CNV Medien

Die Polizei ist nach der Bombendrohung am Kreishaus Cuxhaven vor Ort. Foto: Brettschneider
Die Polizei ist nach der Bombendrohung am Kreishaus Cuxhaven vor Ort. Foto: Brettschneider
Anruf beim Landkreis

Die Bombendrohung und die Folgen: Cuxhavener Kreishaus am Mittwoch evakuiert

von Bengta Brettschneider | 10.12.2025 Zuletzt aktualisiert: 21.05.2026 11:17 Uhr

In Cuxhaven sorgt eine Bombendrohung gegenüber dem Landkreis für einen Großeinsatz der Polizei und die Evakuierung des Kreishauses. Schnell gab die Polizei Entwarnung. Was bisher bekannt ist.

Mit einem großen Aufgebot ist die Polizei am Kreishaus, um die Lage zu sichern. Foto: Brettschneider

Der Parkplatz vor dem Kreishaus war am Mittwochmittag (10. Dezember 2025) gefüllt mit Menschen. In kleinen Gruppen standen sie zusammen, viele von ihnen trugen gelbe Warnwesten. Der Hintergrund: Es war zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen.

"Das ist jetzt kein Scherz", warnte einer der Mitarbeiter, als er seine Frau per Handy erreichte, "es gab eine Bombendrohung und wir wurden evakuiert." Er hatte das Gebäude ohne Jacke verlassen und auch seine Autoschlüssel befanden sich noch im Kreishaus.

Die Polizei hatte gegen 12.20 Uhr einen "größeren Polizeieinsatz beim Landkreis Cuxhaven" gemeldet. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass es sich dabei um eine Bombendrohung handelte.

Das Telefon einer Landkreis-Mitarbeiterin hatte am Vormittag geklingelt: Im Telefonat sprach der Anrufer oder die Anruferin - dazu gab die Polizei gegenüber cnv-medien.de keine Informationen heraus - eine Bombendrohung für 13 Uhr aus. Der Landkreis entschied sich in Person des Landrates Thorsten Krüger (SPD) in Absprache mit der Polizei, das Gebäude zu evakuieren - als Vorsichtsmaßnahme, wie Stephan Hertz, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, gegenüber der CN/NEZ-Redaktion betonte.

"Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung", hatte Hertz bereits in der ersten veröffentlichten Nachricht Entwarnung gegeben. Vor Ort fügte er hinzu, dass die meisten Landkreis-Mitarbeiter nach Bekanntwerden der potenziellen Gefahrenlage in den Feierabend oder ins Homeoffice geschickt worden waren. Geordnet fuhren die Angestellten mit ihren Autos vom Kreishaus-Parkplatz. Die Polizei regelte den Verkehr auf der Haydnstraße. Auch Landrat Thorsten Krüger war vor Ort und sprach mit Mitarbeitern und der Polizei.

Die Landkreis-Mitarbeiter kommen an einer Sammelstelle auf dem Parkplatz zusammen. Foto: Brettschneider

Die Evakuierung wurde laut Polizeisprecher Hertz nach dem Plan des Landkreises durchgeführt. Dabei seien die Fluchtpläne eingehalten worden und die Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter hätten sich bei den Sammelstellen auf dem Parkplatz eingefunden.

Auch die Fahndungsgruppe der Polizei war im Einsatz und bewertete die Sicherheitslage. Die Fachleute sind besonders geschult für solche Situationen wie Amokläufe und Bombendrohungen. Die fachliche Bewertung ergab keine Hinweise auf eine konkrete Gefahrenlage.

Gegen 13 Uhr befanden sich noch rund 25 Landkreis-Mitarbeiter auf dem Parkplatz. Viele ihrer Kollegen hatten sich vorab bereits am Kreishaus abholen lassen. Gegen 13.15 Uhr wurde das Gebäude wieder freigegeben. Wenige Angestellte kehrten daraufhin zurück ins Kreishaus. Die Ermittlungen zu den weiteren Umständen und zu dem noch unbekannten Verursacher dauern nach Angaben der Polizeiinspektion Cuxhaven an. Landrat Krüger stand am Mittwoch auf CN/NEZ-Anfrage für ein Statement nicht zur Verfügung.

Das Kreishaus wurde nach der Bombendrohung evakuiert. Foto: Brettschneider

Bereits im April hatte eine Bombendrohung am Lichtenberg-Gymnasium für Aufregung gesorgt. Diese war per Mail eingegangen. Die Schülerinnen und Schüler waren daraufhin umgehend nach Hause geschickt worden. Es waren keine weiteren Maßnahmen nötig geworden, die Polizei hatte die Drohung als "nicht relevant" eingeschätzt.

Im Jahr 2011 hatte sich im Kreishaus ein tödlicher Zwischenfall ereignet. Ein Mann hatte bei einer Fortbildungsveranstaltung mehrere Menschen mit einer Stange bedroht. Ein Polizist hatte aus Notwehr zur Dienstwaffe gegriffen. Die Staatsanwaltschaft Stade hatte das Ermittlungsverfahren gegen den Polizeibeamten wegen des Verdachts des Totschlags im Jahr darauf eingestellt.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Bengta Brettschneider
Bengta Brettschneider

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

bbrettschneider@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Entscheidung fällt im Dezember

SPD Cuxhaven legt sich fest: Tjark Makel erhält Rückendeckung für Landtagswahl 2027

Trotz heftiger Proteste

MVZ Rohdestraße in Cuxhaven schließt: Wo Patienten künftig ihre Ärzte finden

"Möchte andere Menschen warnen"

Goldringe für 10.000 Euro verschwunden: Ermittlungen gegen Händler in Cuxhaven

Junge Leute protestieren 

Aufruf zum Protest in Cuxhaven - "Gen Z regelt" bringt junge Menschen auf die Straße