Von der Theorie zur Praxis: Wie Cuxhaven Nachhaltigkeit zur Marke machen will
Cuxhaven ist "Biosphärenstadt" - doch wie wollen wir diesen Titel mit Leben füllen? Um diese Frage ging es am Dienstag in der Bürgerhalle im Rathaus. Im Rahmen einer Öffentlichkeitsveranstaltung konnten Interessierte Vorschläge und Ideen einbringen.
Grob gesagt geht es um Wertschätzung für die naturgegebenen Besonderheiten vor der eigenen Haustür. Ein Gefühl dafür sollen die Menschen vor Ort nicht nur in Bezug auf den angrenzenden Nationalpark entwickeln. Sondern sich die Einzigartigkeit der Region auch im täglichen Lebensumfeld (dem Kulturraum) vor Augen führen. Zu "Modellregionen für nachhaltige Entwicklung" sollen die insgesamt zwölf an der niedersächsischen Küste gelegenen Biosphärenkommunen werden, die in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer ausgewählt wurden.
Mit gutem Beispiel vorangehen
Jürgen Rahmel, Leiter des Nationalpark-Dezernats Biosphärenregion, stellte im Rahmen der Bürgerveranstaltung die Zielrichtung vor, bevor Cuxhavens Stadtbaurat Andreas Eickmann die Anwesenden über bereits erfolgte Schritte ins Bild setzte. Die Stadtverwaltung selbst hatte in diesem Punkt vorgelegt, etwa, indem sie ein Mobilitätskonzept für Cuxhaven aufgelegt hatte und aktuell am Thema Wärmeplanung (unter Berücksichtigung "grüner" Energiequellen) arbeitet. Dass die Möglichkeiten, als "Biosphärenstadt" mit gutem Beispiel voranzugehen, jedoch auch sehr viel niederschwelliger (und dabei bunt und vielfältig) ausfallen können, zeigte sich bei einem von Ralf Trimborn moderierten Brainstorming, in dessen Rahmen Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbrachten.
Regionalität als
Qualitätsmerkmal
Nach Gesellschaftsgebieten gegliedert formulierten die Mitwirkenden Ideen, die unter anderem im kulinarischen Bereich lagen. So wurde angeregt, nicht nur bestimmte regionale Produkte (auf einem Biosphärenmarkt in der Innenstadt) anzubieten, sondern auch Kochkurse für nachhaltige Ernährung unter Verwendung regionaltypischer Zutaten. Eine lokale Wertschöpfungskette zu entwickeln, über die sich gleichzeitig ein gewisses Positiv-Image der Region transportieren lässt, ist der Hintergedanke, der auch in anderen Zusammenhängen seine Gültigkeit behält. Etwa, wenn Grüstreifen-Patenschaften vergeben werden, eine spezielle Fahrradrikscha Touristen mit Handicap durch Stadt- und Kurgebiete chauffiert, Wattführer Themenexkursionen anbieten oder verkehrlich Entlastung (über Park-&-Ride-Angebote) geschaffen wird.
Viele Ideen - aber was davon wird umgesetzt? Man stehe erst am Anfang, beruhigte Stadtbaurat Eickmann und verwies darauf, dass der Prozess der Identitätsbildung in Sachen Biosphäre keineswegs abgeschlossen sei.
