Cuxhaven: Erster Blick hinter Fassade des neuen Hortgebäudes an der Abendrothschule
Das Gebäude entstand innerhalb eines Tages auf der Wiese vor der Abendroth-Turnhalle in Cuxhaven und die nüchterne Fassade lässt nicht auf den ersten Blick die sich dahinter verbergenden freundlichen Räume vermuten. Wir haben schon mal reingeschaut.
Es war ein spektakulärer Akt, als am 26. November vergangenen Jahres rund 20 Lkw aus allen Teilen der Stadt in die Abendrothstraße starteten, gegenüber vom Haus der Jugend anhielten und minutengenau abgestimmt die geladenen Bauteile abluden - zusammengenommen ein komplettes Gebäude, bestehend aus 36 Containern. Das dauerte nur zwölf Stunden. Alles, was danach folgte, damit hier schon bald 60 Kinder durch die Flure toben können, spielte sich hinter der Fassade ab.
Wobei es sich bei der von der Abendrothstraße aus zu sehenden Gebäudefront in Wirklichkeit um die Hinterseite handelt, denn der Haupteingang befindet sich neben der Abendroth-Turnhalle. Der Empfang für die Schulkinder mit kleiner Grünfläche, Rampe (barrierefrei), Regendach und Eingangsbereich ist schon fast einzugsbereit.
Drinnen mussten, damit aus dem Puzzle eine Einheit wird, zunächst Fußböden und Wände miteinander verbunden, Leitungen verlegt und die haustechnische Installation eingebaut werden. Beim Rundgang durch die Innenräume des Modulbaus zeigt sich Ingenieur Christian Waldmann von der Stadt Cuxhaven (Abteilung Hochbau) inzwischen recht zufrieden. Mit einem Einzugstermin hält er sich jedoch lieber noch zurück, bis wirklich nichts mehr schief gehen kann.

Nichts von einem nackten Stahlcontainer
Überraschung beim Betreten: Die Räume in dem von außen nüchtern anmutenden Zweckbau sind groß und hell. Module (in diesem Fall jeweils drei mal sechs Meter groß) sind genau genommen das, was in der Alltagssprache immer noch gerne "Container" genannt wird. Doch mit nackten Stahlbehältern hat das Bauwerk nun wirklich nichts zu tun. Der Vorteil ist, dass sich die Bauzeiten aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads in der Fabrik deutlich reduzieren. Schallschutz, Klimatisierung und Dämmung entsprechen modernen Standards und die zahlreichen Fenster lassen viel Tageslicht in die Räume.

Auffallend sind die in Gelb und Grün leuchtenden Bodenbeläge in den drei Gruppenräumen (je 67 Quadratmeter), dem Flur und der Mensa (67 qm) mit der angeschlossenen Ausgabeküche (30 qm).
Der Modulbau mit einer Abmessung von 30 mal 27 Metern soll die Abendrothschule für viele Jahre fit für den Ganztag machen. Die bestehenden Hortgruppen des Paritätischen können aus dem Haus der Jugend und dem Schulgebäude zum ersten Mal gesammelt unter ein Dach ziehen. Dabei entstehen auch einige neue Plätze.
Die drei Gruppenräume sind so konzipiert, dass sie auch alle Anforderungen für die Nutzung als Klassenraum erfüllen, wenn das einmal erforderlich würde. Zu jedem gehört ein Differenzierungsraum, der zum Beispiel auch als Rückzugsraum für die Hausaufgaben genutzt werden könnte.
Heizung per Wärmepumpe
Ein Leitungsbüro, ein Mitarbeiterraum, eine Personal-Umkleide und reichlich Sanitärräume komplettieren das Raumprogramm - nicht zu vergessen der umfangreiche Eingangsbereich, ein großer, mit Wänden unterteilter Flurbereich mit Garderoben und Schulranzenaufbewahrung.

Die Beheizung erfolgt über eine Wärmepumpe. "Und auch für einen Modulbau gelten alle anderen Vorgaben des Gebäude-Energie-Gesetzes", erklärt Christian Waldmann. Zur Abendrothstraße hin wird nach Abschluss der Arbeiten ein Zaun das Grundstück begrenzen - ohne Pforte für alle: Schon aus Gründen der Verkehrssicherheit soll der komplette Zugang über das Schulgelände und den Schulhof erfolgen.
