musste vom Netz genommen werden. Seither ist die Ampel an der Ecke Hauptstraße/Köthnerweg außer Betrieb. Foto: Reese-Winne
Der Stromkasten musste vom Netz genommen werden. Seither ist die Ampel an der Ecke Hauptstraße/Köthnerweg außer Betrieb. Foto: Reese-Winne
Was dahintersteckt 

Cuxhaven: Es gibt kein Patentrezept gegen die wiederholten Rohrbrüche in Altenwalde

von Maren Reese-Winne | 28.03.2026

Wenn der Zentrale des Wasserversorgungsverbands Land Hadeln in Otterndorf ein Rohrbruch gemeldet wird, liegt der Ort des Schadens seit mindestens zehn Jahren meist in Altenwalde. So war es auch am vergangenen Montag an einer sehr vertrauten Stelle. 

Die Ereignisse am vergangenen Montagmorgen folgten einem vertrauten Muster: Kurz vor 5.30 Uhr meldete das Wasserwerk Altenwalde vollautomatisch eine erhöhte Wasserabgabe. "15 Minuten vor dem ersten Anrufer", berichtet Verbands-Geschäftsführer Florian Heitsch, der an dem Morgen ohnehin Notdienst hatte. Die gemeldete hohe Wassermenge erzeugte in ihm bereits einen Verdacht über den Schadensort, der sich kurz darauf bestätigte.

Die Hauptstraße stand unter Wasser und auch vor den Häusern am Franzenburger Weg sammelten sich Wasser und Schlamm an, nachdem an der Kreuzung Hauptstraße/Köthnerweg/Franzenburger Weg eine 200-mm-Transportleitung gebrochen war. Auch ein Stromkasten war betroffen. Die durch ihn versorgte Ampel musste ausgeschaltet werden und ist außer Betrieb. 

Örtliche Gegebenheiten sind schon bekannt

Wegen der allseits bekannten örtlichen Gegebenheiten konnte die Wasserversorgung im Ortsnetz, wenn auch mit leicht verringertem Druck, recht zügig wiederhergestellt werden, indem die Wasserströme durch "Abschiebern" in andere Leitungen umgeleitet wurden.

Wasserrohrbruch an der Hauptstraße: Es ist schon so oft passiert, dass die Einsatzkräfte schon genau wissen, wo die Leitungen umgeleitet werden müssen, damit wenigstens die Wasserversorgung wieder läuft.

Die vertrackten Verhältnisse an dem Knotenpunkt sind lange bekannt. Zahllose Leitungen und Kabel liegen über- und nebeneinander und verbieten den Einsatz großen Geräts. Nachdem ein Saugbagger nicht verfügbar war, mussten sich die Mitarbeiter nach und nach zur zwei Meter tief liegenden Schadenstelle vortasten. Ein großer Straßenbaum musste dabei gefällt werden, weil durch das beschädigte Wurzelwerk die Standfähigkeit gefährdet war.

Der Baum ist weg: Für die Reparatur des jüngsten Wasserrohrbruchs am Montag musste so tief ins Wurzelwerk eingedrungen werden, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. Foto: Reese-Winne

An die Wurzel allen Übels konnten die Zuständigen allerdings auch diesmal nicht vordringen. "Wir verstehen den Unmut der Anlieger", versichert Florian Heitsch. Als Einzelkämpfer komme der Verband allerdings an dieser Stelle schlichtweg nicht weiter, sonst  hätte er die Maßnahme längst vorgezogen.

Ortsbürgermeister Ingo Grahmann (SPD) stand am Mittwoch bei Florian Heitsch in Otterndorf auf der Matte, um sich über mögliche Vorgehensweisen informieren zu lassen, denn: "Es wird ja zusehends klar, dass das nicht mehr zu halten ist, wenn nicht Nägel mit Köpfen gemacht werden", sagt er. Seine Hoffnung war, dass ohne die Wurzeln des Straßenbaums vorerst ein seitlicher Zugang zur Trinkwasserleitung erreicht werden könnte, aber auch das sei nicht so leicht, so Florian Heitsch. Dass der aktuelle Schaden durch oberhalb der Leitung liegende, durch den Frost in Bewegung geratene große Steine verursacht worden sein könnte, sei nur eine Überlegung von vielen.  

Sofortmaßnahmen und Grundsanierung gefordert

Für den CDU-Ortsverband Altenwalde meldete sich der Vorsitzende Dietmar Rehfeldt zu Wort. Er forderte eine grundlegende Herangehensweise: "Punktuelle Reparaturen an einem offensichtlich maroden System sind weder nachhaltig noch wirtschaftlich. Die wiederholten Schäden an identischer Stelle beweisen, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen", so Rehfeldt. Erforderlich sei eine sofortige umfassende technische Überprüfung des gesamten Leitungsabschnitts, um weitere Schwachstellen zu identifizieren. Daran müsse sich eine vollständige Sanierung des betroffenen Leitungsstranges anschließen.

Immer, wenn an der Böschung die Wasserleitung bricht, ergießen sich Wasser und Schlamm in den deutlich tiefer gelegenen Franzenburger Weg.

Nach Angaben von Florian Heitsch sind die Haushaltsmittel für dieses Jahr allerdings schon verplant. Außerdem verbiete das Leitungschaos ein Vorpreschen seines Verbands: "Für eine neue Wasserleitung bräuchten wir Platz. Aber die ganzen Randbereiche sind voll", erklärt er. Über Zugangswege und Reparaturen habe man sich offenbar keine Gedanken gemacht, als immer mehr Strom-, Telefon- und andere Leitungen versenkt wurden. Alle Beteiligten müssten sich für eine großangelegte Maßnahme zusammenfinden. 

Nahe dem Bahnübergang in der Robert-Koch-Straße hat der Wasserversorgungsverband Land Hadeln vor wenigen Tagen mit der Sanierung des Wasserrohrnetzes begonnen.

An der Robert-Koch-Straße geht es weiter wie geplant

Unberührt davon werde die bereits begonnene Leitungssanierung entlang der Robert-Koch-Straße fortgesetzt, so Heitsch. Hier hatte ein großer Wasserrohrbruch nahe dem Bahnübergang im Sommer 2025 in der Umgebung über Stunden die Wasserversorgung lahmgelegt. 

Im Franzenberger Weg erneuert die EWE Wasser auf rund zehn Metern das Kanalrohrnetz. Foto: Reese-Winne

Andere Baustelle - anderer Träger

Die Parallel-Baustelle im Franzenburger Weg (zwischen An der Schanze und der Hinrich-Ebs-Straße) fällt übrigens nicht in die Zuständigkeit des Wasserverbands. EWE Wasser saniert hier den Abwasserkanal auf zehn Metern Länge. Dabei kamen auch Saugfahrzeuge zum Einsatz.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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