Die Baustelle an der Theodor-Heuss-Allee in Cuxhaven: Eine entfernte Asphaltdecke sorgt für Unverständnis in der Bevölkerung. Foto: Brüggemann
Die Baustelle an der Theodor-Heuss-Allee in Cuxhaven: Eine entfernte Asphaltdecke sorgt für Unverständnis in der Bevölkerung. Foto: Brüggemann
Baustelle Theodor-Heuss-Allee

Dauer-Baustelle in Cuxhaven: Asphaltdecke aufgetragen - kurz danach wieder entfernt

von Bengta Brettschneider | 02.04.2026

Erst gebaut, dann wieder aufgerissen: Die Baustelle an der Theodor-Heuss-Allee in Cuxhaven zieht sich seit Monaten. Nun wurde der Asphalt wieder entfernt - das wirft Fragen auf. Und die Arbeiten verzögern sich weiter.

Wer derzeit über die Theodor-Heuss-Allee fährt, benötigt vor allem Geduld. Seit Wochen prägt eine Baustelle das Bild. Der Verkehr wird per Ampel geregelt und es geht nur einspurig voran. Dass sich die Arbeiten hinziehen, ist auch dem Wetter der vergangenen Wochen geschuldet. Immer wieder kam es zu Unterbrechungen, zeitweise lag die Baustelle nahezu still. Jetzt wurde jedoch die frisch aufgebrachte Asphaltdecke wieder entfernt, was Fragen aufwirft.

Schon seit Monaten wird die Baustelle an der Theodor-Heuss-Allee per Ampelverkehr geregelt. Foto: Kuczorra

Rückbau sorgt für Fragen

Grund für die Arbeiten ist der Bau einer Abbiegespur in das Neubaugebiet "Südlich Westerwischstrom". Zum Errichten der Anbindung hatte sich der Erschließungsträger des Baugebiets, die Immobilien Development- und Beteiligungsgesellschaft Cuxhaven (IDB), die eine Tochtergesellschaft der Stadtsparkasse Cuxhaven ist, gegenüber der Stadt Cuxhaven verpflichtet, wie der Pressesprecher der Stadt Cuxhaven auf Nachfrage von CNV-Medien mitteilte.

Doch jetzt wurden bereits fertig wirkende Bereiche wieder zurückgebaut. So wurden gesetzte Randsteine der Mittelinsel wieder entfernt. Nach Meinung von Bürger Ingo Kliewe wirkte die Baustelle auf ihn bereits weitgehend fertig. "Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass die Asphaltdecke mit schwerem Arbeitsgerät großflächig entfernt wurde", schildert er gegenüber cnv-medien.de. Kliewe fragt sich, wie es dazu kommen kann, dass Arbeiten in diesem Umfang erneut durchgeführt werden müssen - und wer die zusätzlichen Kosten trägt.

Die Baustelle an der Theodor-Heuss-Allee in Cuxhaven sorgt auch bei Anwohnern für Unmut. Foto: Brüggemann

Auswirkungen für die Anwohner

Neben den Verkehrsbehinderungen wirkt sich die Baustelle auch direkt auf die Anwohner aus. Diese können derzeit nicht wie gewohnt über die Theodor-Heuss-Allee aus ihren Wohngebieten herausfahren. Stattdessen müssen sie Umwege in Kauf nehmen, etwa über den Drangstweg. Nach Angaben aus dem Anwohnerkreis sei die Baustelle ursprünglich bereits für Dezember 2025 zur Fertigstellung vorgesehen gewesen. Damit läge sie inzwischen mehrere Monate hinter dem Zeitplan.

Das sind die Hintergründe

Der Pressesprecher der Stadt Cuxhaven informierte auf CN/NEZ-Nachfrage, dass es sich bei der Theodor-Heuss-Allee um eine Kreisstraße handle. Dies bedeute, dass der Landkreis Cuxhaven Straßenbaulastträger der Straße ist und für die Bauarbeiten an der Kreisstraße und den Einmündungstrichter sowie den Radweg verantwortlich ist. Eine Übertragung der Zuständigkeit an die Stadt Cuxhaven sei in diesem Fall nicht erfolgt. Die Stadt Cuxhaven sei für die Baumaßnahme zuständig, wenn es um die Herstellung der Straßen geht, die im Baugebiet liegen, also keine Kreisstraßen sind.

Bei Baumaßnahmen, die auch den Übergangsbereich von zwei Straßenbaulastträgern betreffen, müssen sich die beiden Straßenbaulastträger abstimmen und im Rahmen der eigenen Zuständigkeit den jeweils entfallenden Baubereich überwachen. In diesem Fall also sowohl die Stadt Cuxhaven als auch der Landkreis Cuxhaven.

Die gerade frisch aufgebrachte Asphaltdecke an der Baustelle Theodor-Heuss-Allee wurde kurz danach wieder entfernt. Foto: Brüggemann

Straßenkörper zu hoch aufgebaut

Als die Baufirma die Querungshilfen, die im Baukörper der Landkreisstraße liegen, errichten wollte, erhielt die Stadt Kenntnis davon, dass die Baufirma diese abweichend von der Planung ausführen wollte, da der Straßenkörper der Kreisstraße zu hoch aufgebaut worden war. Dies hätte dazu geführt, dass im Bereich der Kreisstraße und zu einem kleinen Teil auch im Bereich der Straße der Stadt Cuxhaven das Regenwasser nicht ordnungsgemäß abgeleitet worden wäre.

Die Stadt veranlasste daraufhin eine Vermessung der Baumaßnahme. Diese ergab, dass in Teilbereichen bis zu fünf Zentimeter des Straßenkörpers zu hoch aufgebaut worden waren. Aus diesem Grund wurden die Arbeiten durch die Stadt und den Landkreis beanstandet und entsprechende Nachbesserungen verlangt. Dies führte dazu, dass bereits fertiggestellte Bauteile, darunter Teile der Asphaltdecke sowie Randsteine, wieder zurückgebaut werden mussten. Dies betreffe nach Angaben des Pressesprechers der Stadt Cuxhaven überwiegend den Bereich der Kreisstraße und nur zu einem kleinen Anteil den Bereich der kommunalen Straße. Die bauausführende Firma habe hierzu ein entsprechendes Anwohneranschreiben erstellt und über die Hintergründe informiert.

Nach aktuellem Stand sollen die erforderlichen Nachbesserungsarbeiten bis zum 18. Mai 2026 abgeschlossen sein. Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen müssen daher deutlich länger als geplant mit Einschränkungen rechnen. Ein avisiertes Datum, wann die Bauarbeiten endgültig abgeschlossen sein sollen, nannte der Pressesprecher der Stadt Cuxhaven noch nicht.

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Bengta Brettschneider

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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