Was als dreiwöchige Camperreise geplant war, wurde für die beiden Cuxhavener Bianca Arbatschat-Diemert und Michél Diemert acht Tage zugleich zum TV-Dreh. Foto: Diemert
Was als dreiwöchige Camperreise geplant war, wurde für die beiden Cuxhavener Bianca Arbatschat-Diemert und Michél Diemert acht Tage zugleich zum TV-Dreh. Foto: Diemert
Urlaub wird zur Camping-Doku

Cuxhavener Ehepaar filmt seine Reisen - doch in Norwegen dreht plötzlich das TV-Team

von Tamina Francke | 29.08.2026

Bianca Arbatschat-Diemert und ihr Mann Michél Diemert aus Cuxhaven filmen ihre Reisen seit Jahren - vor allem für sich selbst. Auf ihrer Campingtour durch Norwegen wurde der Spieß umgedreht: Ein Fernsehteam richtete die Kamera auf die beiden.

Angefangen hat alles mit rund 1500 Urlaubsfotos. Nach einer Reise nach Lanzarote scrollten Bianca und Michél durch ihre Handys und stellten fest: All die Bilder, die man macht, schaut man sich später doch kaum noch an. Also suchten die beiden - die sich selbst Bibi und Mitch nennen - nach einer schöneren Form, ihre gemeinsamen Erlebnisse festzuhalten.

Eine Kamera kam ins Haus, später ein Schnittprogramm und schließlich ein eigener YouTube-Kanal. Was als persönliches Erinnerungsalbum begann, entwickelte sich zum Hobby. Gefilmt wird, was ihnen begegnet: Reisen, Ausflüge, Cuxhaven, ihre Hunde Lilly und Helga oder Mitchs Musik. "Was Bibi und Mitch halt so machen", nennen sie es selbst.

1500 Fotos und eine bessere Idee

Um große Reichweite geht es ihnen dabei nicht. Viel wichtiger ist ihnen, die eigenen Filme Jahre später wieder hervorholen zu können. Gerade im Winter landen die beiden deshalb schon mal auf dem Sofa und schauen sich alte Reisen an. Ausgerechnet diese Idee vom persönlichen Erinnerungsfilm hat nun eine neue Dimension bekommen.

Im Sommer ging es für drei Wochen mit dem Camper nach Norwegen, bis hinauf zu den Lofoten. Die Reise war zugleich Bibis Geburtstagsgeschenk an sich selbst: feiern oder fahren? Sie entschied sich fürs Fahren. Acht Tage der Tour wurden Bibi und Mitch von einem Fernsehteam für eine Camping-Dokumentation begleitet. Viel über den fertigen Beitrag dürfen sie noch nicht verraten - auch der Ausstrahlungstermin steht noch aus.

Ihre Touren halten die Cuxhavener normalerweise selbst für ihren YouTube-Kanal fest. In Norwegen wechselten sie die Seite der Kamera. Foto: Diemert

Plötzlich kommt das Fernsehen mit

Dass die beiden überhaupt vor der TV-Kamera landeten, war eher Zufall. Bibi entdeckte im Netz einen Aufruf: Gesucht wurden Camper aus Norddeutschland. Nur war das Profil des Verfassers nicht besonders vertrauenserweckend. Einem Fremden im Internet zu verraten, wann man mit dem Camper für Wochen außer Haus ist, erschien Bibi eher gewagt. Während sie noch recherchierte, hatte Mitch diese Sicherheitsprüfung deutlich großzügiger ausgelegt und längst geschrieben. Zum Glück behielt er recht: Der Mitarbeiter war tatsächlich für die Produktionsfirma tätig. Es folgten Gespräche, ein Castingvideo und schließlich die Zusage.

Dabei sind Bibi und Mitch selbst noch gar nicht so lange Camper. Vor wenigen Jahren brachte Mitch die Idee auf. Bibi dachte bei Camping zunächst eher an fehlenden Komfort als an Urlaubsromantik. Ein geliehener Camper und ein Wochenende in Dänemark änderten das. Seit knapp drei Jahren haben sie nun ein eigenes Fahrzeug. Die Hunde fahren mit, ebenso bei Kurztrips und längeren Reisen. "Hauptsache dabei", sagt Bibi.

Acht Tage vor der Fernsehkamera

In Norwegen hatten die beiden zunächst einige Tage für sich. Nach den Lofoten stieß das Fernsehteam dazu. Von da an bestimmten nicht nur Route und Reiselust den Tagesablauf, sondern auch Wetter, Drehplan und Kamera. Morgens ging es meist gegen neun Uhr los, teilweise wurde bis Mitternacht gedreht. Vieles blieb trotzdem spontan. Wenn das Wetter eine geplante Bootstour verhinderte, wurde kurzerhand umgeplant. Dazu kamen Ideen des Fernsehteams, die auf Bibis und Mitchs eigener Urlaubsliste wohl nicht gestanden hätten. Das störte die beiden wenig. "Wir machen alles mit, jeden Blödsinn", weiß Bibi.

Camping gehört inzwischen fest dazu: Seit knapp drei Jahren sind die beiden mit dem eigenen Camper unterwegs - meistens gemeinsam mit ihren Hunden Lilly und Helga. Foto: Diemert

Dass ihnen dabei ständig eine Kamera folgte, war weniger gewöhnungsbedürftig als gedacht. Ihre eigenen Videos hatten sie längst daran gewöhnt. Nur die Rollen waren diesmal anders verteilt: Statt selbst zu filmen, mussten sie die Kontrolle über Bilder und Schnitt abgeben. Damit können beide erstaunlich gut leben. "Kann ja auch mal jemand anderes machen", lacht Mitch.

Fast ungewohnt war für die beiden etwas anderes: Während der acht Drehtage griffen sie selbst kaum zur Kamera. Umso gespannter sind sie auf den fertigen Beitrag. Schließlich ist die TV-Dokumentation genau das, weshalb sie selbst einmal mit dem Filmen angefangen haben: eine Erinnerung an eine gemeinsame Reise - diesmal professionell festgehalten.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Der Ausstrahlung sehen sie deshalb vor allem mit Vorfreude entgegen. Und vielleicht bleibt es nicht bei diesem einen TV‑Abenteuer. Eine weitere Reise vor der Kamera könnten sich beide gut vorstellen. Der Dreh sei zwar anstrengend gewesen, sagt Bibi, aber "positiv anstrengend".

Die eigene Kamera wird ohnehin weiter mitreisen. Bibi und Mitch sind seit rund 20 Jahren ein Paar und seit 2022 verheiratet. Beide sind berufstätig, Mitch spielt außerdem in einer Band. Aus ihrem Kanal ein Geschäft zu machen, ist nicht ihr Ziel. Sie filmen, wenn Zeit und Lust da sind. Denn auch ohne großes Publikum erfüllen die Videos ihren eigentlichen Zweck: Bibi und Mitch können sich auf dem Sofa alte Filme anschauen und für eine Weile noch einmal gemeinsam zurückreisen.

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Tamina Francke

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tfrancke@no-spamcuxonline.de

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