Der Ortsrat hatte ein gewichtiges Wort bei der Platzierung des neuen Bahnsteigs mitzusprechen: Der Bahnhaltepunkt Franzenburg soll nun auf der Seite des Schachts (links) geplant werden. Foto: Reese-Winne
Der Ortsrat hatte ein gewichtiges Wort bei der Platzierung des neuen Bahnsteigs mitzusprechen: Der Bahnhaltepunkt Franzenburg soll nun auf der Seite des Schachts (links) geplant werden. Foto: Reese-Winne
Diskussion in Altenwalde 

Cuxhaven: Ortsrat Altenwalde entscheidet über Standort des neuen Bahnhaltepunkts

von Maren Reese-Winne | 02.09.2026

In Altenwalde beschloss der Ortsrat, wo der neue Bahnhaltepunkt Franzenburg errichtet werden soll. Es gibt aber auch ein weiteres Ortsgespräch; ausgelöst durch eine unangekündigte Aktion am Dienstag. Es geht um Findlinge und um Verkehrssicherheit.  

Bei der voraussichtlich letzten Ortsratssitzung dieser Legislaturperiode in Altenwalde übernahm der stellvertretende Ortsbürgermeister Ernst-Wilhelm Hoffmann die Sitzungsleitung - mit den besten Genesungswünschen an den krankheitsbedingt ausgefallenen Amtsinhaber Ingo Grahmann. Der wichtigste Beschluss des Tages markierte einen wichtigen Meilenstein für die Entwicklung des Bahnhaltepunkts Franzenburg.

Nach langer Abwägung und nach einem Ortstermin benannte das Lokalparlament seinen favorisierten Standort: Demnach soll der Bahnsteig nicht wie von der Stadtverwaltung befürwortet auf der Seite des Schedelbergwegs, sondern auf der anderen Seite (Südosten), parallel zum "Schacht", dem Fußweg Richtung Süden, errichtet werden.

Der Ortsrat hatte ein gewichtiges Wort bei der Platzierung des neuen Bahnsteigs mitzusprechen: Der Bahnhaltepunkt Franzenburg soll nun auf der Seite des Schachts (links) geplant werden. Foto: Reese-Winne

Als Hauptgründe wurden das bessere Platzangebot und die beengten Verhältnisse im Schedelbergsweg genannt. Die Stadtverwaltung akzeptierte trotz gegenläufiger eigener Meinung das Votum des Ortsrats. Dieses ermöglicht nun den nächsten Planungsschritt.

Zukunftsvisionen wurden auch bei der Vorstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Isek" in den Blick genommen. Der dafür zuständige Stadtplaner Daniel Walleit machte Mut dafür, groß zu denken und unterstrich die Rolle der Ortsteile bei der Weiterentwicklung der Stadt - nicht nur mit ihren Reserven als Wohngebiete. Speziell für Altenwalde täten sich große Chancen und Möglichkeiten auf. Eine besondere Rolle spiele hier die einzigartige Natur und die im Raum stehende Rückkehr der Bundeswehr.

Karl-Grote-Platz könnte zum neuen Treffpunkt werden

Mit einer KI-generierten Visualisierung eines belebten und schön als Treffpunkt gestalteten Karl-Grote-Platzes machte er Appetit auf Beteiligung. Ein von der Bevölkerung mitgetragenes Konzept mit konkreten Ideen und politischer Absegnung könne wesentlich dazu beitragen, im entscheidenden Moment Fördergelder abzurufen, unterstrich er. Dabei handle es sich bei dem Stadtentwicklungskonzept nicht um ein starres Vertragswerk wie einen Bebauungsplan, sondern um ein informelles Planwerk, das höchste Flexibilität garantiere.

Unkommentiert wollten die Ortsratsmitglieder nicht darüber hinweggehen, dass kürzlich für das große Bauprojekt an der Hauptstraße eine große Linde gefällt wurde. Bauprojekte - erst recht mit sozialen Hintergrund - würden ausdrücklich begrüßt, jedoch seien in Zukunft Wege anzustreben, Natur- und Klimaschutz hiermit besser in Einklang zu bringen. 

Nur noch Platten und Baken kennzeichnen in der Wielandstraße in Altenwalde die früheren Standorte der ohne vorherige Ankündigung demontierten Findlinge. Über die Aktion gibt es geteilte Meinungen. Foto: Reese-Winne

Findlinge werden zum Stein des Anstoßes

Über ein Vorhaben, das am Tag darauf zum Gesprächsthema wurde, wurde in der Sitzung nicht informiert. Und so waren die Anwohner der Wielandstraße (verkehrsberuhigtes Wohngebiet beim neuen Caravan-Center/früher Baumarkt) völlig überrascht, als am Dienstagmorgen auf Geheiß der Stadt die riesigen Findlinge abgeholt wurden, die seit Jahr und Tag in ihrer Straße als Instrument zur Verkehrsberuhigung lagen.

Die Erklärung lieferte auf unsere Nachfrage hin Stadtbaurat Andreas Eickmann: Nach mehreren Kollisionen - unter anderem mit einem Postfahrzeug - sei der Wunsch an die Verwaltung herangetragen worden, diese Hindernisse zu entfernen. Der Blick in die Straßenverkehrsordnung, die Hindernisse im öffentlichen Straßenraum ausschließt, habe in der Tat einen Konflikt offengelegt, weshalb die Entscheidung getroffen worden sei, die Findlinge einzusammeln und somit eine Gefahrenquelle zu entschärfen.  

Hier liegen sie noch: Einer der Findlinge in der Goethestraße. Warntafeln sollen Verkehrsteilnehmer auf das Hindernis aufmerksam machen. Foto: Reese-Winne

Eickmann zeigte Verständnis für die Einwände der Anwohner, die sich einen Verbleib der Steine als verkehrsregulierendes Element gewünscht hätten. Hier seien Meinungen zusammengeprallt, denn offizieller Lesart zufolge erfüllten die Steine eher eine gestalterische Aufgabe zur Gestaltung der Parkplätze und dienten nicht der Geschwindigkeitsreduzierung.

Die wertvollen Findlinge bewahre die Stadt für einen Einsatz an anderer Stelle auf. Einer anderen Gestaltung, etwa mit Beeten, zeige er sich durchaus aufgeschlossen, so Eickmann. 

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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