Seglervereinigung Cuxhaven: Wie die "Cux-Boys" international Furore machten
Beim Curryessen der Seglervereinigung Cuxhaven (SVC) setzten Ole Stücker, Sören Woitack und Hinnerk Müller der SVC nicht nur als Sportverein, sondern auch als Ursprung für eine einmalige Freundschaft ein Denkmal - einem 100-jährigen Jubiläum würdig.
Der Saal war voll bei der Traditionsveranstaltung im Strandhotel Duhnen, die wie immer Angela und Thomas Cords vorbereitet hatten. Auf den Tisch kam wie in der Seefahrt üblich ein fernöstlich gewürztes Hähnchencurry mit zahlreichen pikanten Zugaben.
Als Gäste begrüßte Dierk Müller unter anderem Bürgermeister Marc Gerdes, Freunde und Hafen-Nachbarn, bevor er über aktuelle Schwerpunkte wie die Verantwortung als Biosphärenpartner im niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer oder den steten Ausbau der Infrastruktur berichtete.
Bedeutsam für gesamte Unterelbe-Region
Die Bunkerstation der SVC sei für die Unterelbe-Region als einzige Tankmöglichkeit auf dem Weg zur Ostsee von erheblicher Bedeutung. Das Restaurant mit seiner außergewöhnlichen Elbterrasse schätzten auch Touristen und mit der geplanten Erweiterung des Winterlagers und dem denkbaren Bau einer neuen Bootshalle (besonders bedeutsam für auswärtige Mitglieder) sei der Verein stets bestrebt, die Attraktivität zu erhalten.

In diesem Zusammenhang dankte Dierk Müller besonders der Stadtsparkasse und der Stadt Cuxhaven für stete Rückendeckung und Unterstützung.
Ehrenamt trägt das Vereinsleben
Bürgermeister Marc Gerdes würdigte das in der SVC vorgelebte lebendige und offene Miteinander. Die 100-jährige Geschichte stehe für Beständigkeit, Verlässlichkeit und Menschen, die über Jahrzehnte hinweg Verantwortung getragen, Zeit investiert und Aufgaben übernommen hätten, "oft leise und ohne große Aufmerksamkeit, eine große Stärke des Ehrenamts in unserer Stadt", so Gerdes.
In der Jugendabteilung ist der stete Neuaufbau Programm
Über die Nachwuchsförderung berichtete Jugendsprecher und -obmann Malte Peters. Zusammen mit seinem Vater, Jugendwart Henrik Peters, führt er Kinder an den Sport heran, organisiert Vereinsregatten und Sommercamps; alles - auch das erfolgreiche Opticamp im Sommer 2025 mit 25 Jugendlichen - von Ehrenamtlichen getragen. "Die Kinder erkennen schnell den Reiz der Sportart und wollen dann auch Regatten segeln", berichtete Malte Peters. Nur eines treffe die SVC regelmäßig: die Abwanderung auch der engagiertesten Jugendlichen nach dem Schulabschluss. "Das macht die Konstanz nicht ganz einfach."
Drei sprachen für fünf
Geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie es auch anders geht, lieferte der Festvortrag unter der Überschrift "30 Jahre, 100 Regatten, eine Freundschaft", in dem sich die Liebe zum Revier und die Begeisterung über Generationen hinweg gleichermaßen widerspiegelten. Drei (Hinnerk Müller, Ole Stücker und Sören Woitack) sprachen dabei für fünf, nämlich auch für Malte Päsler und Klaas Höpcke.

Sie berichteten, wie sich ihnen von den ersten Vereinsmeisterschaften im SVC-Hafen ausgehend die Welt erschloss, wie sie - anfangs noch zusammen mit den Eltern - zu Regatten in ganz Deutschland (und darüber hinaus) ausschwärmten, wie sie begannen, mit Bootsklassen zu experimentieren und dabei auch noch sportlich ziemlich erfolgreich waren. Noch als Schüler gewannen sie deutsche Meisterschaften, traten beim Europapokal vor Cuxhaven (2005) und auf der Kieler Woche an.
Segler-Gen an den Nachwuchs übergeben
Der Übergang aufs internationale Segeln fiel mit der Zeit des Schulabschlusses, Studium und beruflicher Orientierung zusammen. Neben den eigenen Projekten kamen sie mindestens einmal im Jahr bei der Nordseewoche zusammen. Die Gelegenheit, mit Norbert Plambecks Rennyacht "Hexe" nach Helgoland, rund Skagen oder nach Edinburgh zu segeln, hob Sören Woitack als einen Höhepunkt hervor.
Ab 2013 trat die Gruppe wieder gemeinsam in internationalen Projekten in Erscheinung. Den oftmals den Profis davonsegelnden "Cux-Boys" eilte der Ruf voraus, sich ohne Worte blind zu verstehen. Diese Kombination von Freizeit und Erfolg (bis auf Weltmeisterschafts-Niveau) hat sich bis heute erhalten, während die Freunde inzwischen fleißig daran arbeiten, das Segler-Gen an den Nachwuchs weiterzugeben. So, wie es einst ihre eigenen Väter getan haben.

"Von wegen, das Segeln kann man hier nicht lernen", hielt Dierk Müller stolz allen entgegen, die jemals mit Blick auf den kleinen SCV-Hafen am Rande der Elbe hieran gezweifelt haben. Selbst Sportwart Dierk Müller, dessen Sohn Hinnerk gerade zu den Vortragenden gezählt hatte, stellte staunend fest, dass für ihn noch jede Menge Neuigkeiten dabei gewesen waren.
Bei der traditionellen Saalspende kamen 1150 Euro zusammen, die an die DLRG, die DGzRS und die SVC-Jugendarbeit verteilt werden sollen.
