Kanalbau in Cuxhaven: Kosten deutlich höher als zunächst angenommen
Arbeiten am Bau des Hauptsammlers Innenstadt (Teilbereich 2) sind teurer geworden als ursprünglich gedacht. Unmut regte sich auf Gremienebene vor allem wegen mangelder Informationspolitik. Die Kritik galt dem örtlichen Entsorger.
Vertretern der EWE Wasser GmbH blieb nichts anderes übrig, als Abbitte zu leisten. Im Ausschuss für Digitalisierung und technische Dienste hatten mehrere Mitglieder scharf kritisiert, wie der Entsorger mit den Mehrkosten umgegangen war, die beim Bau des "Hauptsammlers Innenstadt (Hasi) 2" aufgelaufen sind. Zu lange, so lautete der Vorwurf, hätten die Projektverantwortlichen mit der Kostensteigerung hinter dem Berg gehalten, um erst im Nachhinein eine Rechnung über annähernd 350.000 Euro "on top" vorzulegen.
Eine Größenordnung, die Ilona König (Die Cuxhavener) als inakzeptabel bezeichnete. Sie vermisst einen Puffer, der von Anfang an bei der Kostenschätzung hätte einkalkuliert werden müssen. Zu den Ausschussmitgliedern, denen es sauer aufstieß, einen solchen Brocken "vor die Füße geknallt" zu bekommen, gehörte auch Michael Stobbe.
Politik dringt auf zeitige Information
"Wenn etwas teurer wird, möchte ich rechtzeitig informiert werden und erfahren, warum": In letzter Konsequenz gehe es hier schließlich um das Geld von Bürgerinnen und Bürgern, betonte der Sozialdemokrat, der grundsätzlich nicht ausschließen will, dass es bei Baumaßnahmen der vorliegenden Größenordnung ab und an zu nicht kalkulierbaren Überraschungen kommen kann. Wenn beim Aufreißen einer Straße oder deren Wiederherstellung etwas Unvorhergesehenes passiere, sei dies allerdings desjenigen, der den Bau ausführt.

In der Mittel- und der Wilhelm-Heidsiek-Straße waren allein durch die abschließende Pflaster- und Asphaltbefestigung hohe Mehrkosten entstanden. Für erneuerte Rostenkästen, Leitungen und Hausanschlüsse kamen gut 54.000 Euro hinzu. Knapp 41.000 Euro kostete die Entsorgung belasteten Bodens, der vom ehemaligen Gaswerksgelände herrührte. Der Umstand, dass das Grundwasser höher stand als erwartet, trug ebenfalls dazu bei, "Hasi 2" zu verteuern. Am Ende lagen die Kosten 13 Prozent über den ursprünglich veranschlagten 2,59 Millionen. Die Kostensteigerung führt dazu, dass sich das jährliche Betriebskostenentgelt um circa 22.500 Euro erhöht.

"Vermeidbar oder nicht", ist nicht die alleinige Frage: Wie die Verwaltung schriftlich ausführte, hätte sie die Mehrkosten "mit hoher Wahrscheinlichkeit" durchgewunken, sofern diese von der EWE Wasser GmbH rechtzeitig beantragt worden wären. Laut Entwässerungsvertrag müssen zusätzliche Investitionen vorab bei der Stadt angemeldet werden.
Vorhaben dient dem Abbau von Staupunkten
Obwohl das im vorliegenden Fall ausblieb, folgten die Mitglieder des Ausschusses für Digitalisierung und technische Dienste in ihrer jüngsten Sitzung der Beschlussempfehlung: Bei einer Enthaltung billigten sie die entstandenen Mehrkosten und die damit verbundene Erhöhung des Betreiberentgelts. An der Notwendigkeit des Vorhabens besteht nämlich kein Zweifel: "Hasi 2" ist ein Teil der seit Jahren laufenden Ertüchtigung des Kanalnetzes zur Niederschlagsentwässerung. Auslöser waren diverse Überstaupunkte im Stadtgebiet - Stellen, an denen das Kanalnetz bei heftigen Regenfällen in kurzer Zeit an seine Grenzen gelangt war. In solchen Situationen drückte Wasser in größeren Mengen bis auf die Straße. Abschnittsweise sind bislang die meisten dieser Schwachstellen entschärft worden.
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