Cuxhaven: Früherer Chefarzt des Seehospitals Sahlenburg gestorben - was ihn prägte
Als Experte für die Skoliose-Behandlung hat der frühere Chefarzt Dr. Peter Edelmann Cuxhaven und Sahlenburg international auf die Landkarte gerückt. Nun ist er mit 88 Jahren gestorben. Was in Sahlenburg passierte, interessierte ihn bis zum Schluss.
24 Jahre lang - von 1976 bis 2000 - war er Chefarzt der 2. Orthopädischen Abteilung und der Kinderorthopädie des Seehospitals Sahlenburg. Auch nach dem Rückzug aus dem Berufsleben war ihm das Schicksal der Klinik alles andere als egal. Den Verfall seiner früheren Wirkungsstätte verfolgte er fassungslos, aber nie still. Nun ist er am 27. Februar mit 88 Jahren verstorben.
Die Geschichte der Nordheim-Stiftung und des Seehospitas gehörte für ihn erzählt und bewahrt. Er trug aus seinem reichen Erfahrungsschatz gern dazu bei. So erinnere ich mich noch an einen Vormittag im Hause Edelmann, zu dem er extra auch den ehemaligen Geschäftsführer des Seehospitals Sahlenburg, Hans-Joachim Soppa, eingeladen hatte. Im Wohnzimmer saßen wir vor Bergen von Ordnern, Prospekten und Papieren und ich notierte Anekdoten und Erinnerungen, bis Ehefrau Helmtrud Edelmann zum Mittagessen rief.
Seehospital brauchte neue Schwerpunkte
Seine Tätigkeit als Chefarzt der 2. Orthopädischen Abteilung des damals noch hamburgischen Seehospitals der Nordheim-Stiftung hatte Dr. Peter Edelmann am 19. Juli 1976 aufgenommen. Sofort bahnte er die Gründung des Norddeutschen Skoliose-Zentrums an, eine Aufgabe, für die er als Experte an das Krankenhaus geholt worden war. Das 1906 als Tuberkulose-Klinik gegründete Seehospital musste sich dringend neue Behandlungsfelder erschließen und sollte zu einem Zentrum für die Behandlung der Skoliose, einer gleichzeitigen Wirbelsäulenverdrehung und -verkrümmung bei Kindern und Jugendlichen, werden. Sie deckte aber auch fast alle anderen Gebiete der Kinder-Orthopädie ab; Edelmann vertrat dabei einen ganzheitlichen Ansatz.
