Die künftige Schwerlastbrücke soll die Umschlag- und Gewerbeflächen sowie das Siemens Gamesa Werk mit der Bundesstraße 73 verbinden. Grafik: Stadt Cuxhaven/AfW
Die künftige Schwerlastbrücke soll die Umschlag- und Gewerbeflächen sowie das Siemens Gamesa Werk mit der Bundesstraße 73 verbinden. Grafik: Stadt Cuxhaven/AfW
Hafenwirtschaft zu Großprojekt

Cuxhavens "Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit": Logistiker setzen auf Brückenbau

von Kai Koppe | 31.03.2025

In einer Stellungnahme bekennt sich die örtliche Hafenwirtschaft zum Ausbauprojekt: Mit der Erweiterung des Hafens und dem Bau einer Schwerlastbrücke schaffe Cuxhaven ideale Voraussetzungen für Produktion und Umschlag großer Offshore-Komponenten.

Die Bauarbeiten haben bereits begonnen; bis Ende 2028 sollen die neuen Liegeplätze 5 bis 7 fertiggestellt sein. "Ein bedeutender Schritt, um den Hafen als Logistikdrehscheibe für Windenergieprojekte auf See und an Land noch leistungsfähiger und effizienter zu machen": So kommentiert die Hafenwirtschaftsgemeinschaft (HWG) Cuxhaven den im Februar erfolgten Baustart. Und verweist darauf, dass sich schon heute ein zunehmender Bedarf an zusätzlichen Flächen für Logistik, Industrieansiedlungen und Produktionsstätten abzeichnet. "Die Fertigung von Offshore-Windturbinen schreitet weiter voran. In Zukunft werden wir hier verstärkt eine lokale Produktion sowie die Veredelung von Großkomponenten durch internationale Zulieferer erleben. Und auch wir haben weiteren Platzbedarf, da unsere Produktionsmengen steigen und die Turbinen immer größer werden", merkte Kristoffer Mordhorst, Werksleiter von Siemens Gamesa Renewable Energies, an.

"Der ideale Standort als Basishafen"

Um der erwähnten Nachfrage gerecht zu werden, will die Stadt Cuxhaven zwischen Groden und Altenbruch auf rund 130 Hektar neue Gewerbeflächen ausweisen. Das Gebiet gilt als eng verflochten mit der Entwicklung des Hafens, der sich im Laufe der letzten Jahre zur Drehscheibe, aber eben auch zu einer Produktionsstätte von Windkraftanlagen gemausert hat.

"Für Offshore Wind Projekte in Nord- und Ostsee ist Cuxhaven mit seinen logistischen Möglichkeiten der ideale Standort als Basishafen. Die Entscheidung, diesen Hafen als Umschlagplatz für Fundamente und weitere Komponenten zu wählen, hängt im Wesentlichen vom verfügbaren Platzangebot und den zugehörigen Kaikanten ab. Vor diesem Hintergrund ist eine Erweiterung der Gewerbefläche absolut sinnvoll", betont Heiko Mützelburg, Geschäftsführer des Monopile-Herstellers Titan Wind Energy in Cuxhaven.

Die HWG begrüßt nicht zuletzt den Bau der Schwerlastbrücke über die Bahngleise. Jene werde die direkte Verbindung zwischen den Umschlag- und Gewerbeflächen sowie dem Siemens Gamesa Werk hinter der Kailinie und der B 73 sicherstellen - eine entscheidende Verbesserung für die Logistikinfrastruktur, heißt es seitens der HWG. "Eine Schwerlastbrücke, die gezielt auf die Anforderungen der Offshore-Industrie zugeschnitten ist, würde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts erheblich stärken", erklärt HWG-Vorstandsvorsitzender Arne Ehlers, Geschäftsführer von Blue Water BREB.

Entlastung der Verkehrsströme

Die Brücke, die eine Tragfähigkeit von 15 Tonnen pro Quadratmeter haben soll, könnte den Transport selbst größter und schwerster Offshore-Komponenten deutlich effizienter gestalten - was die Branchenvertreter als wesentlichen Vorteil für die maritime Wirtschaft in der Region werten.

Das Bauwerk werde zudem die Nutzung von selbst angetriebenen Transportfahrzeugen ermöglichen, die flexibel für unterschiedlichste Gewichte und Dimensionen konfiguriert werden können. "Damit sind wir künftig in der Lage, praktisch jede Art von Schwerlast zu bewegen - unabhängig von der Größe oder dem Gewicht des einzelnen Bauteils", erläutert Claudius Schumacher, stellvertretender HWG-Vorsitzender und Geschäftsführer von Rhenus Cuxport.
Nach Auffassung der Hafenwirtschaftsgemeinschaft wird nicht allein die Offshore-Industrie, sondern die gesamte Logistikwirtschaft in Cuxhaven von der neuen Verbindung profitieren. Denn der Schwerlastverkehr könne dann gezielt auf zwei Routen verteilt werden, was eine spürbare Entlastung der Verkehrsströme im Hafengebiet mit sich bringen dürfte. Gleichzeitig würden die Produktions- und Montagekapazitäten vor Ort gestärkt. Das mache den Standort für internationale Zulieferer und Produzenten noch attraktiver.

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