Der ÖPNV in Cuxhaven wird moderner: Oberbürgermeister Uwe Santjer (2.v.r.) und KVG-Geschäftsfüher Micrhael Fastert (r.), Dezernent Andreas Eickmann (l.) und Oliver Blau stellten jetzt beim ZOB Cuxhaven das neue „RufMobil“ vor. Foto: Potschka
Der ÖPNV in Cuxhaven wird moderner: Oberbürgermeister Uwe Santjer (2.v.r.) und KVG-Geschäftsfüher Micrhael Fastert (r.), Dezernent Andreas Eickmann (l.) und Oliver Blau stellten jetzt beim ZOB Cuxhaven das neue „RufMobil“ vor. Foto: Potschka
Neue Ära im ÖPNV 

Cuxhaven hat jetzt Stadtbus und "RufMobil" - Cuxhaven-Ticket soll Nische bedienen

von Jens Potschka | 08.07.2024

Mit dem neuen Cuxhaven-Ticket und dem überarbeiteten Busfahrplan sowie erweiterten Taktzeiten läuten Stadt Cuxhaven und KVG eine neue Ära im öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) ein. Warum das Ticket für Cuxhavener interessant sein soll.

In seinem 50. Jubiläumsjahr in Cuxhaven setzt das Verkehrsunternehmen zusätzlich auf eine groß angelegte Markenkampagne, in deren Mittelpunkt der Stadtbus und das "RufMobil" stehen. "Es ist kein Geheimnis, dass wir als Stadt den öffentlichen Personen- und Nahverkehr attraktiver gestalten wollen. Ich bin glücklich, dass es gemeinsam mit der KVG gelungen ist, dass wir sowohl in der Preisgestaltung mit dem neuen Cuxhaven-Ticket als auch mit der angepassten und erweiterten Fahrplantaktung einen großen Schritt weiter gekommen sind", freut sich Oberbürgermeister Uwe Santjer und fügt hinzu: "Wir hoffen, dass jeder Cuxhavener noch einmal überlegt, ob dieses attraktive Tarifangebot nicht eine Motivation sein könnte, öfter einmal mit dem Bus zu fahren und dafür den eigenen Pkw stehen zu lassen."

800.000 Euro in den ÖPNV in Cuxhaven investiert 

Das Projekt verfolgt das Ziel, die gesamten Verkehre in Cuxhaven neu zu organisieren und zu lenken. Bei den Fahrradverkehren haben Kommunalpolitik und Stadtverwaltung schon einige der ehrgeizigen Pläne umsetzen können. Jetzt wird beim ÖPNV nachgesteuert. "Ich bin dem Rat der Stadt sehr dankbar, dass er diesen Weg mehrheitlich mit geht", sagt Uwe Santjer. Immerhin nimmt die Stadt Cuxhaven 600.000 Euro eigenes Geld in die Hand, um die verschiedenen Verbesserungen zu finanzieren. Hinzu kommen 200.000 Euro vom Land Niedersachsen, das zweckgebunden für den ÖPNV verwendet werden muss.

"Jetzt sind wir alle gespannt, wie die Bürgerinnen und Bürger und die Gäste der Stadt auf diese neuen Angebote reagieren", sagt Uwe Santjer und Dezernent Andreas Eickmann ergänzt mit Blick auf die Finanzierung: "Vermutlich wird sich das alles wirtschaftlich wesentlich entspannter darstellen, als es für den einen oder anderen zum jetzigen Zeitpunkt ersichtlich ist."

Warum das Cuxhaven-Ticket für die Cuxhavener interessant ist

Das Cuxhaven-Ticket sei für die Cuxhavener interessant, weil es die Nische zum Deutschland-Ticket ausgleiche. Nicht jeder habe schließlich Interesse an einem Deutschlandticket, wenn er sich überwiegend in Cuxhaven bewege. Andreas Eickmann schätzt, dass das Cuxhaven-Ticket besonders von der älteren Bevölkerungsgruppe genutzt wird. "Wer im Sommer gern mit dem Rad unterwegs ist, der nutzt in der kälteren Jahreszeit bestimmt gern die neuen attraktiven Bus-Tarife dieses Angebotes." Die neuen Angebote gelten erst einmal bis Ende 2027.

