Die Fassade des Geburtshauses in Cuxhaven. Foto: Kramp
Die Fassade des Geburtshauses in Cuxhaven. Foto: Kramp
Hebammen ziehen positive Bilanz

Geburtshaus Cuxhaven begrüßt das 200. Baby - neues Familienprojekt kurz vor Eröffnung

von Wiebke Kramp | 08.04.2026

Ein ganz besonderes Jubiläum im Geburtshaus Cuxhaven: Clara Johanna ist das 200. Baby, das dort zur Welt kommt. Ein Erlebnis, das Eltern und Hebammen gleichermaßen berührt und das noch junge Konzept bestätigt. Und neue Pläne stehen vor Vollendung.

Für Selina Höpke und Miguel Santiago Gomes aus Cuxhaven-Altenwalde ist das Familienglück perfekt. Ostersonntag um 7.48 Uhr erblickte ihre Tochter Clara Johanna gesund und munter das Licht der Welt und machte den vierjährigen Filipe zu einem großen Bruder.

Clara Johanna mit ihren 50 Zentimetern Länge und 3730 Gramm Geburtsgewicht ist nicht nur das pure Glück, sondern ein ganz besonderes Baby. Für ihre Eltern sowieso, aber auch für das Geburtshaus Cuxhaven, denn die neue Erdenbürgerin ist das 200. Baby, das im Geburtshaus an der Altenwalder Chaussee zur Welt kam.

Dort zu entbinden, sei die richtige Entscheidung gewesen: "Die Erfahrung war sehr schön, wir fanden uns echt gut aufgehoben - hier war alles so, wie man es sich wünscht", lobt Miguel. Und Selina zieht einen Vergleich zum Krankenhaus, wo ihr Sohn vor vier Jahren geboren wurde: "Dort war es hektischer. Hier ist es ruhig und fühlt sich wie ein Zuhause an."

Behaglichkeit wird vermittelt

Das liegt wohl daran, dass hier bewusst keine klinische Atmosphäre herrscht, sondern die Räume gemütlich und wohnlich wirken, ohne jedoch auf die notwendige Funktionalität zu verzichten. Im Geburtszimmer vermitteln die Farbtöne eine wohlige Behaglichkeit, und es sieht mit seinen sanften Farben, der floralen Tapete, den Bildern an der Wand, den Kissen und Vorhängen wie ein stilvolles Wohn-/Schlafzimmer aus.

Für die beiden Hebammen Dorothea Kruft und Stefanie Keller war es die richtige Entscheidung, am 3. Oktober 2023 das Geburtshaus in den Räumen des früheren Stadtarchives als gemeinsames Baby zu starten und damit Familien zu ermöglichen, das Geburtserlebnis individuell nach ihren eigenen Wünschen zu gestalten.

Clara Johanna macht das Glück ihrer Eltern Selina Höpke und Miguel Santiago Gomes (vorn) perfekt. Sie ist das 200. Baby im Geburtshaus der Hebammen Dortothea Kruft und Stefanie Keller.

Im Geburtshaus sollen Frauen während der Schwangerschaft und bei der Geburt in einladender Atmosphäre Unterstützung und Betreuung finden, die ihren Bedürfnissen angepasst ist. Gedacht ist es für Eltern, die eine natürliche, selbstbestimmte und familienorientierte Geburtserfahrung suchen. Die Hebammen möchten die werdenden Eltern so früh es geht kennenlernen, damit sie ihre Bedürfnisse erfahren. Von der Vorsorge mit verschiedenen Kursen über die Geburtsbegleitung bis zur Wochenbettbetreuung reichen die angebotenen Leistungen im Geburtshaus.

Der Erfolg gibt den erfahrenen Hebammen recht. In den zurückliegenden zweieinhalb Jahren kamen in ihren Räumen immerhin 200 Babys auf die Welt. Und es werden mehr: Drei weitere Geburten seien im April avisiert und für den Mai hätten sich schon acht Mütter angekündigt. Und besonders freut es die Geburtshausgründerinnen, dass Familien für die Geburt angemeldet sind, die bereits bei ihnen im Geburtshaus entbunden haben. "Das fühlt sich dann wie Familie an", lächelt Dorothea Kruft.

Nächstes Großprojekt startet demnächst

Die beiden Hebammen stecken zurzeit in einem weiteren Großprojekt, das kurz vor Vollendung steht. Zwar muss die To-do-Liste noch abgearbeitet werden, aber der Eröffnungstermin für die großzügigen Familienzimmer im Nebengebäude ist mit dem 30. Juni schon festgelegt. Am 1. Juli werden dort die ersten gebuchten Gäste erwartet. Im ehemaligen Marinelazarett entsteht mit ihrem "Family Nest" ein einzigartiges Konzept für Familien. Schwangere, Paare oder Familien finden viel Ruhe und Platz mit Blick ins Grüne. Fünf Maisonette-Appartements sind in Kooperation mit der Bauherrin nach den Vorstellungen der Hebammen extra gestaltet worden und werden an Familien vermietet. Bis zu sechs Personen haben im "Family Nest" Platz - das Besondere sind die hohen, großzügigen Räume, die mit einem riesigen Familienbett auf einer Hochebene ausgestattet sind. Für die Namensgebung der Räume steht Astrid Lindgren Pate - sie reicht von Bullerbü bis Pippi Langstrumpf. Das neue Angebot ist nur unternehmerisch abgekoppelt vom Geburtshaus, kooperiert jedoch eng mit dessen Leistungsangebot. Die Betreiberinnen Kruft und Keller hoffen darauf, dass sich dieses Angebot auch bei Familien herumspricht, die gern in Cuxhaven entbinden möchten.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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