30 Millionen Euro für Cuxhavens Hafen: Land gibt grünes Licht für Schwerlastbrücke
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne überreichte am Dienstag einen Förderbescheid, der eine wichtige Finanzspritze zum Bau einer Schwerlastbrücke über die Bahnlinie und der zugehörigen Straßenverbindung darstellt.
Landesmittel sorgen dafür, dass Hafenpläne keine Luftschlösser bleiben. Als Anschubhilfe für die Realisierung einer Schwerlastbrücke inklusive Zubringerstraße hat die Stadt Cuxhaven am Dienstag einen Förderbescheid über 30 Millionen Euro erhalten. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne überreichte den Riesen-"Scheck" im Rahmen eines Festakts im Schloss Ritzebüttel.
Nicht zum ersten Mal bildeten die historischen Mauern die Kulisse für einen Schulterschluss zwischen Landesregierung und der Kommune an der Elbmündung. Nach der vor rund zehn Jahren gewährten Entschuldungshilfe sei die aktuell bewilligte Finanzspritze die höchste Einzelförderung, die Cuxhaven bislang für seine Entwicklung habe einwerben können. Das hatte das Rathaus im Vorfeld des Ministerbesuchs mitgeteilt.
Kräftiger "Schluck aus der Pulle"
Grant Hendrik Tonne rechtfertigte den ersehnten "Schluck aus der Pulle" nicht allein mit den Anstrengungen, die in Sachen Hafenausbau vor Ort unternommen wurden. Der 49-Jährige - als Privatmann öfters zu Gast in der Stadt - sprach auch von der Bedeutung, die dem Offshore-Industrie-Zentrum Cuxhaven über die Grenzen der Region hinweg zukommt. Als Nordsee-Anrainer wolle Niedersachsen seiner besonderen Verantwortung beim Ausbau der Windenergie gerecht werden. "Dafür brauchen wir auch weiterhin Cuxhaven", betonte Tonne und bezog sich dabei auf die gesamte Wertschöpfungskette im Offshore-Windkraft-Segment.
Um das Begonnene fortzusetzen, bedürfe es weiterer Gewerbeflächen (insgesamt 130 Hektar) und des Baus eines neuen Hafenzubringers samt Schwerlastbrücke mit einer Tragkraft von bis zu 5000 Tonnen. Entscheidungen, die hinter solchen Investitionen stehen, gestalteten sich alles andere als trivial, machte Tonne deutlich. Außer Frage stand aus seiner Sicht auch, dass der mit dem Hafenausbau verbundene Aufwand nicht von Cuxhaven allein, sondern nur in enger Kooperation zu stemmen sei.

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer sprach von einem historischen Tag - und unterstrich, dass das partnerschaftliche Engagement des Landes die Stadt in ihren Wachstumsbestrebungen bestärke. "30 Millionen für eine Einzelbaumaßnahme - das ist grandios", sagte Santjer wörtlich. Zugleich machte er keinen Hehl daraus, dass angesichts eines Gesamtfinanzbedarfs von rund 88 Millionen Euro noch einige Hürden zu nehmen seien. So viel soll die unter dem Stichwort "Flächennutzungsplan 90" zusammengefasste Ausbaumaßnahme insgesamt kosten. "Lieber Minister, wir werden im Gespräch bleiben müssen", wandte sich Santjer an den Gast aus Hannover.
An die lokalen Akteurinnen und Akteure richtete er am Dienstag Worte des Dankes: "Egal, mit wem von euch ich rede": Gehe es um den Hafen, ziehe Cuxhaven geschlossen an einem Strang. "In kaum einer Region", so hatte er bereits zu Veranstaltungsbeginn angemerkt, "klappt die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung so gut".
Redner lassen keinen Zweifel am Bedarf
Die Perspektive der Hafenlogistiker brachte zuvor Arne Ehlers, Vorsitzender der örtlichen Hafenwirtschaftsgemeinschaft, ein. Er schilderte den entgegen dem gegenwärtigen Trend verlaufenden Boom des Cuxhavener Hafens und den daraus resultierenden Flächenbedarf. Angesichts der prognostizierten Zuwächse allein im Onshore-Segment werde es bereits eng - vom Offshore-Bereich ganz zu schweigen. Mit Blick auf den geplanten Übergang vom Import- zum Errichterhafen gebe es bereits Anfragen aus Norwegen und dem Vereinigten Königreich.
Auch Knut Kokkelink, Niederlassungsleiter von Niedersachsen Ports (NPorts), ließ keinen Zweifel daran, dass zusätzliche Kapazitäten dringend benötigt werden. Die Flächen, die NPorts derzeit noch vergeben könne, reichten "kaum für mehr als zwei Einfamilienhäuser". Die südlich des geplanten Brückenbauwerks gelegenen Areale, die über die neue Zubringerstraße an Kaikante und B 73 angebunden werden sollen, gelten daher als Schlüsselbaustein für die weitere Ansiedlungspolitik.