"Keep simple"-Angebot für Berufstätige in Cuxhaven

KVG-Geschäftsführer Michael Fastert setzt für Berufstätige auf den Stadtbus "1014". Die neue Linie fährt die arbeitende Bevölkerung vom Bahnhof über das Rathaus und das Finanzamt bis zum Kreishaus und zurück. Die erweiterte Taktung komme allerdings auch den vielen Touristen in Cuxhaven zugute, die ebenfalls aufgefordert sind, den Stadtbus Cuxhaven zu nutzen, um ihre Wege an ihrem Urlaubsort zurückzulegen.

Die bargeldlose Zahlung ist in den Bussen derzeit noch nicht möglich. Wie Oliver Blau von der KVG im Gespräch mit unserem Medienhaus betonte, werde daran derzeit noch gearbeitet. Der Marketingmann schätzt, dass spätestens Anfang 2025 in den Cuxhavener Bussen ohne Bargeld bezahlt werden kann.

Weiter in der Entwicklung ist die KVG allerdings mit der Fahrplanauskunft-App. Der sogenannte "FahrPlaner" ist eine klassische Fahrplanauskunft. "Zukünftig finden Fahrgäste hier nicht nur ihre Verbindung, sondern bekommen auch eine Preisauskunft und können ihr Ticket via App kaufen und bezahlen", informiert Oliver Blau. Die App biete den Vorteil, dass sie in Niedersachsen und Bremen bereits von vielen Menschen genutzt und zudem vom Land Niedersachsen als Plattform gefördert werde.  

Oliver Blau von der KVG zeigt im Stadtbus, wie die App "FahrPlaner" funktioniert. Foto: Potschka

Für die Außenbereiche ist das "RufMobil" ein Angebot

Mit dem "RufMobil" wird das Angebot der KVG in Cuxhaven komplett: "Beim früheren Anrufsammeltaxi (AST) wussten viele nicht so richtig, was sich dahinter verbirgt. Der Begriff 'RufMobil' ist hingegen selbsterklärend", sagt Oliver Blau und fügt hinzu: "Wir haben eine Marke dazu aufgebaut und eine entsprechende Kampagne gestartet und einen komfortablen Kleinbus gestaltet." 

Ein Baustein für das neue "RufMobil" ist die dazugehörige App, die Anfang August scharf gestellt werden soll. Wenn laut Fahrplan kein regulärer Bus fährt, können Fahrgäste eine Bedarfsfahrt mit dem "RufMobil" buchen. Das funktioniert derzeit ausnahmslos telefonisch. Künftig soll das Angebot über die App laufen. Fahrgäste können dort ihre  Fahrt buchen, das Ticket kaufen und zeitgleich bezahlen. Der neue Kleinbus verfügt über genügend Platz. Auch Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, können das "RufMobil" nutzen. 

Die App "FahrPlaner" bietet den Fahrgästen demnächst eine ganze Reihe von Vorteilen. Foto: Potschka

Bessere Anbindung an den Zugverkehr in Cuxhaven

Mit der Neuordnung des ÖPNV ergeben sich nach Aussagen der KVG weitere Vorteile: Jetzt kommen die Fahrgäste am Bahnhof Cuxhaven an und innerhalb von fünf Minuten fährt der Stadtbus los. "Wir haben jetzt den direkten Anschluss an die Bahn aus Hamburg und den Anschluss an die Bahn aus Bremen. Das heißt, alle die Berufspendler sind, haben jetzt die Möglichkeit, ohne Wartezeiten direkt am ZOB in einen Bus zu steigen, der die Kernstadt bis zum Kreishaus versorgt", wiederholt Andreas Eickmann, der hofft, dass möglichst viele Berufspendler die neuen Angebote auch nutzen werden. "Für diejenigen, die aus Nordholz oder aus Langen kommen, macht natürlich das Deutschland-Ticket Sinn und für Cuxhavener ist das Cuxhaven-Ticket die richtige Wahl."

Cuxhavens OB Santjer sieht noch Optimierungspotenzial

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer verspricht: "Wir bleiben am Ball. Ich bin sicher, dass das eine oder andere in Zukunft noch weiter optimiert werden muss, doch wir haben hier eine gute Schrittfolge vorgegeben. Gemeinsam mit der KVG sind wir gut aufgestellt."

Die neuen Fahrpläne sollen übrigens ganzjährig gelten. "Wir fahren zu verlässlichen Zeiten. Es wird künftig keine Umstellung vom Sommer- auf den Winterfahrplan geben", sagt KVG-Geschäftsführer Michael Fastert, der noch weitere Verbesserungen im 50. Jubiläumsjahr für den ÖPNV Cuxhaven verspricht.

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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