Für neue Ansiedlungen im Offshore-Segment wird ein Brückenbau in Betracht gezogen. Foto: WiFö
Für neue Ansiedlungen im Offshore-Segment wird ein Brückenbau in Betracht gezogen. Foto: WiFö
Hafenerweiterung

Cuxhaven: Im Hafen könnte eine Brücke gebaut werden

von Kai Koppe | 20.09.2024

Mitglieder des neuen Ausschusses für Hafen- und Siedlungsentwicklung in Cuxhaven sind zur ersten Sitzung zusammengekommen. Hauptgegenstand der Gespräche war eine Schwerlastbrücke, die Transporten eine Querung der Bahntrasse ermöglichen soll.

"Hafenzubringer Hauptstraßentrasse" nennt sich die geplante Verbindung zwischen Bundesstraße und den hinter der Kailinie befindlichen Umschlag- oder Gewerbeflächen. Wie Jürgen von Ahnen, für den Infrastrukturbereich zuständiger Projektleiter bei der Cuxhavener Hafenentwicklungsgesellschaft, darstellte, wird der rund 1000 Meter lange Zubringer aus einem Damm bestehen, der einer Höhe von 13 Metern über Normalnull in besagte Schwerlastbrücke mündet. Letztere wird nach ihrer Fertigstellung weithin zu sehen sein, wie auch das Vorhaben in seiner Gesamtheit nach von Ahnens Worten "das Erscheinungsbild des Gebiets zwischen Groden und Altenbruch durchaus verändern" wird.

Brücke wird eine Traglast von 5000 Tonnen haben

Rechtfertigen lassen sich die Dimensionen des Bauwerks nicht allein mit dem Höhenmaß, das erreicht werden muss, um die in Richtung Hamburg führenden Gleise zu überspannen. Maßgeblich ist vor allem das Gewicht, das der Zubringer (und insbesondere die Brücke) nach der Fertigstellung aushalten muss. Es geht um eine Traglast von 5000 Tonnen; eine Größenordnung, die nach Angaben mehrerer Sitzungsteilnehmer ihresgleichen sucht, aber durchaus den von der Offshore-Industrie benötigten Kapazitäten entspricht. Ein oder zwei Nummern kleiner zu planen mache im Hinblick auf die beständig an Größe gewinnenden Offshore-Komponenten keinerlei Sinn: Daran erinnerte am Donnerstag Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, der im Nebensatz darauf verwies darauf, dass es in der Bundesrepublik nur ein weiteres Brückenprojekt mit solch hoher Tragkraft gebe.

Der neu gebildete Ausschuss für Hafen- und Siedlungsentwicklung trat am Donnerstag zu einer ersten Sitzung zusammen. Das Gremium soll dazu beitragen, die Planungen um den Ausbau des Wirtschaftsstandortes Cuxhaven zu beschleunigen. Foto: Koppe

Ausschuss tagt aus gutem Grund in Teilen nicht-öffentlich

Zuvor hatte Santjer an den 13 Mitglieder starken Ausschuss appelliert, "auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten" und sich eng zu vernetzen, um keine offenen Flanken zu zeigen. Denn so sehr die wirtschaftlichen Perspektiven und das damit verbundene Wachstum Cuxhavens vor Ort auch begrüßt würden: Anderswo im Lande, so begründete der OB seinen Hinweis, stoße diese Entwicklung nicht durchgängig auf freudige Gesichter.

Auf die Arbeitsweise des neuen Gremiums für Hafen und Siedlungsentwicklung war zuvor auch dessen Vorsitzender Gunnar Wegener (SPD) zu sprechen gekommen. Wegener wies darauf hin, dass die Runde, der nicht nur Mandatsträgerinnen und -träger, sondern auch die gesamte Dezernentenriege angehört, geschaffen worden sei, um Planungsprozesse, die auf einen Ausbau des Offshore-Geschäfts abzielen, maßgeblich zu beschleunigen. "Wir müssen schneller werden", betonte der Ausschussvorsitzende, der (auf das Bauvorhaben für den neuen Zubringer zurückkommend) einräumte, dass die bereits angelaufenen Planungen derzeit noch ein Stück weit auf fremden Grund erfolgen. "Wir haben noch nicht alle Flächen, die wir tatsächlich brauchen", sagte der Ausschussvorsitzende und rechtfertigte mit den im Zuge von Ankaufsverhandlungen berührten persönlichen Interessen auch die nicht-öffentliche Tagesordnung, die einen regelmäßigen Teil der Sitzungstermine bilden wird.

Bahnverkehr soll beim Bau kaum beeinträchtigt werden

Für aller Ohren bestimmt war die Frage von Ausschussmitglied Robert Babacé (Die Grünen), der sich danach erkundigte, inwieweit der Bahnverkehr von und in Richtung Hamburg in der Bauphase des Projekts beeinträchtigt werden wird. Bei der Brücke und den dazugehörenden Widerlagern - das war der Hintergrund der Frage - handelt es sich nämlich um Abschnitte, die (anders als der Rest des Zubringers) tief gegründet werden müssen. Geschehen soll das mit Bohrpfählen, die in Fünfer-Reihe 32 Meter tief ins Erdreich getrieben werden. "Wir gehen dabei aber nicht ins Gleisbett", betonte von Ahnen. Insofern werde der Bahnverkehr allenfalls ruhen müssen, wenn die Brückenplatte aufgelegt wird. Ein Akt, der schätzungsweise acht Stunden in Anspruch nehmen könnte.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

koppe@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Regional langfristiges Wachstum

⁠Unternehmen zieht nach: Weitere Investitionen in den Marinefliegerstandort Nordholz

Der strategische Wert des Flugplatzes an der Nordsee steigt weiter. Nachdem bereits 400 Millionen Euro für den militärischen Teil bestätigt sind, zieht ein Unternehmen nach und bestätigt sein weiteres Engagement im benachbarten Industriegebiet.

Nach gut einem Jahr wieder weg

Für Helgoland-Verkehr ab Nordholz geholt: OFD trennt sich von neu erworbenen Tecnams

von Redaktion

Unerwartete Wendung bei der OFD: Die Fluggesellschaft verkauft ihre neuen Flugzeuge, da die technischen Anforderungen für den Helgoland-Verkehr den wirtschaftlichen Betrieb unmöglich machen.

Volksbank-Immobilientochter Brawo

Die Volksbank-Turbulenzen und die Auswirkungen auf Cuxhavens Alten Fischereihafen

von Kai Koppe

Die Krise bei der Volksbank Brawo wirft Fragen bis nach Cuxhaven auf. Schließlich ist deren Immobilientochter am Umbau des Alten Fischereihafens beteiligt. Welche Folgen die Entwicklungen für das Millionenprojekt haben könnten.

Liegeplätze 5 bis 7

Cuxhavens große Baustelle im Hafen: Was Bürger über die Riesen-"Sandkiste" erfahren

von Kai Koppe

Cuxhaven erlebt einen Wandel: Wo einst Wasser war, erhebt sich nun eine riesige Sandfläche. Der Bau der Liegeplätze 5 bis 7 im Hafen nimmt Gestalt an und verspricht neue Möglichkeiten für die Stadt und ihre Bewohner. Dazu gab es nun Infos.