Cuxhaven ist gutes Pflaster für den Federbettensammler: Spenden bleiben als Dank hier
Unter außergewöhnlichen Bedingungen fand in Cuxhaven eine Spendenübergabe auf offener Straße statt. Federbettensammler Rüdiger Müller bedachte das Kinderhospiz und die DGzRS. Es war auch eine Anerkennung für das Engagement der Cuxhavener Bevölkerung.
Um kurz nach 3 Uhr war für Rüdiger Müller am Freitag die Nacht zu Ende. Zu Hause in Gifhorn steuerte er seinen Transporter mit der Aufschrift "www.federbettensammler.de" auf die Autobahn. Als er am späten Vormittag an seinem vertrauten Standplatz am Cuxhavener Bäderring ankam, hatte er schon eine Rundfahrt durchs verschneite Niedersachsen hinter sich.
Die Treue der Cuxhavener Spenderinnen und Spender bewegt ihn seit Jahren, alle zwei Monate hierherzukommen. Seine Tätigkeit betreibt er trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme mit einer geradezu unermüdlichen Energie. Seine Idee: "Federbetten müssen nicht entsorgt werden, mit ihnen kann noch so viel Gutes getan werden."
Federn können wiederverwendet werden
In diesem Fall sogar in zweierlei Hinsicht: Die gespendeten gebrauchten Federbetten werden in einem Aufbereitungsbetrieb auseinandergenommen, die Federn werden gewaschen und wiederverwendet - nachhaltig und tierfreundlich. Freunde und Ansprechpartner unterstützen Rüdiger Müller in seiner Arbeit, die seit 2017 unter dem Dach eines Vereins stattfindet. Annahmestellen befinden sich in ganz Deutschland. Seinen gebrauchten Transporter - Voraussetzung für die Fortführung seiner Arbeit, nachdem das uralte Vorgänger-Fahrzeug ausgemustert werden musste - hat er auf Pump mit Hilfe des Recyclingunternehmens gekauft.
Lokale Institutionen bedacht
In 33 Jahren hat Rüdiger Müller mit seiner Idee rund 410.000 Euro eingenommen und zum größten Teil - abzüglich Fahrt- und Unterhaltungskosten - für soziale Zwecke gespendet. So fand er es bei seinem jüngsten Besuch in Cuxhaven nur angebracht, zwei lokale Institutionen mit einer Spende von jeweils 500 Euro zu bedenken, nämlich das Kinderhospiz Cuxhaven-Bremerhaven und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).
Arbeit hängt von solchen Zuwendungen ab
Die Übergabe fand unter denkwürdigen Bedingungen in der Haydnstraße (nahe dem Kreishaus) statt: Azize Subasic, 1. Vorsitzende des Kinderhospizvereins, und Uta Beetz, Repräsentantin der DGzRS aus Bremen, zitterten gemeinsam mit Rüdiger Müller bei Schneefall im eisigen Wind. Für beide Institutionen ist die Unterstützung durch Spenden essenziell, weshalb die Freude natürlich sehr groß war.
In diesem Jahr will Rüdiger Müller Cuxhaven noch mindestens dreimal ansteuern, voraussichtlich am 5. Juni, 7. August und 6. November. Zu Änderungen kann es kommen. Die Termine werden in der Regel vorab in der Zeitung angekündigt.